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Nachbar wegen Angriff auf Georg Hackl verurteilt

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Nachbar wegen Angriff auf Georg Hackl verurteilt

05.12.2012, 17:50 Uhr | dpa

Nachbar wegen Angriff auf Georg Hackl verurteilt. Georg Hackl im Gerichtssaal in Laufen. (Quelle: dpa)

Georg Hackl im Gerichtssaal in Laufen. (Quelle: dpa)

Wegen eines Angriffs auf Rodel-Legende Georg Hackl ist dessen Nachbar zu acht Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Das Amtsgericht Laufen sah es als erwiesen an, dass der 65-Jährige dem dreifachen Olympiasieger aus Bayern bei einem Streit ums Schneeräumen in Bischofswiesen im Berchtesgadener Land einen 50 Zentimeter langen Eisennagel ins Gesicht schlug. Hackl hatte bei dem Vorfall eine stark blutende Platzwunde über dem linken Ohr sowie eine Schädelprellung erlitten.

Das Gericht verurteilte den Nachbarn wegen gefährlicher Körperverletzung zu acht Monaten Haft auf Bewährung. Der Verurteilte muss zusätzlich zur Bewährungsstrafe 2000 Euro an den Kinderschutzbund zahlen. Der Staatsanwalt hatte im Prozess neun Monate zur Bewährung gefordert, der Verteidiger auf Freispruch plädiert.

Aussage gegen Aussage

Dass der Nachbar wegen eines Streits ums Schneeräumen mit einem 50 Zentimeter langen Stahlnagel auf ihn losgehen würde, hätte Hackl sich nicht träumen lassen."Ich war überzeugt, er kann nicht zuschlagen", sagte der als Zeuge geladene und als Nebenkläger auftretende 46-Jährige vor dem Amtsgericht Laufen. Schnell war in der Verhandlung klar geworden, dass Aussage gegen Aussage steht, was den Tatablauf an jenem Mittag betrifft.

Der Angeklagte - ein bisher unbescholtener pensionierter Postbeamter - berichtete, Hackl habe mit der Schneefräse die auf der Terrasse stehende Ehefrau des Nachbarn regelrecht zugeschüttet. "Die sah aus wie ein Schneemann", sagte der Nachbar. Nachdem er ihn erfolglos aufgefordert habe, das Schneeräumen in seinen Garten einzustellen, habe er den 46-Jährigen mit dem Gartenschlauch nass gespritzt. "Dann hat er eine Stange von seiner Fräse genommen und auf mich eingeschlagen", sagt der 65-Jährige. Er sei dadurch an der Schulter verletzt worden und habe sich mit dem langen Stahlnagel lediglich gewehrt.

Wunde muss genäht werden

Ganz anders war die Version von Hackl. Er schildert seinen Nachbarn als sehr aggressiv. Als er vom Wasser aus dem Gartenschlauch nassgeworden sei, "dachte ich, nanu, wo kommt das denn her?" Schnellen Schrittes sei der Nachbar dann auf ihn losgegangen und habe mit dem Nagel zugeschlagen. Über dem linken Ohr erlitt Hackl eine stark blutende Platzwunde. "Ich habe sofort die warme Brühe gespürt", schilderte der ehemalige Rennrodler. Die Mütze, die er getragen hatte, "war voller Blut". Die Wunde musste genäht werden.

"Damit ich auch was in der Hand habe", habe er sich schon zuvor mit dem Plastikstock bewaffnet. Er versicherte dem Richter aber mehrfach, den Angeklagten nicht einmal berührt, geschweige denn geschlagen zu haben. "Ich hatte gar keine Gelegenheit zur Gegenwehr", sagte Hackl. Dann flüchtete er ins Haus, sperrte die Tür ab, und rief Polizei und Sanitäter.

Aussage der Mutter gibt den Ausschlag

Es folgten Strafanzeigen beider Streithähne, die Ermittlungen wurden aber eingestellt - bis sich die Mutter von Hackl meldete und die Version ihres Sohnes bestätigte. Das Verfahren wurde wieder aufgenommen, es kam zur Anklage gegen den Nachbarn. Die Aussage der Mutter, die das Geschehen vom Balkon aus verfolgt haben will, gab denn auch bei der Urteilsverkündung den Ausschlag. Der Richter ließ keinen Zweifel, dass er der 66-Jährigen glaubt.

Nach der Urteilsverkündung sagte ein nachdenklicher Hackl, den alle eher als Spaßvogel kennen, er sei zwar froh, dass es dem Angeklagten vor Gericht nicht gelungen sei, die Wahrheit umzudrehen. Er sei aber betrübt darüber, "dass ich meine Mutter nun neben diesem renitenten Nachbarn zurücklassen muss". Denn Hackl selbst zieht gerade in ein neu gebautes Haus um. Der erfolgsverwöhnte Rodelweltmeister ist des Streitens mit dem Nachbarn überdrüssig - laut der Nachrichtenagentur dpa liegen die beiden Familien in dem beschaulichen Ort Bischofswiesen seit Generationen im Clinch.

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