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Doping-Nachtests des IOC: 31 Athleten droht Olympia-Aus

Nachtests von Peking  

IOC: 31 Athleten des Dopings verdächtig

17.05.2016, 17:44 Uhr | sid

Doping-Nachtests des IOC: 31 Athleten droht Olympia-Aus. Hinweisschild für die Doping-Kontrolle bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking. (Quelle: dpa)

Hinweisschild für die Doping-Kontrolle bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking. (Quelle: dpa)

Einunddreißig überführte Doper bei Olympia in Peking und noch 250 weitere Nachtests der Spiele aus London: Zweieinhalb Monate vor den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro greift das IOC im Kampf gegen Betrüger durch und will zusätzlich auch die massiven Doping-Vorwürfe gegen Russland bei den Winterspielen in Sotschi vollständig aufklären.

"Das Ziel ist zu verhindern, dass Dopingbetrüger nach Rio kommen", teilte das IOC mit. Erstes Ergebnis: 31 Athleten aus insgesamt sechs Sportarten und zwölf Ländern wurden in der ersten Welle Nachtests erwischt. Namen wurden zunächst weder von den Athleten noch von den betroffenen Ländern genannt. Insgesamt wurden 454 Proben mit neuesten Analysemethoden untersucht. Der Fokus lag dabei auf denjenigen Sportlern, die noch in Rio an den Start gehen könnten.

"Integrität beschützen"

"Dadurch, dass wir den Start von so vielen gedopten Athleten verhindern, zeigen wir einmal mehr unseren Willen, die Integrität der olympischen Wettbewerbe zu beschützen", sagte IOC-Präsident Thomas Bach. Die betroffenen nationalen Verbände sollen in den kommenden Tagen benachrichtigt werden. Auf Anfrage teilte der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) mit, bisher keine Informationen erhalten zu haben, ob auch deutsche Athleten betroffen sind. Allen überführten Sportlern droht nun das Aus für die Spiele in Rio - sofern sie noch aktiv sind.

Und womöglich droht noch weiteren Betrügern Ungemach: In Kürze sollen die Ergebnisse weiterer 250 Nachtests von den Olympischen Spiele 2012 in London bekannt gegeben werden. Zusätzlich soll sich ein weiteres Programm explizit mit Medaillengewinnern aus Peking und London beschäftigen. Auch Proben von womöglich nachträglich dekorierten Medaillengewinnern werden erneut untersucht.

Auch Sotschi ein Thema

"Alle diese Maßnahmen sind ein bedeutender Schlag gegen die Betrüger, die wir nicht gewinnen lassen werden. Doper haben keinen Platz zum Verstecken", sagte Bach. Die zuletzt erhobenen schweren Vorwürfe gegen Russland bei den Winterspielen in Sotschi nannte Bach "besorgniserregend."

Diese sollen nun ebenfalls untersucht werden. In Zusammenarbeit mit der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA soll das Anti-Doping-Labor in Lausanne die Proben in Sotschi auf die "effizienteste und wissenschaftlich sauberste" Art und Weise analysieren. Klassische Nachtests wie bei den Proben aus Peking und London sind dies allerdings nicht.

Denn nach den Anschuldigungen des damaligen Leiters des Anti-Doping-Labors, Gregori Rodtschenkow, könnten solche "klassischen" Nachtests eventuell gar nichts nützen.

WADA leitet Untersuchungen ein

Rodtschenkow hatte davon berichtet, dass er unter Mithilfe des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB angeblich über 100 Dopingproben russischer Athleten in Sotschi ausgetauscht hatte. Ob davon auch die für Nachttests geeigneten "B-Proben" betroffen waren, erklärte er nicht.

Rodtschenkow berichtete zudem von einem staatlichen Dopingsystem vor und während der Spiele in Sotschi. Dutzende russische Sportler, darunter mindestens 15 Medaillengewinner, sollen gedopt an den Start gegangen sein.

Das IOC forderte die WADA auf, eine Untersuchung der massiven Doping-Vorwürfe bei den Winterspielen in Sotschi einzuleiten. Und die WADA reagierte prompt und lässt ein Ermittlerteam die Vorwürfe untersuchen. Wie die WADA mitteilte, leitet das Team ihr Untersuchungsmanager Mathieu Holz, ein früherer Offizier der französischen Gendarmerie und Interpol-Agent. Zu der Gruppe gehören unabhängige Experten und Wissenschaftler.

"Nach Ende der Untersuchung wird die WADA einen umfassenden Bericht veröffentlichen und die dazu gehörenden Belege, die gesammelt worden sind, zugänglich machen", hieß es.

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