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Lana del Rey: Eine weitere faszinierende Inszenierung

Neues Album "Ultraviolence"  

Lana del Rey: Eine weitere faszinierende Inszenierung

13.06.2014, 17:02 Uhr | Philipp Maxrath / Intro

Lana del Rey: Eine weitere faszinierende Inszenierung. Lana del Rey hat ein neues Album rausgebracht. (Quelle: dpa/universal music)

Lana del Rey hat ein neues Album rausgebracht. (Quelle: dpa/universal music)

Innerhalb von kürzester Zeit avancierte Lana Del Rey vom Youtube-Hit zu einem der außergewöhnlichsten Popstars der letzten Jahre. Nun veröffentlicht sie mit "Ultraviolence" ein zweites Album voller Schmerz, Liebe und wundervoller Melodien. Tatkräftige Unterstützung fand sie bei Dan Auerbach, seines Zeichens Mastermind der Black Keys.

Eine Rezension über ein neues Lana del Rey-Album kann auch heute nicht ohne einen Hinweis auf ihren steilen Aufstieg mit dem Youtube-Hit "Video Games" auskommen. Innerhalb von kürzester Zeit wurde damals, im Jahr 2011, aus der unbekannten US-Musikern Elisabeth Grant die artifiziell, entrückt und trotzdem sehr verführerisch wirkende Lana del Rey: Vom Internetphänomen zum kommenden Superstar in nur wenigen Wochen. Auch ihr Live-Auftritt sorgte für Aufsehen: Jede noch so kleine Geste schien perfekt einstudiert, jedes Show-Element perfekt geplant. Ihr so frisches wie trendiges Erscheinungsbild erinnerte an Hollywoodstars lang vergangener Jahrzehnte. Mit ihrem Auftreten warf sie vor allem eine Frage auf: Wie real ist Lana del Rey? Auch mit ihrem neuen Album "Ultraviolence" lässt sie sich zwar nicht beantworten.

Das Dunkle bleibt verborgen

Hört man das Album, fällt schnell auf, dass der Sound im Vergleich zum Lana del Reys preisgekröntem Debütalbum gehörig umgekrempelt worden ist. Produzent Dan Auerbach schmiss den Synthesizer und Keyboards weitestgehend aus dem Studio und reduzierte den Sound auf Surfgitarre, Schlagzeug und wenige orchestrale Passagen. Man kann ihm zu dieser Entscheidung beglückwünschen, denn es scheint, als ob Lana del Rey genau den Sound gefunden hat, der perfekt zu ihrer Inszenierung passt: entrückt, scheppernd und schleppend, trotzdem leichtfüßig – schlichtweg geheimnisvoll. Sei es der Opener "Cruel World", der mit der Textzeile "I like my candy and your heroine, and I’m happy, so happy now you’re gone" für Spekulationen sorgen wird. Oder der Titeltrack, der häusliche Gewalt auf eine recht unkritische, poetische Art thematisiert. Jeder Song ist angefüllt mit Schmerz, wirkt wie eine kurze Filmsequenz, in der nichts echt, alles aber perfekt inszeniert ist. Das Dunkle bleibt im Hintergrund verborgen, ist aber doch stets spürbar.

Was ist schon Wirklichkeit? 

Lana del Rey wirkt auf "Ultraviolence" noch unnahbarer als auf ihrem Debüt "Born To Die". Hörer dürften noch weniger das Gefühl bekommen, etwas über Elisabeth Grant alias Lana del Rey als Person zu erfahren. Über die ganze Strecke des Albums hinweg zeichnet sie Bilder, die mit Schmerz und Gewalt, Drogen und Alkohol kokettieren, ohne selbst besonders engagiert in die Handlungen einzugreifen oder wenigstens an ihnen teilzunehmen. Das macht das Album faszinierend, auch wenn Lana del Rey keine der sie betreffenden Fragen beantwortet. Aber selbst wenn sie es täte – wie könnte man wissen, was davon schon Wirklichkeit ist und was nicht?

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