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Wim Wenders: TV-Serien sind zurzeit das Spannendste

Film  

Wim Wenders: TV-Serien derzeit das Spannendste

30.03.2015, 16:07 Uhr | dpa

Wim Wenders: TV-Serien sind zurzeit das Spannendste. Wim Wenders setzt auf 3D.

Wim Wenders setzt auf 3D. Foto: Barbara Munker. (Quelle: dpa)

Berlin (dpa) - Nach der Premiere bei der Berlinale kommt jetzt Wim Wenders' neuer Film "Every Thing Will Be Fine" in die Kinos.

Im Interview der Nachrichtenagentur dpa sagt der 69-Jährige, warum er erneut auf 3D setzt. Und verrät, dass er gern auch einmal eine Serie drehen würde.

Frage: Nach dem Tanzfilm "Pina" ist auch Ihr neuer Spielfilm wieder in 3D gedreht. Warum?

Antwort: Bei "Pina" habe ich fast wie als Schock zum ersten Mal gespürt, dass 3D nicht nur für den Tanz funktioniert - das lag auf der Hand - sondern auch für die kleinen Momente, in denen nur ein Mensch, eben ein Schauspieler, vor der Kamera steht. Und dann haben wir eine schöne Geschichte gefunden, ein kleines, intimes Familiendrama, das über zwölf Jahre davon handelt, wie Menschen mit einem Trauma umgehen. Die Herausforderung (und der Zugewinn) mit 3D war dann, diese enorme Präsenz der Schauspieler vor der Kamera für das Erzählen zu nutzen.

Frage: Wenn Sie sich - anders als kürzlich bei der Berlinale - nicht mit einer großen Werkschau vorstellen könnten, sondern nur mit einem einzigen Film - welchen würden Sie wählen?

Antwort: (lacht) Das müssen Sie mal Eltern fragen, die viele Kinder haben: Sie sollen eins aussuchen und herausstellen! Das darf man niemandem zumuten. Ein bisschen ist es mit Filmen tatsächlich so wie mit Kindern: Die Sorgenkinder gehen einem näher als die, die erfolgreich rausgezogen sind in die Welt und einen nicht mehr brauchen. Ich würde wohl das Sorgenkind "Bis ans Ende der Welt" auswählen und sagen: Ja, da ist eigentlich alles drin, was ich je erzählen wollte - nur dass es nie gesehen wurde.

Frage: Was heißt nie gesehen?

Antwort: Der Film war das epischste, längste und aufwendigste Projekt in meinem Leben. Zwölf Jahre Vorbereitung, ein ganzes Jahr Drehen auf vier Kontinenten, in zehn Ländern, das ultimative Roadmovie. Am Schluss war der Film fünf Stunden lang, und niemand wollte sich drauf einlassen, ihn in dieser Länge zu zeigen, weder in einem noch in zwei oder mehreren Teilen. Ich bin dann gezwungen gewesen, ihn auf zweieinhalb Stunden runterzustutzen, bis nur noch ein trauriges Skelett übrig war. Und diese "Readers-Digest-Version" war natürlich ein Flop.

Frage: Sogar die Berlinale hat dieses Jahr auf Serien gesetzt. Was halten Sie von dem Format?

Antwort: Ich finde, dass nirgendwo sonst etwas Spannenderes passiert als derzeit in den Serien. In Amerika ist das Erzählkino inzwischen komplett umgezogen aus der Filmindustrie in die Serien. Die richtig guten Leute arbeiten dort, weil sie nur da wirklich erzählen, fabulieren, sich kreativ ausleben können. Im kommerziellen Kino sind die Zügel so hart angezogen und die Rezepte so ausgekocht, dass das Abenteuer des Filmemachens verloren gegangen ist.

Frage: Also auch verlockend für Sie als Regisseur?

Antwort: Ja, absolut. Ich habe auch schon ein Angebot mit ganz großen Schmerzen abgelehnt, weil ich mit "Every Thing Will Be Fine" noch nicht fertig war. Aber das kann auf jeden Fall noch kommen. (lacht) "Bis ans Ende der Welt" ist eigentlich auch eine Serie!

ZUR PERSON: Wim Wenders, 1945 in Düsseldorf geboren, gilt als einer der wichtigsten und innovativsten deutschen Filmemacher. Mit Werken wie "Die Angst des Tormanns beim Elfmeter" gehörte er in den 70er Jahren zu den Vorreitern des Neuen Deutschen Films. Weitere herausragende Arbeiten waren "Der amerikanische Freund" (1977), "Paris, Texas" (1984) und "Der Himmel über Berlin" (1987). Wenders hat zahlreiche Preise erhalten. Drei Mal war er für einen Oscar nominiert, zuletzt im Februar mit dem Dokumentarfilm "Das Salz der Erde".

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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