Hollywoodstar Heath Ledger ist tot. (Foto: dpa)Bei einer ersten Autopsie des am Dienstag leblos aufgefundenen Hollywood-Schauspielers Heath Ledger konnte keine konkrete Todesursache festgestellt werden. Die Ergebnisse seien «unschlüssig», berichtetet ein US-Fernsehsender am Mittwoch in New York. Weitere Tests können bis zu zwei Wochen dauern, hieß es. Dabei soll beispielsweise fest gestellt werden, ob der Australier eventuell an einer nicht diagnostizierten Herzschwäche gelitten habe. Der Hollywoodstar war von seiner Haushälterin und Masseurin in seiner Wohnung in New York entdeckt worden. Nach Angaben der "New York Times" lag Ledger nackt mit dem Gesicht nach unten auf dem Boden in der Nähe seines Bettes. Die beiden Frauen verständigten sofort den Notarzt - seine Wiederbelebungsversuche waren jedoch vergebens. Um 15.35 Uhr Ortszeit war der bekannte Schauspieler für tot erklärt worden.
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Mögliche Todesursache: Tablettenüberdosis
Ein Polizeisprecher sagte, um sein Bett herum seien verschreibungspflichtige Schlaftabletten sowie Medikamente gegen Angstzustände gefunden worden. Laut Polizeiangaben seien jedoch kein Alkohol und illegale Drogen im Spiel gewesen. Die Todesursache könnte eine absichtliche oder unabsichtliche Überdosis sein. Es heißt, er habe seit der Trennung von der Schauspielerin Michelle Williams im Herbst vergangenen Jahres, unter Depressionen gelitten. Mit ihr hatte er auch die zweijährige Tochter Matilda Rose.
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Ledger: "Ich fühle mich auf eine Art bereit für den Tod"
Michelle Williams ist zutiefst bestürzt über den Tod ihres Ex-Verlobten. (Foto: Colourpress)
Michelle Williams, die frühere Verlobte des Schauspielers, sei "am Boden zerstört und Worte könnten ihren Schmerz nicht in Worte fassen", berichtete der Internetdienst "tmz.com". Williams soll den nächsten Flieger nach New York genommen haben. Das Paar hatte sich 2004 bei den Dreharbeiten kennengelernt, 2005 kam Matilda auf die Welt. Über sie sagte Ledger: "Ein Kind zu haben verändert jeden Teil deines Lebens - zum besseren natürlich. Die Opfer sind groß, aber was du dafür bekommst, ist größer als das, was du dafür opferst." Und: "Ich fühle mich auf eine Art bereit für den Tod, weil ich in meinem Kind weiter lebe." Nachdem sich Michelle Williams im Herbst 2007 von dem Australier getrennt hatte, soll er sich immer weiter zurückgezogen und kaum noch geschlafen haben. Von extremen Stimmungsschwankungen und sogar Depressionen ist die Rede.
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Ledgers Familie in tiefer Trauer
Seine Tochter Matilda war Heath Ledger wie aus dem Gesicht geschnitten. (Foto: dpa)
Der Vater des Verstorbenen, Kim Ledger, verlas vor seinem Haus im australischen Perth eine Erklärung: "Wir als seine Familie können den sehr tragischen und frühen Unfalltod unseres geliebten Sohnes, Bruders und liebenden Vaters von Matilda bestätigen. Wie der Internetdienst "tmz.com" schreibt, sagte Ledgers Vater weiter: "Wir möchten unseren Freunden und allen auf dieser Welt für ihre guten Wünsche und ihre große Anteilnahme in dieser schweren Zeit danken. Heath hat so viele Menschen auf so vielen Ebenen während seines kurzen Lebens berührt, aber nur wenige hatten das Glück ihn wirklich zu kennen. Er war ein so bodenständiger, liebenswerter, herzlicher, lebensfroher und selbstloser Mensch, der für viele eine Inspiration gewesen ist. Ich bitte alle zu respektieren, dass sich unsere Familie zur Trauer zurückziehen möchte, um mit diesem Verlust fertig zu werden."
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"Ein tragischer Verlust"
Hier wird Heath Ledger aus seiner Wohnung gebracht. (Foto: dpa)
Auch der australische Premierminister Rudd bedauerte, sein Land habe einen der besten Schauspieler in der Blüte seines Lebens verloren. Der australische Star Mel Gibson, der Ledgers Vater 2001 in "Der Patriot" spielte, sagte: "Ich hatte solch große Hoffnungen für ihn. Er war gerade dabei, berühmt zu werden. So jung aus dem Leben zu scheiden, ist ein tragischer Verlust." Kollegin Nicole Kidman bezeichnete den Tod Ledgers als "Tragödie", und Hollywood-Star John Travolta beschrieb ihn als einen seiner Lieblingsschauspieler.
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Berühmt durch "Brokeback Mountain"
Heath Ledger in seinem letzten Film als Joker. (Foto: dpa)Der im australischen Perth geborene Schauspieler hatte für seine Darstellung eines schwulen Cowboys in dem Film "Brokeback Mountain" an der Seite von Jake Gyllenhaal eine Oscar-Nominierung erhalten. Ledger war zuletzt in der Bob Dylan-Biografie "I'm Not There" auf der Leinwand zu sehen, in der er eine der sechs Rollen spielte, die den Musiker verkörpern. Er sei auf diese Rolle nicht besonders stolz, sagte Ledger der "New York Times" im vergangenen Herbst, er schien ziemlich gelangweilt zu sein von der Schauspielerei: "Ich habe das Gefühl, ich verschwende meine Zeit, in dem ich mich immer wiederhole. Ich fühle das gleiche bei allen Dingen, die ich mache. Der Tag, an dem ich sage, jetzt ist es gut, ist der Tag, an dem ich damit beginnen sollte, etwas ganz anderes zu tun." Erst kürzlich hatte Ledger für das Studio Warner Bros. die Dreharbeiten für die nächste Batman-Folge "The Dark Knight" abgeschlossen. Darin spielt er an der Seite von Christian Bale den Joker. Der Film soll im August in den deutschen Kinos anlaufen. "Heath war ein brillanter Schauspieler und ein außergewöhnlicher Mensch", hieß es in einer Mitteilung des Studios. Die Unterhaltungsbranche habe ein "riesiges Talent" verloren.
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Schon in jungen Jahren berühmt
Als Teenager stand Ledger in seiner australischen Heimat erstmals vor der Kamera. In Hollywood drehte er 1998 die Komödie "Zehn Dinge, die ich an dir hasse". An der Seite von Mel Gibson war er in dem Drama "Der Patriot" zu sehen. Er übernahm eine Nebenrolle in dem Südstaaten-Drama "Monster's Ball" mit Halle Berry und Billy Bob Thornton. Vor seiner Beziehung mit Williams war der Schauspieler unter anderem mit den Kolleginnen Naomi Watts und Heather Graham befreundet. In einem Interview sagte er einmal: "Ich bin nicht gerade gut dabei, meine Zukunft zu planen. Ich plane einfach nicht. Ich weiß nicht, was ich morgen mache. Ich lebe völlig in der Gegenwart, nicht in der Vergangenheit und nicht in der Zukunft."
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