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"Lost Place" reicht mühelos an US-Vorbilder heran

Kinostart "Lost Place"  

Deutscher Mystery-Thriller reicht mühelos an US-Vorbilder heran

18.09.2013, 14:53 Uhr | t-online.de

"Lost Place" reicht mühelos an US-Vorbilder heran. Deutscher Mystery-Thriller reicht mühelos an US-Vorbilder heran (Quelle: NFP)

Auf einem verlassenen Campingplatz machen Elli (Jytte-Merle Böhrnsein) und ihre Freunde seltsame Entdeckungen. (Quelle: NFP)

Glaubt man "Lost Place", hat der Kalte Krieg selbst ein knappes Vierteljahrhundert nach dem Fall der Mauer noch immer böse Folgen. Die illustriert Regisseur Thorsten Klein in seinem Spielfilmdebüt äußerst effektsicher. Der erste deutsche Mystery-Thriller in 3D und modernster Akustik dürfte selbst eingefleischten Horrorfans die Haare zu Berge stehen lassen. 

Erzählt wird die gruselige Geschichte von vier jungen Leuten, die im schönsten Pfälzer Wald ein nur spärlich abgeriegeltes, verrottendes Industriegelände erkunden. Hier sollen vor etwa dreißig Jahren die US-Amerikaner geheime Strahlen-Experimente durchgeführt haben. Deren Folgen reichen bis in die Gegenwart: unkontrollierte Radioaktivität sorgt offenbar für Mutationen von mörderischer Gewalt. Bald sieht es danach aus, als fänden die Vier im unheilvollen Rauschen der Bäume den Tod.

Kameratechnik aus "Der Hobbit"

Die optische Faszination des Films resultiert wesentlich aus dem Einsatz der Red-Epic-Kamera, jenem Modell, das auch Star-Regisseur Peter Jackson für seine "Hobbit"-Trilogie benutzt hat. Klein und seine Kameramänner Xiaosu Han und Andreas Thalhammer haben sich jedoch nicht zu einem überbordenden visuellen Rausch verleiten lassen. Die Bilder sind oft ausgeklügelt karg und entfalten gerade deshalb eine packende Intensität. 

Foto-Serie mit 7 Bildern

Die Klasse der Inszenierung wird schon zu Filmbeginn deutlich: eine rasche Fahrt unter gleißendem Licht provoziert die erste Gänsehaut und entpuppt sich dann als simpler Schwenk durch einen ganz gewöhnlichen Autobahntunnel. So groß die Überraschung ist, so klar wird doch auch, dass einiges an wohldosiertem Schrecken aufs Publikum zukommt.

Optisch und akustisch vom Feinsten

Der Qualität der Optik entspricht die der Akustik. Klein hat in Dolby Atmos gedreht. Das ist eine neue Surround-Sound-Technik. Sie ermöglicht eine zuvor nie dagewesene Differenzierung von nahezu unzähligen Tonspuren auf etwa fünfzig Lautsprecher im Zuschauerraum. In Deutschland ist darauf bisher gerade mal eine Handvoll Kinos eingerichtet.

Höchste Ansprüche an wohligen Grusel

Aber selbst wer "Lost Place" in einem kleinen Filmtheater sieht, das keine 3D-Vorführungen ermöglichen und keinen Super-Sound bieten kann, dürfte sich glänzend amüsieren. Erzählung, Inszenierung und Schauspiel erfüllen höchste Ansprüche an wohligen Grusel der klugen Art. Aber, Achtung: sensible Naturen sollten den Film nur in schützender Begleitung sehen. Sonst könnte der Nachhauseweg zum Alptraum werden.

Kinostart "Lost Place": 19. September 2013

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