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Armstrong eröffnet Psycho-Krieg

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Tour de France - Astana  

Armstrong eröffnet Psycho-Krieg

07.07.2009, 17:05 Uhr | sid

Lance Armstrong fühlt sich insgeheim als der Leader im Team (Foto: imago)Lance Armstrong fühlt sich insgeheim als der Leader im Team (Foto: imago) Lance Armstrong fährt die "linke Tour" - und das Astana-Team steht vor einer Zerreißprobe. Noch vor den ersten Bergen hat der 37-Jährige bei der Tour de France den Psycho-Krieg gegen seinen teaminternen Rivalen Alberto Contador eröffnet und die Hierarchie öffentlich infrage gestellt.

"Ich verstehe nicht, warum es nur einen Kapitän geben sollte. Mir ist das ganze Gerede darüber egal. Ich habe siebenmal die Tour gewonnen. Ich verdiene ein wenig Respekt", sagte Armstrong und meldete offen Führungsansprüche an.

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Wieder in einer komfortablen Situation

Armstrong dreht wie zu besten Zeiten bei der Tour wieder am großen Rad, eine Nebenrolle war ihm ohnehin von Anfang an zuwider. Und nach dem Coup in La Grande-Motte, wo der Texaner seinen elf Jahre jüngeren Kollegen "in die Falle lockte und mit den Columbia-Rivalen gemeinsame Sache machte" (L'Equipe), ist der Rückkehrer in einer komfortablen Situation. 19 Sekunden in der Gesamtwertung vor Contador liegend hat Armstrong wieder alle Freiheiten.

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Armstrong stichelt weiter

Und die nimmt sich der "Meister der psychologischen Kriegsführung" auch heraus. Armstrong versuchte erst gar nicht, die Wogen zu glätten und stichelte gegen Contador. "Man braucht keinen Nobelpreis, um zu wissen, dass man bei derartigen Windverhältnissen aufpassen und vorne mitfahren muss", meinte der Rückkehrer mit Blick auf den kleinen Spanier. Contador hatte die Attacke der 27-köpfigen Spitzengruppe um das komplette Columbia-Team am Montag verpasst.

Contador hofft auf die Berge

Am Dienstag musste die beiden Kontrahenten im Mannschaftszeitfahren in Montpellier wieder Seite an Seite kämpfen, aber für Zündstoff dürfte in den nächsten Tagen jedenfalls gesorgt sein. Der stille Contador, ohnehin kein Freund des Medienprofis Armstrong, verzichtete auf eine verbale Antwort und setzt auf die Berge. "Ich werde die Teamtaktik nicht kommentieren. Da kann sich jeder eine eigene Meinung darüber bilden. Die Tour wird jedenfalls nicht durch so etwas entschieden", sagte der Gesamtsieger von 2007.

"Alberto bleibt unser Kapitän"

Die Sportliche Leitung wollte den Vorfall herunterspielen. Armstrong hätte "Freie Fahrt" erhalten, da in der Spitzengruppe keiner der Favoriten vertreten gewesen sei, sagte Teamchef Johan Bruyneel, und der Sportliche Leiter Alain Gallopin ergänzte: "Alberto bleibt unser Kapitän. Es hat sich nichts geändert. Armstrong hat ein wenig Zeit gewonnen, aber das ist für die Tour nicht entscheidend."

"Dicke Luft" gab es schon öfters

Ein derartiges Duell zweier Stallgefährten ist bei der Tour nicht neu. War die Machtübernahme von Jan Ullrich im Telekom-Team 1997 gegen Bjarne Riis noch friedlich verlaufen, hatte 1986 das Duell Bernard Hinault-Greg LeMond seitenweise die Blätter gefüllt. Der fünfmalige Toursieger Hinault hatte dabei sein Versprechen gebrochen und seinen Teamkollegen attackiert. Am Ende setzte sich aber trotzdem der jüngere Amerikaner durch.1949 herrschte dicke Luft im italienischen Team, als Fausto Coppi und Gino Bartali mit Siegansprüchen in die Tour gegangen waren. Am Ende schlossen beide eine Pakt. Auch hier triumphierte schließlich der jüngere Coppi. Wenigstens die Geschichte ist für Contador ein gutes Omen.

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