Miriam Höller über schlimmste Zeit

"Ich war von heute auf morgen auf Hilfe angewiesen"

Von Luca Cordes

30.12.2017, 12:22 Uhr

Stuntfrau Miriam Höller: Die letzte Zeit war für sie nicht leicht. (Quelle: imago)

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Für Miriam Höller waren die letzten zwei Jahre nicht leicht. Sie brach sich beide Füße, musste den Tod ihres Partners Hannes Arch verarbeiten und verlor ihr Zuhause. Nun startet sie wieder durch – und hat große Ziele. 

Miriam Höller ist bester Laune, als t-online.de die Stuntfrau am Telefon erreicht. Es wird ein lockeres Gespräch, trotz all der Schicksalsschläge, die die schöne Blondine in der vergangenen Zeit ereilten. Während die 30-Jährige über all das spricht, wirkt sie konzentriert und aufgeräumt. "Es hat sich im letzten Jahr ziemlich viel bei mir getan, ich habe mich sehr verändert. Die unbeschwerte Miriam ist erwachsener und konsequenter geworden, aber schlussendlich auch fröhlicher und noch lebensbejahender. Es war für mich wichtig, mich einige Monate komplett rauszuziehen, um mein Leben neu zu sortieren, Antworten auf Fragen zu finden", erklärt sie gegenüber t-online.de.

Dramatischer Tod von Hannes Arch

Dazu hatte Miriam Höller allen Grund. Bei einem Shooting brach sich die Stuntfrau schon im letzten Jahr beide Füße. Doch das war erst der Anfang ihres Unglücks. In der Nacht zum 9. September 2016 stürzte ihr Partner, der Extremsportler Hannes Arch, mit dem Hubschrauber ab, als er mit einem Transportflug auf dem Weg zu einer Hütte im Großglocknergebiet in Kärnten war. Damit verlor die Ex-GNTM-Kandidatin nicht nur den wichtigsten Menschen im Leben, sondern auch ihr Zuhause. Das gemeinsame Haus in Salzburg konnte sie sich nicht mehr leisten. 

Hannes Arch war die Liebe ihres Lebens. (Quelle: imago)

Und dennoch: Aufgeben war für Miriam keine Option! "Dass, was mir im letzten Jahr passiert ist, dass ich mir die Füße gebrochen, meine Gesundheit und somit mein Kapital als Stuntfrau verloren habe, ist etwas, das viele Menschen selbst erleben. Aber auch der Tod ist etwas, was jeder von uns früher oder später mal erleben muss – leider", erklärt die Moderatorin. Erst habe sie sich mit ihrem Schmerz und der Trauer zurückgezogen, dann aber bewusst die Öffentlichkeit gesucht. 

Ein anderes Bild

"Die Öffentlichkeit hat auf einmal eine verletzliche und menschliche Miriam wahrgenommen, deren Schmerz und Gefühle sie nachvollziehen konnten", meint die Powerfrau. Doch gerade für sie war es schwer, die Hilfe anderer Menschen anzunehmen. "Ich war immer recht vorpreschend, dynamisch und sehr zielgerichtet. Auch sehr euphorisch. Es war für mich immer schwer, auch ein Nein zu akzeptieren, denn schon als Kind wollte ich immer die ganze Welt erobern und das am besten an einem Tag und ohne fremde Hilfe. Dadurch, dass ich mir beide Füße gebrochen habe und dreieinhalb Monate im Rollstuhl saß, war ich von heute auf morgen auf fremde Hilfe angewiesen", offenbart Miriam. 

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Und auch wenn es ihr heute wieder gut geht, sind längst noch nicht alle Wunden geheilt. Als Stuntfrau arbeiten kann sie nach wie vor noch nicht, denn Rennen und Springen fällt Miriam Höller immer noch schwer. Zukünftig will sie als Moderatorin im TV durchstarten und sich einer Herzensangelegenheit widmen: der Trauerbewältigung.

Viele Bücher, aber doch nicht das Richtige

"Anfangs habe ich nach Menschen gesucht, die ähnliches erfahren haben, um zu sehen, wie sie mit extremen und ungewollten Richtungswechseln im Leben umgehen. Es gibt so viele Bücher über Trauerbewältigung, Motivationsstrategien, Lebensratgeber oder ähnliches, aber mir fehlten immer die persönlichen Informationen und Geschichten der wahren Gefühlswelt und dem Umgang mit dem unwiderruflichen", berichtet sie. Und genau das will Miriam Höller jetzt angehen. Eine schöne Idee!

"Crazy Wheels - Abgefahren und durchgedreht" mit Miriam Höller jeden Donnerstag, 21:10 Uhr auf RTL Nitro.

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