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Federer sorgt mit Absage für Verärgerung in Halle

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Federer sorgt für Verärgerung

07.06.2011, 15:39 Uhr | dapd

Federer sorgt mit Absage für Verärgerung in Halle. Augen zu und durch: Roger Federer macht sich unbeliebt. (Foto: imago)

Augen zu und durch: Roger Federer macht sich unbeliebt. (Foto: imago)

Der Liebling macht sich unbeliebt. Roger Federer hat mit seiner kurzfristigen Absage beim Rasen-Tennisturnier im westfälischen Halle für Verärgerung gesorgt. Wütend reagierte vor allem Ralf Weber, als ihm die schriftliche Krankmeldung am Ende des ersten Spieltages vorgelegt wurde. "Das ist für mich eine persönliche Enttäuschung. Ein Schock", sagte der Turnierdirektor. Dem ungewöhnlich scharfen Rüffel an dem Schweizer, der sich erst vor einem Jahr vertraglich verpflichtet hatte, bis an sein Karriereende in Ostwestfalen zu spielen, sollen Konsequenzen folgen. Sogar von einer Geldstrafe war die Rede.

"Wir gehen nicht einfach zur Tagesordnung über", sagte Weber und kündigte rasche Gespräche mit Rafael Nadal und Novak Djokovic an, die Federer vor Wimbledon zuletzt aus dem Weg gegangen sind. Das Management von Nadal und Djokovic habe bereits Gesprächsbereitschaft signalisiert, erklärte Weber und kündigte an: "Ich werde zeitnah auch mit anderen Topstars sprechen."

Wenn ein Weltstar nicht will, will er nicht

"Der Rückzug von Roger kam aus heiterem Himmel für uns", sagte Weber. Dabei seien dem Schweizer wieder alle Wünsche erfüllt worden. "Es war für ihn vom Privatjet bis zum Kindermädchen alles vorbereitet." Doch wenn ein Weltstar nicht will, dann stehe man dem "völlig machtlos gegenüber". In Wimbledon soll es eine Aussprache zwischen Federer und Weber geben. Ob das allerdings zur Beilegung des Zwists führt, ist fraglich. Obwohl Weber betonte: "Kein Spieler hat dem Turnier so viel internationale Reputation verschafft wie Roger."

Zwei Tage hatten sie dem 29 Jahre alten Federer nach seiner Viersatz-Niederlage bei den French Open gegen Nadal Zeit gegeben, die müden Knochen zu pflegen und sich zu erholen. Erst am Mittwoch sollte er sein erstes Match spielen - gegen Lleyton Hewitt, der ihm im Finale 2010 den Titel weggeschnappt hatte. Der in der Weltrangliste nur noch auf Position 73 geführte Australier ist in Halle nicht gesetzt, was zu der Auslosung geführt hatte.

Federer möchte kein Risiko eingehen

Die offizielle Begründung für den Verzicht des Schweizers liest sich nüchtern: "Ich bin sehr enttäuscht, nicht spielen zu können, da das Turnier zu meinen Favoriten auf der ATP Tour zählt", erklärte Federer auf seiner Homepage. "Aber ich muss meinem Körper, vor allem meiner Leiste, Ruhe gönnen. Nach einem Gespräch mit meinem Team fühle ich, dass das Risiko zu groß ist, dass es sich vor Wimbledon verschlimmern könnte."

Mit der diplomatischen Erklärung konnte Federer Turnierchef in Halle allerdings nicht milde stimmen. "Die Planungen waren ein Jahr lang fast ausschließlich auf Rogers Start bei uns konzentriert", erklärte Weber. Er erwarte, dass der "Lifetime Contract" mit dem Eidgenossen "auch mit Leben erfüllt wird - und nicht nur eine Absichtserklärung ist". Für dieses Mal will er die Zuschauer mit einem 20-prozentigen Nachlass auf die Tickets an zwei Turniertagen trösten.

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