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Oscar-Favorit "Nebraska" mit Bruce Dern ist reich an Höhepunkten

"Nebraska"  

Für sechs Oscars nominiertes Roadmovie mit Bruce Dern

17.01.2014, 13:03 Uhr | dpa

Oscar-Favorit "Nebraska" mit Bruce Dern ist reich an Höhepunkten. "Nebraska": Glänzendes Roadmovie mit  Bruce Dern (Quelle: Paramount Pictures)

Bruce Dern wurde für seine Leistung in "Nebraska" endlich zum zweiten Mal für einen Oscar nominiert. (Quelle: Paramount Pictures)

Woody Grant (Bruce Dern) ist der festen Überzeugung, ein Lottogewinn in Millionenhöhe würde auf ihn warten. Um das Geld persönlich abzuholen, macht er sich von Montana nach Lincoln, Nebraska auf - mit einem Stopp in seiner alten Heimatstadt Hawthorne, wo er auf seine skurrile und bisweilen bizarre Verwandtschaft trifft. Begleitet wird er dabei von seinem Sohn David (Will Forte). 

Der in Omaha in Nebraska geborene Alexander Payne ist ein großer Bewunderer des klassischen japanischen, italienischen und amerikanischen Kinos. Kurosawa, Fellini und Capra gehören zu seinen Vorbildern. Noch nie ist er ihnen so nahe gekommen wie in seiner Tragikomödie "Nebraska", die durch glänzende Schauspieler, ein vielschichtiges Drehbuch, leise Melancholie, rauen Witz und leichten Retro-Charme besticht. Roadmovie, anrührende Familiengeschichte und Landschaftsepos in einem. Ein Meisterwerk auf jedem Fall. 

Payne drehte den Film in Schwarz-Weiß. Die scharfen Kontraste passen perfekt zu der kargen, mitunter ziemlich trostlosen Landschaft Nebraskas, die mit einem geradezu dokumentarischen Blick eingefangen wird. Ein Paradies ist Nebraska nicht, das bei Payne aus verstreuten Dörfern, entlegenen Gehöften und endlosen Feldern besteht. 

Zu der Landschaft gehören auch die Menschen. Sie scheinen alle entweder alt oder jung und arbeitslos zu sein. Alle fest verwurzelt und von außen betrachtet ziemlich exotisch. Ein erstarrtes Leben. In Bewegung aber ist Woody Grant - hin und wieder jedenfalls, denn nicht selten dämmert er in "Nebraska" irgendwo schlafend oder sprachlos in einer Ecke herum, jahrzehntelanger Alkoholmissbrauch hat ihm ziemlich zugesetzt. Aber von seinem Traum will er nicht lassen. Von dem Geld will er sich einen Truck und einen Kompressor kaufen. 

Das Drehbuch von Bob Nelson ist Alexander Payne schon vor vielen Jahren angeboten worden, aber damals wollte er nicht schon wieder ein Roadmovie drehen. Überhaupt sei er nach eigenem Bekunden eher zufällig bei dem Genre hängengeblieben, meint Payne, dem mit der Nebraska-Odyssee "About Schmidt" (Hauptrolle: Jack Nicholson) der große Durchbruch gelang. "Irgendwie habe ich drei oder vier davon gemacht. Ich weiß nicht genau warum. Es ist einfach passiert", sagte der Regisseur dem "Telegraph". 

Traumrolle für Bruce Dern

Jetzt aber war die Zeit reif für "Nebraska", reif vor allem aber auch für einen sensationellen Bruce Dern, der beim Filmfestival in Cannes als bester Schauspieler ausgezeichnet wurde, für einen Golden Globe nominiert war und in diesem Jahr die Chance auf einen Oscar hat. Auch wenn er die Trophäe nicht gewinnen sollte, so setzt Bruce Dern mit dieser Rolle seiner Karriere ein Glanzlicht auf, nachdem Payne bereits Derns engem Freund Jack Nicholson in "About Schmidt" eine Traumrolle verschafft hatte. 

Der US-Schauspieler hatte immer gut zu tun, aber etwas richtig Tolles war in den letzten Jahren nicht dabei. Bruce Dern ist vor allem ein Schauspieler der 60er und 70er Jahre, sein Name mit Regisseuren wie Roger Corman ("The Trip") und Alfred Hitchcock ("Familiengrab") verbunden. Etwas größere Aufmerksamkeit erhielt er immerhin zuletzt durch sein Mitwirken in "Django Unchained" von Quentin Tarantino, der ein großer Bewunderer Derns ist, der "voller roher Vitalität" sei, wie er bei einem Filmfest in Los Angeles sagte. 

Bei Payne aber ist ein anderer Dern zu sehen. Sicher, er ist ein zäher Hund, der halsstarrig seinem vermeintlichen Millionengewinn nachjagt, aber mit seiner Schneesturm-Frisur und dem schleppenden Gang, sehe er "wie ein Wrack aus. Und genau das habe ich gebraucht", sagte Payne dem "Telegraph". 

Dabei schält sich im Laufe der Reise ein ganzes Leben heraus: Ein Sohn wird seinen Vater besser verstehen, und Woodys Ehefrau Kate, die anfänglich eine ziemliche Giftspritze ist, hat doch noch Gefühle für ihren Mann. So ist June Squibb (Oscar-Nominierung als Beste Nebendarstellerin), die schon in "About Schmidt" Nicholsons Ehefrau spielte, ebenfalls eine Augenweide in einem an Höhepunkten reichem Film.

Kinostart "Nebraska": 16. Januar 2014

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