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Radsport: Tony Martin hat WM-Gold im Zeitfahren fest im Visier

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Martin scheut keine Kosten und Mühen

29.09.2010, 15:03 Uhr | sid, sid

Radsport: Tony Martin hat WM-Gold im Zeitfahren fest im Visier. Jubelpose: Nach seinem Sieg bei der Eneco-Tour hofft Tony Martin nun bei der WM auf den nächsten Erfolg. (Foto: imago)

Jubelpose: Nach seinem Sieg bei der Eneco-Tour hofft Tony Martin nun bei der WM auf den nächsten Erfolg. (Foto: imago)

Hotelzimmer mit Meerblick, dazu Trainingsfahrten auf der Great Ocean Road, eine der legendärsten Küstenstraßen der Welt - Tony Martin hat die Vorbereitung auf sein WM-Rennen genossen. "Das ist ein tolles Naturereignis. Man fährt kilometerweit am Meer und den Klippen entlang, einfach superschön", schwärmte die deutsche Medaillenhoffnung, die am Donnerstag bei den Straßenrad-Weltmeisterschaften in Geelong im Einzelzeitfahren Titelverteidiger und Olympiasieger Fabian Cancellara aus der Schweiz vom Thron stoßen will.

Offiziell spricht Martin nur von einer Medaille als Ziel, doch in den letzten Wochen hat der 25-Jährige keine Kosten und Mühen gescheut, um optimal in das Rennen gehen zu können. Spezialtraining in den Bergen, Windkanaltests in Silverstone und die frühmöglichste Anreise nach Australien.

Reise hätte kaum schlechter beginnen können

"Ich habe die Möglichkeit genutzt, mich um ein paar Prozent zu verbessern. Ich bin optimistisch", ergänzte der Columbia-Profi. Dabei hätte der erste Australien-Trip für Martin nicht schlechter beginnen können. Der Abflug am Frankfurter Flughafen verzögerte sich zunächst um 90 Minuten, da einige Passagiere nicht eingecheckt hatten. Als das Flugzeug losrollen wollte, verlor ein Reservetank Benzin, was weitere zweieinhalb Stunden Pause bedeutete. Beim Zwischenstopp in Singapur verpassten Martin und Kollegen dann auch noch den Anschlussflug und mussten dort eine Nacht verbringen.

Zweimal knapp bei der Tour verloren

Trotzdem sieht sich Martin gerüstet. Gerade im Zeitfahren hat sich der deutsche Meister im Kampf gegen die Uhr stark verbessert. So hatte er bei der ansonsten enttäuschend verlaufenen Tour de France im Zeitfahren zweimal nur ganz knapp gegen Cancellara den Kürzeren gezogen. "Die Tour ist nicht so gelaufen, weil ich Fehler in der Vorbereitung gemacht habe. Aber ansonsten war die Saison ganz erfolgreich", sagte Martin und verwies auf den Gesamtsieg bei der ENECO-Tour oder die Etappensiege bei der Tour de Suisse und der Kalifornien-Rundfahrt. Das i-Tüpfelchen wäre aber der WM-Titel für den Columbia-Rennfahrer, dessen Teamkamerad Bert Grabsch zweiter deutscher Starter im Zeitfahren ist.

"Bin routinierter und stärker"

Bereits im vergangenen Jahr hatte er als WM-Dritter erstmals auf dem Podium gestanden. "Ich bin routinierter und mental stärker geworden. Bei der ersten WM steht man noch zittrig am Start. Das ist jetzt anders", sagte Martin. Doch als Selbstläufer sieht er den WM-Kampf nicht. "Die Strecke ist für mich nicht optimal. Die Berge sind schon steil. Das kann einen aus dem Rhythmus bringen", erklärte der Youngster. Für das Duell mit Cancellara mache dies aber keinen Unterschied. Dafür seien beide zu ähnlich.

Sollte es mit einer Medaille oder gar dem Sieg am Donnerstag nicht klappen, bliebe Martin noch das Straßenrennen am Sonntag. "Im Vordergrund steht da aber Andre Greipel. Ich werde alles für ihn geben. Aber ich bin schon häufig als Helfer ins Rennen gegangen und war dann Kapitän", ergänzte Martin. So wie bei der Tour 2009, als sein Stern im Columbia-Team aufgegangen war. Über eine Woche hatte er das Weiße Trikot getragen und am vorletzten Tag auch noch als Zweiter den Mont Ventoux erstürmt.

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