Sie sind hier: Home > Unterhaltung > Stars >

Gina-Lisa Lohfink: Prozess wird von Eklats und Protesten überschattet

Immer noch kein Urteil  

Eklats und Proteste im Prozess um Gina-Lisa

28.06.2016, 10:16 Uhr | AFP

Gina-Lisa Lohfink: Prozess wird von Eklats und Protesten überschattet. Der Prozess um Gina-Lisa ist noch immer nicht zu Ende. (Quelle: Reuters)

Der Prozess um Gina-Lisa ist noch immer nicht zu Ende. (Quelle: Reuters)

Der vielbeachtete Prozess um die angebliche Vergewaltigung von Gina-Lisa Lohfink ist am Montag von Protesten und Konfrontationen zwischen Lohfinks Verteidigern und der Vorsitzenden Richterin überschattet worden. Ein Urteil wurde noch nicht gefällt. Im August soll die Verhandlung fortgesetzt werden.

"Es war ein ekliges Gefühl", sagte die angeklagte Lohfink über das Wiedersehen mit einem ihrer angeblichen Vergewaltiger, dem als Zeugen verhörten Fußballer Pardis F. Der 28-Jährige sowie Lohfinks frühere Managerin Alexandra Sinner wurden zur Samstagnacht vom 2. auf den 3. Juni 2012 befragt, in der Lohfink nach eigenen Angaben von F. und dem Nachtclubangestellten Sebastian C. vergewaltigt wurde.

Ein Video als Beweis

Die Staatsanwaltschaft hält die Vorwürfe für frei erfunden und hatte deshalb ein Strafgeld über 24.000 Euro wegen falscher Verdächtigungen beantragt. Weil Lohfink die Zahlung ablehnte, muss nun in der Hauptverhandlung geklärt werden, was wirklich in der Nacht passierte.

Dabei stützen sich beide Seiten auf ein vielfach im Internet verbreitetes Video von dem Geschlechtsverkehr. Auf diesem ist zu hören, wie Lohfink unter anderem "Hör auf, hör auf" und "Nein, nein, nein" sagt. Pardis F. zufolge bezogen sich die Äußerungen auf die Videoaufnahmen.

Der Fall hat die Politik erreicht

Die durch die Castingshow "Germany's Next Topmodel" bekannt gewordene Lohfink ist überzeugt, dass ihre Trunkenheit ausgenutzt und sie mit K.o.-Tropfen manipuliert wurde. Sie betrachtet ihre im Video festgehaltenen Äußerungen als Beweis, sich gegen den Sex gewehrt zu haben.

Der Fall Lohfink hatte die derzeit debattierte Reform des Sexualstrafrechts angestoßen, derzufolge körperliche Gegenwehr nicht Bestandteil einer Vergewaltigung sein muss. "Nach der Reform des Sexualstrafrechts wird es so einen Prozess nicht mehr geben", sagte Verteidiger Benecke am Ende des Verhandlungstages.

Demonstration für Gina-Lisa

Er und Lohfink bedankten sich bei den mehreren Dutzend Unterstützern, die vor dem Amtsgericht mit dem Slogan "Nein heißt nein, du bist nicht allein." demonstrierten. Im Gericht kam es zu Tumulten, als F. den Saal verließ und ihn eine barbusige Femen-Aktivistin kreischend als "Schwein" beschimpfte.

Zuvor hatte der für einen Fußballclub in Aserbaidschan spielende Profi Lohfinks Vorwürfe bestritten. Er sagte: "Mir haben die Videos mehr geschadet als der Angeklagten." Während Lohfink nach Bekanntwerden der Videos zum Gesicht der Berliner Erotikmesse Venus geworden sei, habe seine Karriere erheblich gelitten.

Gina-Lisa musste den Saal zwischenzeitlich verlassen

Lohfink weinte während der Befragung von Pardis F. und musste den Saal zwischenzeitlich verlassen. F. berichtete, dass er sowohl in der Nacht vor als auch in der Nacht nach der angeblichen Vergewaltigung mit Lohfink geschlafen habe.

Zugleich widersprach sich der Berliner mehrmals bei seinen Angaben zu seinem angeblich losen Verhältnis zu C.. Lohfinks Verteidiger kündigten an, Beweise vorzulegen, dass F. und C. gemeinsam mit "zahlreichen Prostituierten" geschlafen hätten.

Verteidiger sorgen für Eklat

Allerdings warf auch das Verhalten der Angeklagten Fragen auf - unter anderem weshalb sie auch die Folgenacht mit F. verbrachte oder warum in der wenige Tage später erstellten Anzeige gegen die Verbreitung der Sexvideos noch von "einvernehmlichem" Geschlechtsverkehr die Rede war.

Als die Richterin die Öffentlichkeit nicht für die Sichtung der Sex-Aufnahmen ausschließen, sondern lediglich den Bildschirm von den Zuschauern abwenden wollte, kam es zum Eklat: "Ich glaube es hackt", brüllte Lohfinks Anwalt Simonis und stürmte mit Benecke und dem Model aus dem Saal, ohne dass Richterin Ebner den Prozess unterbrochen hatte.

Prozess-Fortsetzung am 8. August

Wegen der ständigen Auseinandersetzungen zwischen Ebner und der Verteidigung konnten die Videos nicht gesichtet und die Beweisaufnahme nicht abgeschlossen werden. Zudem muss ein Schöffengericht über die Befangenheitsanträge der Verteidigung gegen Richterin Antje Ebner befinden. 

Der Prozess gegen Lohfink soll am 8. August fortgesetzt werden. Über vier Jahre nach der angeblichen Vergewaltigung ist ein Urteil noch nicht absehbar.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
AnzeigeREIFENKONFIGURATOR

Anzeige
Mäntel-Highlights und schöne Jacken shoppen
bei MADELEINE
myToysbonprix.deOTTOhappy-size.detchibo.deLIDLBabistadouglas.deBAUR;

shopping-portal