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Heinrich Zille: Ausstellung in Berlin Mitte präsentiert legendären "Pinselheinrich"

Heinrich-Zille-Ausstellung  

"Hat jesacht wies is": große "Papa Zille"-Schau

08.01.2008, 17:46 Uhr | dpa/SKO, t-online.de

Zille-Zeichnung: Titel-Bild zum Buch "Kinder der Strasse" von 1908 (Foto: Privatbesitz, Berlin)Zille-Zeichnung: Titel-Bild zum Buch "Kinder der Strasse" von 1908 (Foto: Privatbesitz, Berlin) Als "Pinselheinrich" wurde er bekannt, "Papa Zille" wurde er von den Straßenkindern, Kleinganoven, Prostituierten und Stadstreichern Berlins liebevoll genannt. Die Rede ist von Heinrich Zille, der auch knapp 80 Jahre nach seinem Tod als einer der populärsten Berliner Künstler gilt. Seine gleichsam bissigen wie kritischen Zeichnungen und Karikaturen hauchten den Menschen aus dem sogenannten "Milljöh" Lebensmut und Selbstbewusstsein ein: "Gibt Dir das Leben eenen Knuff, dann weene keene Träne. Lach Dir nen Ast und setz Dir druff und baumle mit die Beene", lautete sein Lebensmotto, das von den Berliner Habenichtse dankbar aufgenommen wurde. Zum Anlass seines 150 Geburtstags am Donnerstag dieser Woche zeigt die Berliner Akademie der Künste ab heute und noch bis 24. März die Ausstellung „Kinder der Straße“ mit rund 350 Zeichnungen, Grafiken und Fotografien des Künstlers. Einige Motive der Schau haben wir in unserer Foto-Show für Sie zusammengestellt.
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Foto-Show Heinrich-Zille-Ausstellung "Kinder der Straße"
Foto-Show Raucher, Trinker, Bienenzüchter: Wilhelm Busch
Klick-Show Zehn berühmte Zitate von Wilhelm Busch



Heinrich Zille (Foto: dpa)Heinrich Zille (Foto: dpa) "Du hast jesacht, wies is"
Zeichnend streifte Zille durch sämtliche Winkel des rasant wachsenden Berlins zur Jahrhundertwende und sprach die Sprache der kleinen Leute ohne jede Berührungsangst. "Jede Kneipe und Destille kennt den guten Vater Zille", wurde zum geflügelten Berliner Spruch in den Proletariervierteln. "Du kennst den janzen Kleista - den ihr Schicksal: Stirb oda friß! Du warst ein jroßa Meista. Du hast jesacht, wies is", sagte Tucholsky einst über den Künstler. Und in der Tat hat der Sohn eines Uhrmachers mit seinem Werk dem "Lumpenproletariat" ein ebenso zeitkritisches wie beispielloses Denkmal gesetzt und dabei den dunklen Norden und Osten der Reichshauptstadt ihrem prahlenden Westen gegenübergestellt.

Foto-Show Witzige Promi-Karikaturen

Zille-Zeichnung "Vier Frauen in der Garderobe", ohne Jahresangabe (Foto: Axel Springer AG, Berlin)Zille-Zeichnung "Vier Frauen in der Garderobe", ohne Jahresangabe (Foto: Axel Springer AG, Berlin) "...den Ernst als Witz verkaufen"
Doch auch wenn Zille die sozialen Probleme der Berliner Unterschicht stets mit einer gehörigen Portion Galgenhumor angegangen ist, ging ihm das Elend der Leute selbst tief unter die Haut: "Es tut weh, wenn man den Ernst als Witz verkaufen muss", resümierte der Zeichner, der in Künstlerkreisen lange Zeit nur als Witzblattmacher angesehen wurde. "Rinnsteinkunst" und "Abortzeichner" waren die Vokabeln, mit denen der Kaiser sein Schaffen bezeichnete: "Der Kerl nimmt einem ja die janze Lebensfreude", hieß es da. Und seine Zeichnungen der Straßenfrauen oder Badenden mit ausladenden Hinterteilen brachten Zille sogar in Pornografie-Verdacht und riefen nicht selten die Berliner Sittenwächter auf den Plan.

Quiz

Zille-Fotografie "Dornauszieher-Pose" (Foto: Heinrich Zille)Zille-Fotografie "Dornauszieher-Pose" (Foto: Heinrich Zille) Von Geschichten umwoben
So dreht sich die Berliner Ausstellung nicht nur um Zilles Bilder allein, sondern ist umwoben von zahllosen Berliner Geschichten und liefert damit einen tiefen Einblick in die Zustände und sozialen Verhältnisse Berlins und seiner ärmlichen Bewohner zur Jahrhundertwende. Nicht nur für Berliner selbst, die der Geschichte ihrer Stadt auf den Zahn fühlen wollen, sondern auch für alle Kunst- und Geschichtsinteressierten, ist "Kinder der Straße" deshalb durchaus zu empfehlen.

Ausstellung "Heinrich Zille - Kinder der Straße",
vom 11.1. bis 24.3.2008,
Akademie der Künste,
10117 Berlin-Mitte, Pariser Platz 4

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