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"Die glorreichen Sieben": So ist das Remake des Filmklassikers

Filmkritik: Das erwartet Sie  

Remake des Filmklassikers "Die glorreichen Sieben" im Kino

25.09.2016, 13:23 Uhr | Mark Hübner-Weinhold

"Die glorreichen Sieben": So ist das Remake des Filmklassikers. Die glorreichen Sieben (l-r): Jack Horne (Vincent D'Onofrio), Red Harvest (Martin Sensmeier), Vasquez (Manuel Garcia-Rulfo), Goodnight Robicheaux (Ethan Hawke), Chisolm (Denzel Washington), Josh Faraday (Chris Pratt) und Billy Rocks (Byung-hun-Lee). (Quelle: Sony)

Die glorreichen Sieben (l-r): Jack Horne (Vincent D'Onofrio), Red Harvest (Martin Sensmeier), Vasquez (Manuel Garcia-Rulfo), Goodnight Robicheaux (Ethan Hawke), Chisolm (Denzel Washington), Josh Faraday (Chris Pratt) und Billy Rocks (Byung-hun-Lee). (Quelle: Sony)

Nein, dieser Film ist nicht besser als das Original von 1960 (das ja selbst ein Remake des 1954er-Kurosawa-Klassikers war). Dieser Film ist anders. Moderner, actionlastiger, brutaler.

Und er ist politischer, wie der Kollege Philipp Stadelmeier in der SZ zurecht bemerkt. Zitat: "Amerika ist ein Einwanderungsland und der White Trash braucht Multikulti, weil er als Monokultur zu schwach ist, um zu überleben."

Denn Denzel Washington versammelt um sich eine multikulturelle Truppe, um dem skrupellosen weißen Kapitalisten Paroli zu bieten. Gewollt oder nicht, es ist in diesem Wahljahr eine Botschaft gegen Trump. Und insgeheim wünschen wir uns glorreiche Sieben, die Trump, diese fleischgewordene, blondtoupierte Marvel-Figur eines Bösewichts stoppen. 

Sarsgaard als Schurke ohne Moral 

Schauen wir uns die Rollen und ihre Darsteller genauer an: Peter Sarsgaard glänzt als bleicher Schurke ohne Moral. Er ist ein Wolf der Wall Street im Western-Setting. Ein Vergleich mit dem maliziösen Original Eli Wallach verbietet sich; es sind einfach völlig andere Charaktere. 

Denzel Washington spielt den stoischen Kämpfer für Gerechtigkeit äußerst zurückhaltend, vielleicht zu zurückhaltend, um das ikonografische Porträt des legendären Yul Brynner vergessen zu machen. 

Charaktere haben kaum Entwicklungsspielraum

Wenn der Film eine Schwäche hat, dann ist es diese: Antoine Fuqua gibt den sieben Charakteren insgesamt zu wenig Raum, um sich zu entwickeln. Am besten gelingt dies noch Ethan Hawke als von Selbstzweifeln zerfressenem Scharfschützen, und Vincent D'Onofrio als menschlichem Bär.

Chris Pratt in der alten Steve-McQueen-Rolle und Manuel Garcia-Rulfo als mexikanischer Gesetzloser bleiben blass. Sturges' Klassiker von 1960 versammelte eine Sieben, von denen einige später große Stars wurden: Steve McQueen, James Coburn, Charles Bronson, ja auch Robert Vaughn und Horst Buchholz.

Gnadenlos gute Action

Selbst der oft vergessene siebte Mann, Brad Dexter, hatte seine starken Momente. In Fuquas Remake werden die Charakterzeichnungen zu sehr einer gnadenlos guten Action geopfert.  In "King Arthur" (2004) gelang dem Regisseur diese Balance deutlich besser, der Cast war aber damals insgesamt viel besser besetzt (neben Clive Owen in der Titelrolle glänzten Mads Mikkelsen, Keira Knightley, Ioan Gruffudd, Ray Winstone und Hugh Dancy).

Die Shootouts setzen jedenfalls neue Maßstäbe im Genre. Der finale Kampf gerät zur Schlacht. Die Söldner von Sarsgaard bleiben wie in Sturges' Film gesichtslos, diesmal nur halt keine Mexikaner, sondern Bärte in Staubmänteln. Es ist nicht das große Gefecht, das in Erinnerung bleibt. Es ist das Eintreffen der Sieben im Dorf. Hier gibt Fuqua den Charakteren Raum, lässt Dialog zu, die Kamera ruht auf Gesichtern, auch auf denen der Schurken. So baut sich Spannung auf. Es sind auch einige der besten Momente von Denzel Washington, der - besser als einst Brynner - von freundlicher Verbindlichkeit zum effizienten Todesengel explodiert. 

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