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Karl Lagerfeld: "Mir wurde als Kind gesagt, ich wäre dumm"

Paul Sahner entzaubert den Mythos Lagerfeld  

"Mir wurde als Kind gesagt, ich wäre dumm"

07.09.2009, 13:02 Uhr | SaWo

Karl Lagerfeld 1973 an seinem Zeichentisch. (Foto: dpa)Karl Lagerfeld 1973 an seinem Zeichentisch. (Foto: dpa) Er selbst bezeichnet sich als "äußerst kultiviert. Gleichzeitig mondän. Aber ich gehöre zu keiner Kategorie. Ich gehöre nur mir selbst.“ Karl Lagerfeld, der Mythos im internationalen Modezirkus vereint Genie und Wahnsinn in einer Person. Dass er nur sich selbst gehört, hat er der Öffentlichkeit jahrzehntelang zu verstehen gegeben. Er war, ist und bleibt eine extravagante Persönlichkeit, die sich Zeit ihres Lebens in einen Cocon aus Geheimnissen hüllt. Er wirkt unnahbar, versteckte viele Jahre sein Gesicht hinter einem Fächer und gibt wenig über den wahren Lagerfeld preis. Dem Autor Paul Sahner ist es gelungen, dem großen Karl einige Mysterien zu entlocken und ein wenig Licht ins bislang noch vor der Öffentlichkeit verdunkelte Leben des Genies zu bringen. 15 Jahre lang begleitete er den Modegott und ist ihm in sehr intimen Interviews so nah gekommen, wie kaum ein anderer.

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"Meine Mutter war frech wie Straßendreck"

Lagerfeld ist ein Mann des Facettenreichtums - bekannt ist er vielen nur als Modeschöpfer, dabei versuchte er sich auch als Innenarchitekt, Autor, Galerist, Verleger und Stummfilmer. Er sagt selbst über sich: "Keiner hat soviel Erfolg wie ich. Keiner kann mithalten. Ich kann nicht mehr über die Straße gehen." Er hat es geschafft, ist auf dem Olymp der High-Society ganz oben angekommen. Lagerfeld wuchs als Sohn eines Hamburger Dosenmilch-Fabrikanten und dessen Frau Elisabeth in wohlhabenden Verhältnissen auf. Zu seiner Schwester Christiane hat der Modezar fast keinen Kontakt mehr: "Ich lege auf Familienbeziehungen keinen Wert. Die Familie meiner Schwester soll glücklich sein, ich passe in deren Leben nicht hinein." Über seine Halbschwester Thea sagt Lagerfeld: "Die habe ich 30 Jahre nicht gesehen, die ist inzwischen tot." Zu seiner Mutter hatte er einen sehr distanzierten Kontakt und offenbart Paul Sahner: "Meine Mutter war frech wie Straßendreck". Oft sagte seine Mutter zu ihm, er wäre dumm wie Ribbentrop.

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Kinderlähmung vorgetäuscht

Schon in seiner Schulzeit zeichnete sich die Exzentrizität Lagerfelds ab. Er spielte nie mit Gleichaltrigen und sagt heute: "Klein zu sein, empfand ich als die größte Zeitverschwendung meines Lebens." Um ab und zu den Unterricht zu schwänzen, habe er sich selbst dauernd krankgeschrieben. "Einmal habe ich sogar Kinderlähmung vorgetäuscht. Ich habe mir diese Krankheit so gut eingebildet, dass ich mich eine halbe Stunde wirklich nicht bewegen konnte. Meine Mutter hat mir eine Ohrfeige gegeben, da war die Lähmung wieder weg."


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Da wären die Spleens

Lagerfeld trägt jeden Tag frische Nachthemden. (Foto: Reuters)Lagerfeld trägt jeden Tag frische Nachthemden. (Foto: Reuters) Karl hat seit seiner Kindheit und Jugend Eigenarten und Spleens entwickelt, die er in den zahlreichen Interviews mit Paul Sahner preisgibt. Da wäre die Bettwäsche, die täglich gewechselt werden muss, oder die blütenweißen Nachthemden, die jeden Tag getauscht werden. Auch seine Unterwäsche muss strahlend weiß sein und wird meistens nach einem Tag weggeschmissen. Auch Auto fährt er nicht mehr selbst, nachdem er hinter dem Steuer ständig eingeschlafen ist und in den 60er Jahren einen Unfall baute, bei dem er fast ums Leben gekommen wäre. Ein prasselndes Kaminfeuer ist dem exzentrischen Lagerfeld ebenfalls ein Dorn im Auge: In seinen Kaminen steht generell nur eine Lampe, denn als Kind wäre er bei einem Kaminunfall fast verbrannt.

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Haare zwei Jahre nicht gewaschen

Wie nicht anders erwartet, legt das Modegenie extrem viel Wert auf sein Äußeres. Seine Haare reinigt er täglich mit Trockenshampoo, da kann es auch mal vorkommen, dass sie zwei Jahre kein fließendes Wasser sehen. Auf die Frage des Autors, ob es dann nicht am Kopf juckt, kontert die Stilikone: "Überhaupt nicht. Das Puder wird jeden Abend rausgebürstet, und dann kommt Haarwasser drauf!" Manchmal träumt er davon, wie es ist, wenn der Zopf ab ist, aber er hat Angst, dass seine Haare im Alter nicht mehr nachwachsen. Doch er ist sich darüber durchaus bewusst, dass nicht nur die Haare einen ganzen Kerl ausmachen. So hungerte sich Lagerfeld in nur 13 Monaten 42 Kilo unter ärztlicher Aufsicht von den Hüften. Seine Begründung: "Ich habe nur abgenommen, weil ich gesehen habe, wie sich die Mode ändert." Er wollte ein "idealer Kleiderbügel sein".

"Nach mir die Sintflut"

Als Unikum ist er aus dem oft zu steifen Modezirkus nicht mehr wegzudenken. Menschen wie ihn braucht die Luxuswelt gleichermaßen wie Otto-Normalverbraucher. Er entwirft sowohl für die oberen Zehntausend als auch für kreischende Teenies, die die H&M-Läden stürmen. Lagerfeld strahlt durch seine Extravaganz, er macht sein Ding und sieht es nicht ein, dabei auf andere Rücksicht zu nehmen. So stellt er sich auch sein Ende auf dieser Welt vor. Karl, das Genie, möchte keine Beerdigung, sondern sich am liebsten in Luft auflösen." Ein Testament wird es von ihm nicht geben, denn da vertritt Lagerfeld eine eiserne These: "Nach mir die Sintflut."


Das Buch "Karl" von Paul Sahner ist im mvg Verlag erschienen.



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