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Eurovision Song Contest findet 2019 in Tel Aviv statt

Der 64. ESC  

Eurovision Song Contest findet 2019 in Tel Aviv statt

14.09.2018, 14:50 Uhr | dpa, mho, t-online.de

Eurovision Song Contest findet 2019 in Tel Aviv statt. Netta hat sich beim ESC in Portugal durchgesetzt.

Netta hat sich beim ESC in Portugal durchgesetzt. Foto: Jörg Carstensen. (Quelle: dpa)

In diesem Jahr gewann Netta den Eurovision Song Contest, holte den Wettbewerb 2019 damit nach Israel. Nun steht der Austragungsort fest: Tel Aviv.

Auf der Homepage des Eurovision Song Contest wird dies mitgeteilt. Und auch, dass das ESC-Finale am 18. Mai 2019 stattfinden soll. Mit dem International Convention Center wurde auch schon ein genauer Veranstaltungsort in der israelischen Küstenstadt Tel Aviv ausgewählt.

Garantien für Sicherheit und Bewegungsfreiheit erwartet

Unstimmigkeiten zwischen der EBU (Europäische Rundfunkunion) und der israelischen Regierung wegen möglicher Visa-Beschränkungen für Teilnehmer könnten wohl in den kommenden Tagen ausgeräumt werden. "Wir erwarten, in dieser Woche Garantien vom Ministerpräsidenten zu erhalten, bezüglich der Sicherheit und der Bewegungsfreiheit für jeden, der zu der Veranstaltung kommt", sagte Frank-Dieter Freiling, Vorsitzender der Eurovision-Song-Contest-Referenzgruppe.

Die EBU hat nach Medienberichten unter anderem die Zusage von Israel gefordert, dass Visa ohne Blick auf politische Ansichten vergeben werden. Israel hatte im Januar angekündigt, Aktivisten bestimmter Organisationen, die zu einem Israel-Boykott aufrufen, die Einreise zu verweigern.

EBU fordert keine Beschränkungen durch Sabbat

Den Berichten zufolge fordert die EBU auch keine Beschränkungen durch die religiösen Vorschriften für den Sabbat, den jüdischen Ruhetag. Das Finale des Eurovision Song Contest (ESC) findet traditionell am Samstagabend statt, direkt zum Ende des Sabbat. Proben müssten allerdings währenddessen stattfinden. Nach jüdischem Religionsgesetz ist an dem Tag jedoch jegliche Arbeit verboten. Der stellvertretende Gesundheitsminister Jakov Litzman hatte bereits gefordert, durch die Vorbereitungen des Wettbewerbs dürfe der Sabbat nicht verletzt werden.

Tel Avivs Bürgermeister Ron Chuldai hingegen hatte nach Angaben der Nachrichtenseite "ynet" der EBU bereits zuvor zugesichert, dass das Kongresszentrum im Norden der 430.000-Einwohner-Stadt als Veranstaltungsort durchgängig genutzt werden könne. Zudem werde es in der Stadt auch am Sabbat öffentlichen Nahverkehr geben.

Jerusalem zu unsicher als Austragungsort

Bereits in den vergangenen Monaten hatte es immer wieder Querelen um Israel als ESC-Gastland gegeben. So gab es unter anderem massiven Streit in der rechts-religiösen Regierung um den Austragungsort. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte zunächst fest mit Jerusalem geplant – so wie 1999, als Israel zuletzt Gastgeber des ESC war. Doch Jerusalem gilt aus politischen Gründen als heikel, weil es ein zentraler Zankapfel im Nahost-Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern ist.

Letztlich setzte sich Tel Aviv im Wettbewerb gegen Jerusalem, Eilat und Haifa durch. Im August gab es wiederum Ärger um die Finanzierung der millionenschweren Veranstaltung zwischen Regierung und dem zuständigen Fernsehsender Kan. Im Juni kam es zum Streit zwischen der Regierung und der EBU wegen geplanter rechtlicher Vorgaben für die Struktur des Senders.

Boykottaufruf wegen Menschenrechtsverletzungen

Dutzende Kulturschaffende unter anderem aus Großbritannien sprachen sich außerdem erst vergangene Woche gegen die Ausrichtung des ESC in Israel aus. Als Grund für den Boykottaufruf nannten sie Menschenrechtsverletzungen des Landes gegen Palästinenser. Die EBU teilte anschließend mit, Mitglieder könnten noch bis Oktober ihre Teilnahme am ESC bestätigen.

Die Türkei hat allerdings bereits angekündigt, keinen Vertreter zum ESC zu schicken. Als Grund verwies der Direktor des Staatssenders TRT, Ibrahim Eren, unter anderem auf die ESC-Gewinnerin von 2014: die Dragqueen Conchita Wurst. Ein staatlicher Sender könne doch nicht abends – wenn auch noch Kinder zuschauten – live übertragen, wenn ein Österreicher zu sehen sei, "der Bart und einen Rock trägt, sein Geschlecht nicht akzeptiert", sagte er laut dem Sender CNN Türk. Die Eurovision sei von ihren "Werten abgekommen".

Verwendete Quellen:

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