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"Dirt Girl" Tina Maier: Begeisterung phänomenal

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Meier: "Die Begeisterung der Leute ist phänomenal"

10.01.2011, 14:15 Uhr | motorsport-total.com, Motorsport-Total.com

"Dirt Girl" Tina Maier: Begeisterung phänomenal. Wo Tina Meier hinkommt, jubeln ihr die Fans zu. (Foto: motorsport-total.com)

Wo Tina Meier hinkommt, jubeln ihr die Fans zu. (Foto: motorsport-total.com)

Während die Rallye-Profis bei der Dakar um jede Sekunde für den Gesamtsieg kämpfen, geht es für die Privatfahrer meist nur ums Durchkommen. Dieses Motto gilt auch für Tina Meier. Die 38-Jährige Betriebsprüferin aus Hamburg ist bereits zum vierten Mal beim Wüstenspektakel dabei und schlägt sich bislang achtbar - einzig die Technik machte ihr hin und wieder einen Strich durch die Rechnung.

Im Interview mit spricht die Motorrad-Lady mit dem Spitznamen "Dirt Girl" über ihre erste Woche bei der Dakar 2011 und die diversen Schwierigkeiten, die sie dabei meistern musste.

Frage: Frau Meier, welches Fazit ziehen Sie nach der ersten Hälfte der Dakar?
Christina Meier: Ich bin mit dem Motorrad super zufrieden. Die Sherco läuft ganz klasse. Die Mechaniker arbeiten auch prima. In den ersten Tagen hatte ich ein bisschen Probleme mit dem GPS. Es lief nicht richtig und fiel immer wieder aus. Ich hatte an einem Tag etwa 200 Kilometer lang kein GPS. Dann haben sie es ausgetauscht und ich hatte einen Tag Ruhe und auf der nächsten Etappe ging dann die Verbindung zwischen Antenne und GPS kaputt.

Damit hatte ich unter anderem keinen Kompasskurs. Den Wegpunkt musste ich dann mehr erraten und suchen. Das war natürlich nervig. Aber für diese Probleme konnten die Mechaniker nichts, denn die Geräte werden vom Veranstalter gestellt. Die sind vielleicht schon etwas alt. Sie hatten auch nicht genug, denn als wir das Gerät am ersten Tag wechseln wollten, hieß es: 'Tut uns leid, wir haben heute keine.' Aber ansonsten läuft alles ganz gut.

Wie orientiert man sich ohne Kompass?
An den Spuren und dem Stand der Sonne. Schwierig wird es zur Mittagszeit, wenn die Sonne über dir steht. Ansonsten sind da so viele Spuren, dass man sich nicht verfahren kann. Die Navigation ist hier nicht die größte Schwierigkeit.

Die Etappe vor dem Ruhetag hatte es ganz schön in sich. Wie war es für Sie?
Die Etappen waren bis auf die Prüfung vor dem Ruhetag gut zu schaffen. Der Tag vor der Pause hat allerdings ganz schon geschlaucht. Für die 455 Kilometer hat der Sieger Ruben Faria ungefähr fünf Stunden gebraucht, ich zehn. Da kann man sich vorstellen, dass es für ihn deutlich einfacher war. Aber ich habe ja keinen Druck, für geht es nur ums Ankommen.

Wie haben Sie die Andenüberquerung auf über 4800 Meter empfunden?
Das war schrecklich! Ich war total höhenkrank. Ich hatte schon am Tag vorher auf 3500 Meter Probleme. Und dann kamen die 4800 Meter, das waren wir für 200 Kilometer über 4500 Meter - ich war fertig. Ich bin auf dem Motorrad fast eingeschlafen und habe total über Kreuz geschaut.

Ich hielt dann bei Sanitätsfahrzeugen an. Das war ein Sicherheits-Checkpoint vom Veranstalter, die auch eine Sauerstoffversorgung hatten. Ein Test zeigte, dass meine Sauerstoffsättigung sehr schlecht war und ich musste gleich bleiben. Nachdem ich 20 Minuten lang reinen Sauerstoff geatmet hatte, ging es weiter. Aber das war besser als einen Unfall zu bauen.

Ist diese Dakar härter als vergangenes Jahr?
Ich weiß nicht. Aber um ehrlich zu sein: Ich nehme, was kommt. Die Verbindungsetappen machen es oft hart. Da hat man sich stundenlang durch die Prüfung gekämpft und muss dann noch hunderte Kilometer ins Biwak fahren."

Was ist ihr bisheriges Highlight?
Zum einen meine neue Maschine und die Zuschauer, die von Jahr zu Jahr toller werden. Sie sind überall. In Chile sind es ein bisschen weniger. Aber zwei Tage vor dem Ruhetag um vier Uhr morgen loszufahren - es war stockdunkel und es standen Menschmassen an der Strecke. Das kann man gar nicht fassen. Die sind ja schon mitten in der Nacht aufgestanden, um dorthin zu kommen. Die Begeisterung der Leute ist in meinen Augen absolut phänomenal."

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