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"Nicht als Staffage für autoritäres Regime hergeben"

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Olympia  

"Nicht als Staffage für autoritäres Regime hergeben"

22.03.2008, 13:57 Uhr | dpa

Wird die olympische Flagge offiziell in Peking gehisst? (Foto: imago)Wird die olympische Flagge offiziell in Peking gehisst? (Foto: imago) Die ehemalige Weltklasse-Leichtathletin Heidi Schüller hat sich für einen Boykott der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Peking ausgesprochen. "Einen Verzicht auf die Eröffnungsfeier halte ich für sinnvoll und sehr effizient", schrieb die 57-Jährige, die bei den Spielen 1972 in München als erste Frau den Olympischen Eid gesprochen hatte, in einem Beitrag für die "Welt am Sonntag". "Als Fähnchen schwenkende Staffage zur Huldigung eines autoritären Regimes sollten sich weder Athleten, noch Sportfunktionäre oder Politiker der freien Welt hergeben."

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"Eine medienwirksame Huldigung ist nicht akzeptabel"

An die Adresse der chinesischen Machthaber gerichtet, sagte sie: "Wer die Welt zu Gast haben will, muss freie unabhängige Medien zulassen, Gewaltausübung vermeiden und Provokationen unterlassen. Eine medienwirksame Huldigung eines autoritären, dialogunfähigen Regimes ist nicht akzeptabel. Das muss im Jahre 2008 nicht sein. Auch nicht in Peking."

Protest gegen das Vorgehen in Tibet

Vielleicht lasse sich die Maschinerie in Bezug auf China nicht mehr stoppen. Aber Ablauf und Bedingungen ließen sich modifizieren. Deshalb unterstütze sie den Vorschlag des EU-Parlamentspräsidenten Hans-Gert Pöttering und des französischen Außenministers Bernard Kouchner, aus Protest gegen das Vorgehen der chinesischen Sicherheitskräfte gegen tibetische Aufständische nicht an der Eröffnungsfeier am 8. August teilzunehmen.

"Fröhliche Spiele immer unvorstellbarer"

Heidi Schüller spricht 1972 den olympischen Eid (Foto: dpa)Heidi Schüller spricht 1972 den olympischen Eid (Foto: dpa) Schüller sieht die Entwicklung der Olympischen Spiele grundsätzlich kritisch. "Wenn ich die Nachrichten verfolge, werden fröhliche Olympische Spiele in Peking immer unvorstellbarer", schrieb die Ärztin und ehemalige TV-Moderatorin. "Reden wir doch mal Klartext: Der Charme der Spiele ist verflogen. Heute ist olympischer Sport eine todernste Sache geworden, durchkommerzialisiert und Spielball machtpolitischer Interessen."

"Für mich schon gar nicht tolerabel"

Zur Situation in China sagte sie: "Spreche ich von den Olympischen Spielen in Peking, spreche ich von etwas, was für mich schon gar nicht tolerabel ist: Olympische Spiele ohne umfassende Pressefreiheit und Zugang unabhängiger Gremien in die Krisengebiete Tibets und Chinas kann es für mich nicht geben."

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