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Rodel-WM 2016: Deutsche sind Top-Favoriten am Königssee

Heimspiel für Felix Loch und Co.  

Deutsche Rodler fahren als Top-Favoriten zur WM

28.01.2016, 14:38 Uhr | sid

Rodel-WM 2016: Deutsche sind Top-Favoriten am Königssee. Felix Loch freut sich schon darauf, vor den eigenen Fans bei der Heim-WM am Königssee anzutreten. (Quelle: imago-Gerhard König)

Felix Loch freut sich schon darauf, vor den eigenen Fans bei der Heim-WM am Königssee anzutreten. (Quelle: imago-Gerhard König)

Auf der Jagd nach dem WM-Rekord muss Felix Loch nicht nach dem Weg fragen. Gerade mal zehn Minuten braucht der Olympiasieger von seiner Haustür bis zur Rodelbahn am Königssee, mehr Heimspiel geht nicht für den 26-Jährigen. An diesem Wochenende steigen in Bayern die Weltmeisterschaften, und nicht nur Loch kennt jeden Zentimeter der Bahn. Das gesamte deutsche Team ist auf Medaillen-Jagd, ein "Goldrausch dahoam" ist angestrebt.

"Vor den eigenen Fans anzutreten, das ist etwas ganz Besonderes, ich freue mich sehr darauf", sagt Loch, und es gibt einen besonderen Anreiz. So viele Goldmedaillen wie nie zuvor werden am Königssee vergeben, dafür sorgt eine WM-Premiere: Vor den Rennen der Doppelsitzer, Frauen (jeweils Samstag) und Männer (Sonntag) werden bereits am Freitag in jeder Disziplin die neu eingeführten Sprints ausgetragen. Mit der abschließenden Teamstaffel macht das gleich siebenmal die Chance auf Gold. Und es spricht nichts dagegen, dass alle Titel in Deutschland bleiben.

Konkurrenz untereinander ist groß

Loch will nach dem überraschenden zweiten Platz bei der WM 2015 in Lettland seinen Status als weltbester Rodler unterstreichen, seine Teamkollegen Natalie Geisenberger und Tobias Wendl/Tobias Arlt im Doppel treten gar als Olympiasieger und Weltmeister an. Und auch die größten Konkurrenten der Bayern kommen aus Deutschland, so ist Tatjana Hüfner und Dajana Eitberger ein Sieg gegen Geisenberger zuzutrauen. Im Doppel wollen Toni Eggert/Sascha Benecken mal wieder ein erfolgreiches Kapitel im ewigen Duell mit Wendl/Arlt schreiben.

Die Euphorie ist groß vor der Heim-WM, der Glaube an die eigene Stärke ebenfalls - zumindest bis zum Jahreswechsel waren Zweifel daran durchaus erlaubt, denn die Saison begann holprig. Bis zum vierten Weltcup mussten Loch und Geisenberger auf ihren jeweils ersten Sieg des Winters warten, gerade Loch wurde durch eigene Fehler zurückgeworfen. Aufs Gemüt habe das jedoch zu keinem Zeitpunkt gedrückt, beteuert er.

Loch zweifelte nie an sich selbst

"Ich weiß ja, was ich kann, und daran habe ich nie gezweifelt", sagt Loch, der wie Geisenberger pünktlich zur WM wieder den Gesamtweltcup anführt: "Mein Selbstvertrauen war immer intakt. Es waren einfach individuelle Fehler." Ohne diese, das sagt auch Bundestrainer Norbert Loch über seinen Sohn, "wäre Felix von Anfang an vorne gewesen. Jetzt stimmt es wieder, und das ganze Team hat sich an ihm aufgerichtet."

"Man kann den Heimvorteil nicht leugnen"

Auch die neue Heimstärke der Nordamerikaner auf ihren Heimbahnen hatte den Deutschen in der ersten Saisonhälfte zu schaffen gemacht, "die Konkurrenz arbeitet eben hart, und sie kopiert ein bisschen unser System", sagt Loch senior - für den Sport war das ein gutes Zeichen. An den Vorzeichen für den Königssee ändert das allerdings nichts.

"Wenn es nach Europa geht, rückt sich das Ganze wieder zurecht", sagt auch Rodellegende Georg Hackl, heute Teil des deutschen Trainerteams: "Man kann den Heimvorteil in unserer Sportart einfach nicht leugnen." Alles andere als deutsche Siege in allen Disziplinen wären am Wochenende eine kleine Sensation.

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