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Die Burgund-Purpur-Jeans von Paul McCartney

MEINUNGDu willst es doch auch  

Die Burgund-Purpur-Jeans von Paul McCartney

Von Anja Rützel

26.07.2018, 17:25 Uhr
Die Burgund-Purpur-Jeans von Paul McCartney. Paul McCartney: Er gab am Montag ein Geheimkonzert.  (Quelle: Admedia)

Paul McCartney: Er gab am Montag ein Geheimkonzert. (Quelle: Admedia)

Wer am vergangenen Montag nicht wundersamerweise an Karten für ein Geheimkonzert von Paul McCartney kam, kann sich jetzt zumindest eine Mode-Anregung des Ehemals-Beatles notieren: Kleiden wir uns doch mal päpstlicher als der Papst! 

Es gibt bedauerlich wenige Gelegenheiten, an denen man Purpur tragen kann – zumindest, wenn man kein Bischof oder sonst ein hoher geistlicher Würdenträger mit Robenbefugnis ist. Oder eben Altersbeatle Paul McCartney, der zu einer Art Geheimkonzert in den Abbey Road-Studios am Montag eine zumindest stark ins purpurige schwummernde Jeans trug. Er zählt dem allgemeinen Kenntnisstand nach zwar nicht zum religiösen Leitungspersonal, aber da die legendären Studios (nahe des legendären Zebrastreifens, Sie wissen schon) für Beatles-Jüngerinnen und Jünger mindestens dom-mäßige Kniefallqualitäten besitzt, passt das dann schon.

McCartneys leicht angebeutelte, dezent verblichene Buntbeinkleider spielten dabei leicht ins Burgunderrot, gerade so, als habe jemand beim dezent angetüdelten Wäschemachen aus Jux und Tollerei ein Gläschen Rotwein ins Weichspülerfach dazu gekippt, weil die reguläre Anflauschflüssigkeit gerade aus war – was wissen wir schon, wie es bei Popstars so im Wäschekeller so zugeht? Auch Burgunder zählt nun nicht gerade zum klassischen Jeansfarben-Spektrum und verleiht dem darin steckenden Popsenior darum einen leicht hippiesken Bohemian-Touch, ohne ins würdelos geckige abzudriften. Was freilich auch daran liegt, dass Purpur eben nicht nur traditionell zu den Outfit-of-the-day-Standardtönen von Päpsten und Papstähnlichen gehört, sondern im alten Rom auch die Togen der Triumphatoren und des Kaisers zierten. Man muss sich schon sehr bemühen, um mit derart hierarchisch aufgeladenen Buxen auch nur ansatzweise schludrig rüberzukommen. 

Was man leider nicht von allen Denim-Verfärbungen sagen kann, die uns das international verklüngelte Modediktatorenwesen im kommenden Herbst – wirklich, er wird kommen, auch wenn man schon nicht mehr darauf hoffen mag, das auch zu erleben, er wird kommen, er wird uns retten und unsere pochkochenden Stirne kühlen und unsere wirrgeheizten Hirne mit kühlenden Winden wieder auf Betriebstemperatur bringen – im kommenden Herbst also zu tragen zwingen will: Ich sah bereits Jeans in so mittelprächtig begehrenswerten Farben wie Fensterkitt, eingetrockneter Senfglasrand und sonnenferne Blasshaut. "Schön" ist natürlich in den seltenen Fällen ein wirklich ernstzunehmendes Kriterium, aber ernsthaft: Schön war das nicht.

Glauben wir also nicht den zweifelhaften Jeansfärbern, glauben wir lieber Paul McCartney. Und tragen wir also seine Hosen, auch wenn es uns nicht zusteht, weil wir von der Pop-Royalty eines Paul McCartney so weit entfernt sind wie ein nasebohrender Hilfsministrant von den Papstwürden.

Burgund-Jeans, 49,99 Euro 

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