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Nach Urin-Attacke: Froome-Team unter Polizeischutz


Vergiftete Atmosphäre bei der Tour  

Nach Urin-Attacke: Froome-Team unter Polizeischutz

19.07.2015, 16:13 Uhr | dpa

Nach Urin-Attacke: Froome-Team unter Polizeischutz. Christopher Froome fühlt sich zu Unrecht an den Pranger gestellt. (Quelle: imago images/Belga)

Christopher Froome fühlt sich zu Unrecht an den Pranger gestellt. (Quelle: Belga/imago images)

Nach der Urin-Attacke gegen Christopher Froome ist das britische Team Sky vor der 15. Etappe nach Valence unter Polizeischutz gestellt worden. Sechs Beamte bewachten die Fahrer vor dem Bus. Froome, Spitzenreiter der Tour de France, war auf der 14. Etappe nach Mende mit einem Becher Urin beworfen worden.

Sein Sky-Team muss sich schon seit Tagen mit Anfeindungen vom Straßenrand auseinandersetzen. Froomes Kollege Richie Porte gab an, er sei auf der Etappe nach Le Pierre-Saint-Martin von einem Zuschauer in die Rippen geschlagen worden. Außerdem soll das Teamauto mit vollen Cola-Dosen beworfen worden sein.

"Eine Art Fußball-Mob"

Sky-Teamchef Dave Brailsford beschrieb Teile des Publikums als "eine Art Fußball-Mob" und Sportdirektor Nicolas Portal ergänzte: "Wo soll das eines Tages hinführen? Ist es bald so wie im Fußball, wo Leute über den Zaun springen und Waffen in der Hand haben?"

"Ignorante, unverantwortliche Dummköpfe"

Die Atmosphäre ist offensichtlich vergiftet, dem Mann in Gelb und seinen Kollegen schlägt fast schon blanker Hass entgegen. Schuld haben nach Meinung von Froomes Frau Michelle die früheren Profis und jetzigen TV-Experten Laurent Jalabert und Cedric Vasseur, das Tour-Zentralorgan "L'Équipe" sowie der frühere Festina-Trainer Antoine Vayer. Michelle Froome sezeichnete sie in einem Tweet als "ignorante, unverantwortliche Dummköpfe".

Froome selbst nahm ebenfalls kein Blatt vor den Mund: "Ich denke die Berichterstattung über das Rennen ist mitunter unverantwortlich und ich gebe ihnen die Schuld dafür. Wen ich meine, wissen diese Leute selbst. Es sind nicht mehr die Sportler, die respektlos gegenüber dem Radsport sind, es sind diese Leute." Sie trügen seiner Meinung nach die Hauptschuld an der - für den Radsport eher unüblichen - Aggressivität.

Froome, der nicht müde wird, sich "als sauber" zu bezeichnen, nächtliche Doping-Kontrollen befürwortet, mit dem Weltverband UCI kooperiert und unabhängige WADA-Tests anbietet, will sich nicht zermürben lassen. "Wenn das Teil des Prozesses ist, um den Sport besser zu machen, dann gehe ich da durch. Ich gebe das Rennen nicht wegen einiger Kerle auf, die mich beleidigen oder sonst etwas machen", sagte er.

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