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Mehr Transparenz via App: EZB öffnet Türen zur Kunst

Mehr Transparenz via App  

EZB öffnet Türen zur Kunst

01.03.2019, 15:02 Uhr | dpa

Mehr Transparenz via App: EZB öffnet Türen zur Kunst. Das Werk "Doryphoros" des Künstlers Roman Stetina in der Zentrale der EZB in Frankfurt.

Das Werk "Doryphoros" des Künstlers Roman Stetina in der Zentrale der EZB in Frankfurt. Foto: Boris Roessler. (Quelle: dpa)

Frankfurt/Main (dpa) - Auf dem Weg zu den großen Konferenzsälen der Europäischen Zentralbank (EZB) wird der Besucher von Farben aus leuchtendem Orange und Violett geblendet.

Auf einem zwei Meter hohen Ölgemälde sitzt inmitten einer asiatisch anmutenden Landschaft ein glatzköpfiger Mann. Er scheint bei der Gartenarbeit ganz in sich zu ruhen. "Landschappeling" (Landschaftsgestaltung) hat der belgische Künstler Hans Vandekerckhove sein Bild genannt. Mit seinem meditativen Charakter kann es als Symbol für die vielen Konferenzen im EZB-Hauptquartier im Frankfurter Ostend verstanden werden.

Das Werk haben die Eurobanker bereits vor 18 Jahren gekauft, als die EZB noch ein Hochhaus im Frankfurter Bankenviertel in der Innenstadt angemietet hatte. Vor fünf Jahren hat sich die EZB für 1,3 Milliarden Euro einen spektakulären Doppelturm im Ostend direkt am Mainufer hingestellt. Im 250 Meter langen Eingangsbereich, der aus der denkmalgeschützten früheren Großmarkthalle entstanden ist, bieten sich ganz andere Möglichkeiten zur Präsentation von Kunst. Doch bisher haben das nur wenige mitgekriegt. Führungen wie nach der Eröffnung des Doppelturms soll es nun aber wieder regelmäßig geben.

Das hängt mit der Transparenz-Offensive der Euro-Banker zusammen. Nach anhaltender Kritik an ihrem abgeschotteten Dasein bringt die EZB eine eigene App heraus, die das Leben in den fast 200 Meter hohen Türmen transparenter machen soll - zumindest digital. Im späten Frühjahr soll die App zum Herunterladen zur Verfügung stehen.

Neben der Architektur geht es darin auch um die Kunstsammlung. Gesammelt wird von der EZB nur zeitgenössische europäische Kunst - mit Fokus auf die EU-Länder. Jedes Jahr widmet die Bank im Eingangsfoyer eine Ausstellung einem anderen Land. Im vorigen Jahr war es Estland, dieses Jahr wird es Kroatien sein. In der Regel werden dann 10 bis 15 Werke aufgekauft, wie "Art Consultant" Britta von Campenhausen sagte. Zusammen mit einer Kollegin betreut sie die Sammlung im Auftrag der EZB.

Was aufgekauft wird, darüber entscheidet ein spezielles Gremium in der Europäischen Zentralbank. Das letzte Wort haben dann EZB-Präsident Mario Draghi und der für die Kunstsammlung zuständige französische Banker Benoît Cœuré. Durch die Ankäufe haben sich inzwischen fast 500 Werke bei der EZB angesammelt - von Bildern und Fotografien bis zu Skulpturen und Kunstobjekten.

Die Mittel sind aber begrenzt. Daher sieht die EZB ihren Schwerpunkt vor allem auch in der Nachwuchsförderung. "Bei uns sind auch viele Künstler vertreten, die in ihrer Heimat nicht so bekannt sind", sagt Campenhausen. Zum jährlichen Kauf-Etat macht keine Angaben.

Schafft es ein Künstler aus Zypern oder Estland in eine Ausstellung in den EZB-Turm, ist das für die Karriere sicher förderlich. Es ist aber eine Kunst, der Grenzen gesetzt sind. "Die Kunstwerke halten die Waage zwischen einer Vielfalt von Themen, sind jedoch nie von explizit politischer Natur", sagt die Kunstberaterin.

Privatbanken scheinen da weniger Berührungsängste zu haben - schließlich sind (gesellschafts-)politische Statements in der Kunst heute fast so etwas wie ein Gütesiegel. In den Zwillingstürmen der Deutschen Bank ist jede der 60 Etagen einem Künstler gewidmet. Die Präsentation umfasst auch die jungen Kunstszenen aus Asien, Südamerika und Asien. Die DZ Bank hat sich dem fotografischen Bild verschrieben. Die renommierte Sammlung umfasst rund 7500 Kunstwerke von 800 Künstlern.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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