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Kastelruther Spatzen wehren sich gegen Betrugsvorwürfe

Nach Betrugsvorwürfen  

Jetzt sprechen die Kastelruther Spatzen

07.11.2012, 10:42 Uhr | jho/CK, dpa, dapd

Kastelruther Spatzen wehren sich gegen Betrugsvorwürfe. Die Kastelruther Spatzen in der Kritik. (Quelle: imago images)

Die Kastelruther Spatzen in der Kritik. (Quelle: imago images)

Sind die Kastelruther Spatzen so etwas wie die Milli Vanilli der Volksmusik? In der "Bild"-Zeitung erhob der Produzent Walter Widemair schwere Vorwürfe gegen die Südtiroler Gruppe: "Der Erfolg der Band ist auf einem Riesenschwindel aufgebaut", sagte er dem Blatt. Doch die Band wehrt sich gegen die Betrugsvorwürfe und postete auf ihrer Facebook-Seite eine offizielle Stellungnahme. Von ihrem langjährigen Wegbegleiter Widemair zeigten sich die Spatzen zudem zutiefst enttäuscht.

"Nur die Stimme von Norbert Rier ist echt. Sonst nichts", behauptete der Komponist und Trompeter Widemair, der ein Buch über die Kastelruther Spatzen geschrieben hat ("Wenn Berge nicht mehr schweigen"), gegenüber der "Bild"-Zeitung. Die Gruppe würde im Studio gar nicht selbst musizieren. Im Gegenteil, erfahrene Studiomusiker würden die Instrumente spielen. "Ich selbst habe von Beginn an Trompete geblasen", so Widemair. "Der Gitarrist von Howard Carpendale und der Schlagzeuger der Söhne Mannheims waren auch mal dabei. Aber niemals einer von diesen Bierzeltmusikanten, die sich Spatzen nennen."

Die TV-Auftritte seien Playback, doch bei Live-Auftritten würden die Spatzen tatsächlich selbst zu den Instrumenten greifen. Allerdings laut Widemair nicht gerade mit dem besten Ergebnis: "Da hört man genau, dass die Spatzen nur durchschnittlich spielen. Ich habe mich oft für die unsägliche Schrammelei geschämt." Auf einem Live-Album sei die Qualität so schlecht gewesen, dass man nur Stimme und Schlagzeug hätte verwenden können.

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Spatzen wollen Kosten sparen

Und was sagen die Kastelruther Spatzen zu den Vorwürfen? "Das mit den Studiomusikern machen wir, um Kosten zu sparen", erklärte Sänger Norbert Rier der "Bild". "Außerdem wollen wir immer eine perfekte Produktion abliefern, und das geht nun mal nicht anders."

Auf ihrer Facebook-Seite erklärte die Gruppe: "Es war immer Anspruch aller Beteiligten, die Lieder erstklassig zu produzieren." Wie bei allen professionellen Produktionen seien deshalb auch Studiomusiker eingesetzt worden. "Das ist weltweit und über alle musikalischen Genres üblich und rechtfertigt auch den Beruf des Studiomusikers." Die mitwirkenden Musiker seien aber immer im CD-Booklet ausgewiesen gewesen und dort nachzulesen.

"Das ist eine große persönliche Enttäuschung"

Vom Produzenten Walter Widemair zeigten sich die Spatzen schwer enttäuscht: "Er selber hat in den vergangenen Jahren enorm vom Erfolg der Kastelruther Spatzen profitiert, weil auf den Tonträgern immer mehrere Kompositionen von ihm veröffentlicht wurden. Dass er jetzt sein Vertrauensverhältnis missbraucht und eine werbewirksame Schlagzeile für sein Buch nutzt ist beschämend", hieß es auf Facebook.

Die Kastelruther Spatzen hätten bei über 3.000 Konzerten einem Millionen-Publikum bewiesen, dass jeder Ton live gespielt werde und dass sie überdurchschnittliche Musiker seien. Doch gebe es immer wieder Wegbegleiter, die aus Eigeninteressen den Kastelruther Spatzen schaden wollen, so Norbert Rier. "Das ist für uns eine große persönliche Enttäuschung."

Fans unterstützen die Spatzen

Auch die Fans sind sauer und vermuten einen Racheakt von Widemair. "Ich finde das lächerlich. Ich bin seit 20 Jahren Fan und weiß das seit 20 Jahren", entrüstet sich Marion Wunderlich vom Fanclub Bad Berleburg in Nordrhein-Westfalen. Jeder richtige Fan wisse darüber Bescheid, es sei in der Branche üblich und sei auch auf den CDs vermerkt. "Die Fans lieben die Spatzen auf der Bühne, das sind sie live und das ist wichtig." Auch der Tenor der Facebook-Postings war am Dienstag unterstützend: "Macht weiter so. Profis wie Euch kann das doch nichts anhaben. Ihr seid super", schreibt beispielsweise ein weiblicher Fan dort.

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