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Gemeinde Severance - Nach fast 100 Jahren: Schüler kippt Schneeball-Wurfverbot

Gemeinde Severance  

Nach fast 100 Jahren: Schüler kippt Schneeball-Wurfverbot

06.12.2018, 09:54 Uhr | dpa

Gemeinde Severance - Nach fast 100 Jahren: Schüler kippt Schneeball-Wurfverbot. Der neunjährige Dane Best vor Gemeinderatsmitgliedern.

Der neunjährige Dane Best vor Gemeinderatsmitgliedern. Foto: Severance Police Department. (Quelle: dpa)

Washington (dpa) - Kurz vor Weihnachten hat ein Grundschüler in den USA das fast hundert Jahre alte Schneeball-Wurfverbot in der Gemeinde Severance im Bundesstaat Colorado gekippt.

Der Gemeinderat sei einem entsprechenden Antrag des Drittklässlers Dane Best (9) einstimmig gefolgt, sagte Gemeindesprecher Kyle Rietkerk am Mittwochabend (Ortszeit) der Deutschen Presse-Agentur. Er bestätigte damit US-Medienberichte. Dane habe vor dem Gemeinderat unter anderem argumentiert: "Jeder in Severance sollte in der Lage sein, eine Schneeballschlacht zu haben, wie überall auf der Welt."

Rietkerk sagte, bei einem Schulausflug zum Bürgermeister und zum Gemeinderat sei den Schülern auch von dem antiquierten Verbot erzählt worden, Schneebälle zu werfen. Ihnen sei außerdem gesagt worden, dass sie auch als Kinder eine Stimme hätten. Bürgermeister Don McLeod sagte dem Sender CNN: "Die Kinder waren total verblüfft, als sie herausfanden, dass sie die ganze Zeit gegen das Gesetz verstoßen haben." Jedes Jahr ermutige er Kinder bei ihrem Besuch, vorhandene Regelungen zu ändern. "Dane war der erste Schüler, der mich beim Wort genommen hat, und ich bin sehr stolz, dass er das getan hat."

Was der Ursprung des Verbots gewesen sei, sei unklar, sagte Rietkerk. "Wir haben wirklich keine Ahnung." Bekannt sei, dass es seine Wurzeln in einer Regelung aus dem Jahr 1921 habe, wonach keine Wurfgeschosse geworfen werden dürften. Die bisher geltende Gemeindeverordnung untersagt, "Steine oder jegliche anderen Wurfgeschosse" auf Menschen, Tiere, Gebäude, Bäume, Fahrzeuge oder anderen öffentlichen oder privaten Besitz zu werfen.

Rietkerk sagte, es sei nicht überliefert, dass Schneeballwürfe jemals tatsächlich geahndet worden seien. In Severance - eine Gemeinde, in der eigenen Angaben zufolge geschätzte "4300 freundliche Menschen" leben - habe es früher mehrere sonderbare Verbote gegeben. So seien der Besitz oder Betrieb von Billardtischen, Dartboards oder Bowlingbahnen im Jahr 1921 nur gegen eine Gebühr von 1000 Dollar erlaubt gewesen - damals horrend viel Geld. Nach der Ratsentscheidung postete die Gemeinde am vergangenen Montag auf ihrer Facebookseite: "Schneeballschlachten sind jetzt legal in Severance! Glückwunsch, Dane!"

Dane wurde in seinem Anliegen mit Briefen von seiner Lehrerin und seinen Klassenkameraden aus der Range-View-Grundschule unterstützt. Lehrerin Shannon Fisher schrieb: "Meine Schüler waren schockiert, herauszufinden, dass es illegal ist, in Severance einen Schneeball zu werfen." Eine Drittklässlerin namens Kendra argumentierte: "Im Winter würde es Spaß machen, Schneebälle zu werfen." Ihr Klassenkamerad Dustin meinte, es sei nicht fair für die Bewohner von Severance, nicht zu wissen, wie es sei, einen Schneeball zu werfen.

Der lokale Sender CBS4 berichtete unter Berufung auf Danes Eltern, der Junge könne als nächstes womöglich eine weitere Regelung in Severance anfechten: Derzeit dürfe jeder Haushalt in der Gemeinde nur drei Haustiere halten, und als Haustiere würden nur Hunde und Katzen gelten. Dane habe dagegen ein - derzeit noch illegales - Meerschweinchen.

Severance ist eine kleine Gemeinde rund 100 Kilometer nördlich von Denver und liegt im Norden Colorados, wo es im Winter viel schneit. Unmittelbar nach der Ratsentscheidung lag allerdings kein Schnee. Trotzdem konnte Dane bereits den ersten "legalen" Wurf machen - mit einem Schneeball aus dem Eisschrank.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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