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Ministerium zeigt kein Mitleid mit Claudia Pechstein

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Ministerium bleibt hart - Pechstein will weiter kämpfen

16.09.2010, 19:30 Uhr | sid, sid

Ministerium zeigt kein Mitleid mit Claudia Pechstein. Claudia Pechstein soll laut Ministerium den Polizeidienst antreten. (Foto: dpa)

Claudia Pechstein soll laut Ministerium den Polizeidienst antreten. (Foto: dpa)

Bundesinnenminister Thomas de Maiziere zeigte nach dem Nervenzusammenbruch von Claudia Pechstein kein Mitleid. Die Eisschnellläuferin muss abtrainieren und zum Dienst antreten. Der oberste Dienstherr beharrte darauf, dass seine Polizeihauptmeisterin demnächst in blauer Uniform den Bürodienst aufnimmt. Pechstein gab sich derweil trotz ihres Zusammenbruchs kämpferisch und wird ihre Karriere wohl fortsetzen. De Maiziere und die Bundespolizei strichen der wegen erhöhter Blutwerte gesperrten Eisschnellläuferin den Sonderurlaub, um nicht gegen das Sportrecht zu verstoßen.

"Der Antrag von Frau Pechstein war ausdrücklich mit dem Zweck der Vorbereitung auf Wettkämpfe nach Ablauf der Sperre begründet. Mit einer Gewährung wäre einer teilweisen Umgehung des Trainingsverbotes Vorschub geleistet worden", teilte ein Sprecher des Bundesministerium des Innern (BMI) mit. Nach der Sperre durch den Weltverband wollte das BMI der Läuferin auf keinen Fall einen Freifahrtsschein austellen. Die Behörde betonte, dass man die 38-Jährige auch konsequenterweise aus der Sportförderung genommen habe: "Frau Pechstein versieht normalen Polizeidienst. Damit dokumentiert die Bundespolizei, dass sie sich strikt an das Sanktionsziel hält."

Training ist Teil der Therapie

Den Bürodienst in einer Berliner Dienststelle wird Pechstein aber so schnell nicht antreten. Die Berlinerin ist nach ihrem Kollaps krankgeschrieben und von der psychologischen in psychiatrische Behandlung überwiesen worden. Eine baldige Rückkehr aufs Eis ist dennoch nicht ausgeschlossen. "Zu ihrer Therapie gehören nicht nur die psychiatrischen Sitzungen sondern auch das Training nach eigenem Ermessen", sagte Manager Ralf Grengel.

Manager sieht ein Berufsverbot

Und auch der Sport-Psychologe Michael Kellmann hält eine Rückkehr aus gesundheitlichen Gründen für möglich: "Ein Nervenzusammenbruch muss nicht zwingend das Karriereende sein. Das wäre nur der Fall, wenn sie nicht mehr trainingsfähig und in Folge dessen auch nicht leistungsfähig wäre." Für Pechsteins Manager kommt die Streichung des "Sonderurlaubs unter Wegfall der Bezüge" einem Berufsverbot gleich. "Claudia war in den vergangenen 15 Jahren nicht Polizistin sondern Berufssportlerin, deren Aufgabe es war, für Deutschland möglichst viele Medaillen zu gewinnen", sagte Grengel.

Sonderurlaub soll eingeklagt werden

Besonders sauer ist Grengel, dass das BMI mit seinem Plan zum Abtrainieren bereits das Karriereende Pechsteins einleiten wolle. Es gebe keinen Grund ihr vorzuschreiben, wann sie ihre Laufbahn zu beenden habe. "So ein Vorgehen ihres Dienstherrn ist alles andere als stilbildend", sagte Grengel. Irritiert sei man auch von der Bundespolizei, die den Vorschlag auf Antrag eines Sonderurlaubs gemacht habe. Die Behörde in Potsdam wollte dazu keine Stellung nehmen. Pechsteins Anwalt will auf juristischem Wege einen Sonderurlaub einklagen.

Kein Zeichen von Resignation

Die Reaktion im Pechstein-Lager macht deutlich, dass trotz der schweren Erkrankung nicht an Aufgabe gedacht wird. Die mehrfache Olympiasiegerin wird ihren Kampf um Rehabilitation fortsetzen und zur Not zivilrechtlich vor den Europäischen Gerichtshof ziehen. "Letztendlich kennen wir sie als große Kämpferin. Das muss nicht das Ende ihrer Karriere sein", sagte Grengel nach der Entscheidung des BMI.

An einen Erfolg vor den Sportgerichten glaubt selbst das Pechstein-Lager kaum noch. In den nächsten Wochen wird die Entscheidung vor dem Schweizer Bundesgericht erwartet. Dort wird das Verfahren um die Bestätigung ihrer Sperre durch den Internationalen Sportgerichtshof CAS geprüft. "Wir haben uns darauf eingestellt, dass sich an den sportpolitischen Entscheidungen gegen Claudia kaum noch etwas ändern wird", sagte Grengel.

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