Carsten Spengemann

"Ich glaube nicht, dass Daniel Küblböck gesprungen ist"

Von Elke Habekost

10.09.2018, 19:36 Uhr

Seit Sonntag vermisst: Die Suche nach Daniel Küblböck ist eingestellt worden, die Hoffnung, dass er noch lebend gerettet werden kann, schwindet. (Quelle: t-online.de)

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Diese Nachricht erschüttert die Fans: Ex-DSDS-Star Daniel Küblböck soll von Bord der Aidaluna gesprungen sein. Sein ehemaliger Weggefährte Carsten Spengemann kann das nicht glauben.

Bekannt wurde Daniel Küblböck Ende 2002, als er in der ersten Staffel von "Deutschland sucht den Superstar" als Kandidat in Erscheinung trat. Damals wurde die Erfolgssendung von Carsten Spengemann moderiert. Er erlebte den quirligen Sänger als einen seiner "persönlichen Lieblingskandidaten", wie er im Gespräch mit t-online.de erzählt. "Als ich gestern davon erfahren habe, dass Daniel Küblböck von Bord der Aida gesprungen sein soll, dachte ich mir nur: Das kann doch nicht sein."

Kennen sich von DSDS: Carsten Spengemann moderierte die Staffel, in der Daniel Küblböck als Kandidat auftrat. (Quelle: imago/Future Image / Getty Images)

Daniel Küblböck: Die Verwandlung des Paradiesvogels

Daniel Küblböck: 2003 nahm der damals 17-jährige Kinderpfleger an der Show "Deutschland sucht den Superstar" teil. (Quelle: dpa)

Deutschland war geteilter Meinung: Die einen hassten ihn, die anderen liebten den Paradiesvogel aus Hutthurm. (Quelle: dpa)

Daniel Küblböck schaffte es damals gemeinsam mit Alexander Klaws und Juliette Schoppmann in die Top 3 der Castingshow. (Quelle: dpa)

Für den Sieg gereicht hatte es damals nicht. Daniel landete auf dem dritten Platz. Das Rennen der ersten Staffel machte Alexander Klaws. (Quelle: imago)

Daniel blieb in den Medien präsent: 2004 zog er ins Dschungelcamp. (Quelle: imago)

Keine Reality-Show war vor ihm sicher: Ein Jahr nach dem Dschungelcamp und zwei Jahre nach DSDS wohnte Daniel Küblböck gemeinsam mit Olivia Jones und Antonia im Big-Brother-Dorf. (Quelle: imago)

Von Paradiesvogel zum Countrysänger: 2007 unterzog sich Daniel seinem ersten Imagewechsel. (Quelle: imago)

2011 machte der Sänger Schlagzeilen, weil er sich von der damals 70-jährigen Immobilien-Millionärin Kerstin Elisabeth Kaiser adoptieren lassen hat. (Quelle: dpa)

Wieder ein neuer Look: 2015 nahm der DSDS-Star mit blondiertem Haar als Kandidat an der achten Staffel der RTL-Show "Let’s Dance" teil. (Quelle: dpa)

Daniel Küblböck belegte mit seiner Tanzpartnerin Otlile Mabuse den sechsten Platz. (Quelle: imago)

Die Haare sind zwar wieder dunkel und auch eine Brille trägt er wieder, dennoch ist Daniel heute kaum wiederzuerkennen. (Quelle: imago)

"Er ist ein so herzlicher Mensch, sehr sensibel und ihm war es immer extrem wichtig, wie es anderen geht", erinnert sich der 46-Jährige an die Anfänge der Karriere des Sängers. "Kurz bevor er live vor einem Millionenpublikum gesungen hat, hat er mich gefragt, wie es mir geht. Dabei hätte es doch andersrum sein müssen", betont Carsten Spengemann und schmunzelt. "Genau das habe ich ihm auch gesagt und wir mussten beide herzlich lachen."

"Vielleicht ist er ausgerutscht und über Bord gegangen"

Der Moderator und American-Football-Experte lernte Daniel Küblböck als jemanden kennen, der "sein Herz auf der Zunge getragen hat und immer ein offenes Ohr für andere Menschen hatte." Genau aus diesem Grund kann er sich auch so schwer vorstellen, dass der gebürtige Bayer sein Leben selbst beendet hat. 

Moderatoren-Duo: Michelle Hunziker und Carsten Spengemann haben gemeinsam die erste Staffel von DSDS moderiert. (Quelle: imago/Horst Galuschka)

"Ich glaube nicht, dass Daniel Küblböck gesprungen ist. Er hat doch mit seinen Solarparks die Kurve bekommen, sich ein Leben abseits des Showgeschäfts aufgebaut und bei allem, was er gemacht hat, vollen Einsatz und Herzblut gezeigt", erklärt Carsten Spengemann. "Deshalb passt es für mich nicht zusammen, dass er gesprungen sein soll. Vielleicht ist er ausgerutscht und über Bord gegangen", mutmaßt der Hamburger. "Das kam in der Vergangenheit ja schon öfter bei Passagieren vor und die Reedereien wehren sich aus Kostengründen, die Reling höher zu setzen."



Sollte Daniel Küblböck wirklich freiwillig gesprungen sein, wie Aida in einem offiziellen Statement t-online.de erklärte, muss er verzweifelt gewesen sein, glaubt Carsten Spengemann.

"Daniel war immer ein kleiner Kämpfer, der nicht aufgegeben hat. Deshalb gehe ich wirklich von einem Unglück aus. Jemand, der so bemüht um andere ist, der wird auch von dem Gedankengang geleitet, dass er andere mit seinem Handeln verletzt", glaubt der Moderator.

"Und jeder Mensch, der so düstere Gedanken im Kopf hat, an sich zweifelt und Ängste vor der Zukunft und seinem eigenen Leben hat, sollte sich bewusst machen, dass es Menschen gibt, die sich freuen, wenn man sie trifft und die so ein Entschluss mehr bewegt, als alles andere."

Hinweis: Falls Sie viel über den eigenen Tod nachdenken oder sich um einen Mitmenschen sorgen, finden Sie hier sofort und anonym Hilfe.

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