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Wimbledon: Der Aufstieg des Herrn Lu aus Taiwan

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Herr Lu kann Hühner fangen und Tennis spielen

29.05.2015, 02:04 Uhr | sid, sid

Wimbledon: Der Aufstieg des Herrn Lu aus Taiwan.

Lu Yen-Hsun bezwingt in Wimbledon überraschend Andy Roddick und steht im Viertelfinale. (Foto: dpa)

Natürlich hat Staatspräsident Ma Ying-jeou sofort ein Glückwunschtelegramm geschickt. Ganz Taiwan ist stolz auf Lu Yen-Hsun, den Sohn eines Hühnerzüchters aus Taipeh, der bei den 124. All England Championships den Vorjahresfinalisten Andy Roddick völlig überraschend in fünf Sätzen eliminierte. Damit erreichte er als erster Asiate seit 15 Jahren das Viertelfinale beim bedeutendsten Tennis-Turnier der Welt.

Mit einem weiteren Erfolg in der Runde der letzten Acht gegen den Serben Novak Djokovic würde der 26-Jährige sogar als erster Asiate im Halbfinale Tennisgeschichte schreiben - und Dirk Hordorff schriebe mit. Der Deutsche kann und will seinen Stolz auf den Erfolg des jungen Herrn Lu gar nicht verbergen. Seit 2003 kümmert sich der langjährige Coach von Rainer Schüttler um den Nationalchinesen. "Er ist sehr fleißig, respektvoll und höflich und er hat sein Potenzial noch nicht ausgeschöpft", sagt Hordorff.

Als Schüttler beim ATP-Finale in Houston antrat, war Lu Trainingspartner und auf sich alleine gestellt, ohne Coach, ohne Manager. Aber mit so viel Talent gesegnet, dass er in einem Trainingsmatch auch den Schweizer Roger Federer bezwang. Seitdem gehört er Hordorffs Trainingsgruppe an.

Durch den Vater zum Tennis gekommen

Wie aber kommt jemand aus Taiwan zum Tennis? "Ich habe mit meinem Vater gemeinsam begonnen", erzählt Lu, "auch als ich auf die High School gegangen bin, hat er noch viel Zeit mit mir verbracht, mich zum Training gefahren und so." Um so mehr nagt es an dem 26-Jährigen, dass sein Vater den größten Erfolg seiner Karriere nicht mehr erleben konnte: "Er ist vor zehn Jahren gestorben, ich hoffe, er schaut aus dem Himmel zu."

Aus Yen-Hsun wird Randy

Während der High School und dem Sportstudium hat er seine Tenniskarriere verfolgt. Die Option, in den väterlichen Betrieb einzusteigen, gab es nie: "Das stinkt ziemlich." Aber natürlich hat er dort gelernt, Hühner zu fangen: "Der Trick ist, das im Dunkeln zu machen, dann sehen sie nichts." Das alles erzählt Lu in gutem Englisch, auch wenn es Hordorff noch nicht flüssig genug ist. Weil der Englischlehrer Probleme hatte, seinen chinesischen Namen richtig auszusprechen, nannte sich Yen-Hsun fortan "Randy". Das macht es auch für Hordorff einfacher seine Schützling anzusprechen.

Neben dem Trainer gehören noch ein deutscher und ein taiwanesischer Physiotherapeut sowie der Kapitän des taiwanesischen Davis-Cup-Teams zum Stab. Hordorffs deutsche oder englische Anweisungen werden dann ins Chinesische übersetzt. Ein Bandscheibenvorfall und Pfeiffersches Drüsenfieber haben die Karriere des Weltranglisten-81. bisher zweimal unterbrochen. Gute Ergebnisse, wie den Erstrundensieg gegen den Briten Andy Murray bei den Olympischen Spielen 2008, hatte er schon immer mal, allein es fehlte der Durchbruch.

Erst Roddick, jetzt Djokovic?

"Es gibt Turniere, da passt alles zusammen, wie bei Rainers Wimbledon-Halbfinale 2008", sagt Hordorff. Lu schlägt sehr solide auf, ist schnell, hat eine tolle Rückhand und returniert stark. Hordorff war sich deshalb sicher, dass ihm Roddick mehr liegt als Florian Mayer in der Runde zuvor: "Mayer spielt variabler von hinten mit mehr Tempowechseln." Der Deutsche musste mit einer Muskelverletzung das Match aufgeben.

Und nun also Djokovic. In ganz Taiwan werden wieder die TV-Geräte flimmern. Wo sonst nur Baseballspieler Sportstars sind, ist Lu auf dem Weg zum Idol. "Ich kann nicht versprechen, dass ich gegen Djokovic gewinnen werde", sagt Randy Lu, "aber ich werde kämpfen bis zum Ende und mein Bestes geben."

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