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Eurovision Song Contest: Fans sauer auf "Ticketmafia"

Keine Karten für den Eurovision Song Contest  

Grand-Prix-Fans sauer auf "Ticketmafia"

23.03.2009, 17:11 Uhr | dpa / LS

Das Logo des Eurovision Song Contests 2009 (Foto: Eurovision)Das Logo des Eurovision Song Contests 2009 (Foto: Eurovision) Die Vorfreude auf den ersten Eurovision Song Contest in Russland ist vielen Fans schon jetzt gründlich vergangen. Der Nationalstolz ist verletzt, weil mit Anastassija Prichodko eine Ukrainerin mit dem russischen Wettbewerbssong an den Start geht. Homosexuelle Grand-Prix-Fans wurden von Moskaus Bürgermeister Juri Luschkow gewarnt, lieber in Deckung zu gehen, da sie laut früheren Äußerungen des Politikers damit rechnen müssen, bei öffentlichen Auftritten von Verwaltung und Polizei "nicht geduldet" zu werden. Am meisten aber sorgen derzeit die Machenschaften der russischen "Ticketmafia" für Ärger. Obwohl das Finale und beide Halbfinals offiziell ausverkauft sind, kursieren im Internet und auf dem Schwarzmarkt Karten für umgerechnet bis zu 1500 Euro. Eigentlich kosten die Tickets zwischen 20 und 650 Euro.

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6000 Karten auf einen Schlag ausverkauft

An der Olimpijski-Arena, wo das Finale am 16. Mai steigt, ist der Frust der Grand-Prix-Enthusiasten fast mit den Händen greifbar. Die Moskauer beschimpfen die Kassiererin, weil sie sich nun die beliebte Französin Patricia Kaas und andere Künstler aus mehr als 40 Ländern nur im Fernsehen angucken können. "Ich wollte das live sehen, diese Musik-Olympiade in Moskau gibt's schließlich nur einmal", sagt Studentin Viktoria. Sie klagt, dass die "korrupten Polizisten" nicht gegen den Schwarzhandel vorgingen. Das Staatsfernsehen "Erster Kanal" als Ausrichter hat versprochen, die Olympia-Halle mit 35.000 Plätzen in ein "wunderbares Fantasyland" zu verwandeln. 20 Millionen Euro soll das Spektakel kosten. Prompt waren schon am 16. März, dem ersten Verkaufstag, 6000 Karten auf einen Ruck weg.

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Der Schwarzmarkt bietet alle Ticketkategorien

Am Olimpijski steht ein untersetzter Mann, der sich Grischa nennt, Kapuze bis über die Augen und Kaffeebecher in der Hand. "Tickets fürs Finale? Bitteschön, alle Preisstufen und beliebige Menge", sagt er. Dabei konnte jeder ehrliche Käufer nur maximal acht Eintrittskarten kaufen. Grischa, ein Moldawier, hatte schon in der Nacht zum 16. März am Schalter gewartet. Die Schwarzhändler hatten die ersten 50 Plätze in der Schlange mit bis zu 500 Leuten fest im Griff. Wer von der Kartenmafia die acht Tickets hatte, reihte sich wieder unter seine "Freunde", um dann immer wieder neu zuzuschlagen.

Besetzte Telefone, nicht funktionierende Internetseiten

In Internet-Blogs und russischen Zeitungen kritisieren Musikfreunde, dass auf legale Weise nicht an Karten zu kommen sei. "Die Internetseiten funktionieren nicht, ich stand auch zwei Tage jeweils mehrere Stunden an beim Olimpijski, ohne dass sich die Schlange bewegte", schimpft die Moskauerin Wassilija in ihrem Blog. Auch die Telefonleitungen sind dauerblockiert. Für Deutsche und andere Ausländer haben sich die Organisatoren gar nicht erst die Mühe gemacht, die Veranstaltungshinweise ins Englische zu übersetzen, heißt es auf der Fanseite des Norddeutschen Rundfunks (NDR).

Mit der Polizei "ist alles geregelt"

Die Ticket-Werbeplakate in Moskau hängen zwar erst, seit es offiziell schon keine Karten mehr gibt. Schwarzhändler wie Grischa aber profitieren nun von der Werbung. Seine Karten sind von 6000 bis zu 40 000 Rubel (130 bis 900 Euro) pro Stück zu haben, Tendenz trotz Krise steigend. "In einem Monat bin ich auch die teuersten Tickets los, kein Problem", sagt er. Routiniert drückt er Interessenten seine Visitenkarte in die Hand. Vor der Polizei fürchte er sich nicht, "da ist alles geregelt".

Gastgeber ist für Ticketverkauf verantwortlich

Der Ticketverkauf liege allein in der Verantwortung des Gastgebers, des "Ersten Kanals", teilt ESC-Sprecher Sietse Bakker auf Anfrage mit. "Wie bei anderen Ereignissen auch, gibt es immer Versuche, die Karten auf dem Schwarzmarkt für lächerliche Summen zu verkaufen", stellt Bakker fest. Eine Alternative seien die Kostümproben, für die Tickets oft noch legal zu haben seien.


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