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WDR-Intendant Tom Buhrow kündigt drastische Sparmaßnahmen an

Nach 100 Tagen im Amt  

WDR-Intendant Tom Buhrow kündigt drastische Sparmaßnahmen an

09.10.2013, 11:21 Uhr | dpa

WDR-Intendant Tom Buhrow kündigt drastische Sparmaßnahmen an. WDR-Intendant Tom Buhrow räumt auf. (Quelle: dpa)

WDR-Intendant Tom Buhrow räumt auf. (Quelle: dpa)

100 Tage ist der ehemalige "Tagesthemen"-Moderator Tom Buhrow als WDR-Intendant im Amt und kommt nach einem Kassensturz zu einem alarmierenden Ergebnis: Wenn der WDR nichts tun würde, würde sich bei gleichbleibenden Gebühren in zehn Jahren ein Milliardenloch in seinem Etat ergeben - nur aufgrund der Inflation. "Das ist ein gigantischer struktureller Abgrund."

"Ich bring' die Liebe mit", hatte Buhrow kurz nach seiner Wahl versprochen. Doch nun kündigt er einen massiven Sparkurs an. Der größte ARD-Sender soll tiefgreifend umgebaut werden. "Im Klartext kommt der ganze WDR auf den Prüfstand", sagte Buhrow am Dienstag in Köln.

Einsparungen bei der Filmförderung möglich

Der schon bestehende Sparkurs soll nun verschärft werden: Im Jahr 2015 müssten demnach nicht nur 60 Millionen, sondern 90 Millionen Euro eingespart werden. Bis Ende nächsten Jahres sollen 50 Planstellen aus allen Bereichen abgebaut werden. Betriebsbedingte Kündigungen werde er dabei scheuen "wie der Teufel das Weihwasser", versprach Buhrow. Eine andere Sofortmaßnahme ist der Verkauf der hauseigenen Kunstsammlung, die etwa drei Millionen Euro wert sei. Möglicherweise werde der WDR auch weniger für die Filmförderung tun.

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Buhrow: Wir müssen "crossmedialer" werden

Das sei aber nur der Anfang und reiche keineswegs aus, um das Grundproblem zu lösen, sagte der 55 Jahre alte Journalist. "Das hier kriegen Sie nur hin, wenn Sie strukturelle Maßnahmen ergreifen." Der WDR müsse umgebaut werden. Dies sei auch nicht allein unter Sparaspekten geboten, sondern weil der Rundfunksender sowieso "crossmedialer" werden müsse, um auf die veränderten Gewohnheiten seiner Nutzer zu reagieren. Schritt für Schritt sollen Redaktionen zu größeren Einheiten zusammengelegt werden. Wie der Umbau weiter aussehen wird, muss nach Darstellung Buhrows aber erst noch erarbeitet werden. Der WDR ist mit mehr als 4.000 festen Mitarbeitern und einem Etat von über einer Milliarde Euro die größte ARD-Anstalt und neben der ähnlich großen BBC der größte Rundfunksender Europas.

Obwohl Buhrow die Sparanstrengungen seiner Vorgängerin Monika Piel ausdrücklich lobte, zeigte er sich überrascht von dem "Handlungsdruck", den er bei seinem Amtsantritt vorgefunden habe. "Ich gebe unumwunden zu, dass die Aufgabe viel anspruchsvoller [ist] und einen mehr unter Druck setzt, als ich das in meinen kühnsten Vorstellungen geahnt hatte", sagte er. Dennoch bereue er den Schritt nicht.

"Schöner, wenn man nette Sachen verkünden kann"

Kurz nach seiner Wahl hatte Buhrow noch frohgemut erklärt: "Ich bring' die Liebe mit." Auch jetzt betonte er, dass er den WDR liebe, aber gerade das zwinge ihn zu einschneidenden Maßnahmen. Einzelne würden das mit Sicherheit als bitter empfinden. "Es ist schöner, wenn man nur nette Sachen verkünden kann."

Für eine Gebührenerhöhung

Buhrow stellte klar, dass er weiterhin eine Gebührenerhöhung wolle. Er sei aber Realist genug, um zu erkennen, dass 2015 "nicht mit nennenswerten Beträgen" zu rechnen sei. Deshalb müsse er handeln, und das schnell. "Wir können nicht länger warten." Die Bürger müssten wissen, dass der WDR für weniger Geld nicht immer mehr leisten könne. "Wir müssen uns fragen: Können wir noch die ganze Produktpalette anbieten?" Allerdings werde er versuchen, das Produkt auf keinen Fall zu beschädigen, sagte Buhrow.

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