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"Post Pop Depression": Iggy Pop erteilt Lektion in Coolness

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Albumkritik zu "Post Pop Depression"  

Iggy Pop erteilt eine Lektion in Coolness

15.03.2016, 13:27 Uhr | Daniel Reviol, t-online.de

"Post Pop Depression": Iggy Pop erteilt Lektion in Coolness. "Godfather of Punk": Iggy Pop bei einem Festival-Auftritt in Schweden. (Quelle: dpa)

"Godfather of Punk": Iggy Pop bei einem Festival-Auftritt in Schweden. (Quelle: dpa)

Er hatte nie auch nur ein Album in den Top Ten der Charts und doch ist er eine der schillerndsten Figuren der letzten fünf Jahrzehnte Popgeschichte. Nun hat Iggy Pop mit Musikern von Queens of the Stone Age und den Arctic Monkeys ein neues Album aufgenommen, vielleicht sein letztes. Eine Lektion in Sachen Coolness.

Anfang/Mitte der 70er hatte sich in Downtown Manhattan eine Underground-Szene formiert, deren Ableger später unter der Marke Punk Rock einen weltweiten Triumphzug antraten. James Osterberg alias Iggy Pop hatte damals weder viele Platten verkauft, noch war er Teil der New Yorker Community um die Ramones, Television, Patti Smith, Blondie und den legendären Club CBGB. Und trotzdem war Iggy Pop immer dabei: als Role model der Punkszene, als Rock’n’Roll-Mythos.

Zu verdanken hatte Pop seinen Ruf einem ausschweifenden Lebensstil, seinen berüchtigten, oft blutigen Bühnen-Exzessen - und drei grandios wilder Rockalben mit seiner Detroiter Band The Stooges. Spätestens als ihn Kumpel David Bowie 1976 mit nach Berlin nahm und mehrere seiner Alben produzierte, nahm auch eine breitere Öffentlichkeit den Sänger aus Michigan als seriösen Künstler wahr.

Wie aus der Hüfte geschossen

Iggy Pop war fortan nahezu unantastbar: Selbst missratene Alben kratzten nicht an seinem Status als "Godfather of Punk". Das wird schon gar nicht bei seinem neuesten Werk der Fall sein. Für "Post Pop Depression" schrieb Pop zusammen mit Josh Homme (Kyuss, Queens of the Stone Age, Eagles of Death Metal) neun solide bis sehr gute Songs - aufgenommen neben Homme mit Dean Fertita (auch Queens of the Stone Age) und Drummer Matt Helders (Arctic Monkeys) in Joshua Tree, Kalifornien.

Ein unaufgeregter Groove zieht sich durch die Stücke. Die dominierenden Gitarrenriffs wirken wie bei allen Bands von Homme wie aus der Hüfte geschossen. Gepaart mit Pops Stimme, in der zugleich gelassen und düster die Weisheit eines halben Jahrhunderts Rock’n’Roll mitschwingt, entsteht Musik, für die das Prädikat cool scheinbar erfunden wurde. Am eindrucksvollsten nachzuhören in den eingängigen Tracks "Chocolate Drops" und besonders in "Sunday", ein entfernter Verwandter Iggy Pops Berlin-Klassikers "The Passenger" - und eine der stärksten Aufnahmen des ersten Jahresviertels.

Iggy Pop: womöglich letztes Album

Wut und Wahnsinn früherer Jahre sind größtenteils verschwunden. Die Abgründe sind bei weitem nicht mehr so tief wie bei Iggy Pops verstörendsten und besten Alben "Funhouse", "Raw Power", "The Idiot". Wer deshalb glaubt, das Album sei vor allem ein routiniertes Alterswerk, täuscht.

Es ginge um die eigene Nützlichkeit und das eigene Vermächtnis am Ende einer Karriere, beschrieb Pop die Musik im Interview mit der "New York Times". Gegenüber der britischen "Sun" sagte der 68-Jährige zudem, er wäre zufrieden, wenn es sein letztes Album sein werde. Und so klingt "Post Pop Depression": wie ein lässiger Abgang - stilsicher mit schwarzer Lederjacke in die Dunkelheit. 

"Post Pop Depression" von Iggy Pop erscheint am 18. März.

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