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Lady Gaga muss mit Artpop hohe Erwartungen erfüllen

Vom Popart zu Artpop  

Lady Gaga ist mehr Zirkus als Vision

08.11.2013, 15:55 Uhr | Philipp Maxrath / Intro

Lady Gaga muss mit Artpop hohe Erwartungen erfüllen. Lady Gaga mit "Artpop". (Quelle: Interscope/Universal)

Lady Gaga mit "Artpop". (Quelle: Interscope/Universal)

Lady Gaga ist jetzt "Artpop". Nicht nur ihr neues Album heißt so, sie ist ganz in der Welt von Andy Warhol, Jeff Koons und vor allem Marina Abramovic versunken. Schon immer mehr Performancekünstlerin als reiner Popstar gewesen, versucht sie nun mit ihrem dritten Album der hohen Erwartungshaltung gerecht zu werden.

Seit ihrem Debüt "The Fame" von 2008 ist Lady Gaga zur größten Popkünstlerin seit Madonna aufgestiegen. Oder zumindest zur kontroversesten. Sei es als ihr Alter Ego Jo Calderone bei den MTV Video Music Awards 2011, als Hobby-Roadie für Iron Maiden oder komplett nackt bei ihrer Zusammenarbeit mit Marina Abramovic: Stefani Joanne Angelina Germanotta sorgt immer für eine Schlagzeile.

Direkt nach der Tour zu ihrem zweiten Album "Born This Way" begann sie mit der Arbeit an "Artpop". Die ursprünglich angepeilte Veröffentlichung Anfang 2013 musste aufgrund einer Hüftverletzung verschoben werden. Die sechsmonatige Zwangspause nutzte sie, um das Konzept hinter "Artpop" noch einmal zu überdenken und zu überarbeiten. Doch hat sich das gelohnt?

Dubstep? Abramovic? Gaga!

Johnny Cash? Americana? Balkan-Beats? Der Eröffnungssong "Aura” wechselt in der ersten Minute gleich zwischen drei der unterschiedlichsten Genres, um sich dann zu einem Dubstep Monster zu entwickeln. Wenn man die Liner-Notes liest, ist dies keine große Verwunderung mehr: der deutschstämmige Dubstep/ House-DJ Zedd wird hier als Co-Komponist geführt.

Die erste Single "Applause" setzt sich mit ihrer Rolle als Popstar auseinander. Während sie mit einer Annie Lennox-ähnlichen Stimme "I live for the Applause" singt, setzt ein typischer Gaga-Elektro-Beat ein. Seit sie mit der Performancekünstlerin Marina Abramović befreundet ist, scheint sie auch deren Philosophie verinnerlicht zu haben. "Do What You Want (With My Body)” erinnert textlich an kontroverse Installationen Abramović. Dass hier ausgerechnet R. Kelly mit ins Boot geholt wurde, erscheint bei dessen Vergangenheit bei diesem Thema doch ein wenig gewagt. Musikalisch erinnert der Song an die Madonna der 1980er-Jahre.

Allzu große Erwartungen 

Die großen Hymnen wie auf den Vorgängeralben fehlen. Kein "Paparazzi" oder "Poker Face" weit und breit. Stattdessen türmt sie verschiedenste Produzenten aufeinander, lässt sich das Cover von Jeff Koons gestalten, mischt Stile in einer beinahe hysterischen Art und Weise und veröffentlicht alles zusammen mit einer App, die ihrerseits Kunst, Mode und Technik verbindet. Die Aussage ist verstanden, aber die Musik wird dabei zerquetscht. Dabei kann alles so einfach sein, wie beim Song "Dope" kurz vor Schluss des Albums: Nur ihr Piano und sie, der Rest ist mehr Zirkus als Vision.

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