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Boris Becker: Seine Kinder erleben Rassismus einmal die Woche einen

Boris Becker  

"Meine Kinder erleben einmal die Woche einen rassistischen Vorfall"

14.06.2020, 11:04 Uhr | JaH, t-online

Boris Becker: Seine Kinder erleben Rassismus einmal die Woche einen . Noah, Boris und Elias Becker: Seine Kinder erfahren regelmäßig Rassismus erklärte die Tennis-Legende.  (Quelle: imago images / Jan Huebner)

Noah, Boris und Elias Becker: Seine Kinder erfahren regelmäßig Rassismus erklärte die Tennis-Legende. (Quelle: imago images / Jan Huebner)

Wer rassistische Vorbehalte hat, der greift Boris Becker persönlich an. Die Tennislegende ist in erster Linie Vater. Dass seine Kinder regelmäßig mit Anfeindungen zu kämpfen haben, macht ihn sauer. 

Vor Kurzem ging Boris Becker in London auf die Straße, um gegen Rassismus zu protestieren. Dafür wurde der 52-Jährige öffentlich angefeindet. Schon da platzte ihm auf Twitter der Kragen: "Sind wir ein Land von Rassisten geworden?", fragte er. Das Thema bewegt ihn, nicht zuletzt auch, weil er selbst Kinder hat, die sich mit rassistischen Anfeindungen auseinandersetzen müssen. 

"Wir behandeln Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe anders" 

Jetzt sprach Becker im Interview mit "Bild am Sonntag" über seine Beweggründe. Nach dem Tod von George Floyd durch Polizeigewalt habe er an den Protesten teilgenommen, weil unsere Gesellschaft ein gewaltiges Problem habe, wie er erklärte. "Wir behandeln immer noch Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe, Herkunft und Religion anders. Für mich ist das Thema sehr persönlich." 

"Meine vier Kinder sind alle mixed race", führt er weiter aus. "Dabei spielt es keine Rolle, ob Noah eine dunklere Hautfarbe hat oder Amadeus eine hellere. Auch die Mütter meiner Kinder haben eine andere Hautfarbe als ich", so Becker. "Wer also Vorbehalte gegenüber der schwarzen Bevölkerung hat, greift mich persönlich an." Seit seiner ersten Ehe mit Barbara Becker beschäftige er sich mit dem Thema Rassismus. Seitdem erlebe er persönlich, was Menschen mit dunkler Hautfarbe ertragen müssten. 

Dass diese Anfeindungen auch seine Kinder erleben, sei für ihn besonders dramatisch: "Meine älteren drei Kinder erleben mindestens einmal die Woche einen rassistischen Vorfall, daher bin ich mit ihnen im ständigen Austausch über dieses Thema", sagte Becker. Sein jüngster Sohn, der zehnjährige Amadeus sei "zum Glück noch etwas jung und nicht so wie seine großen Geschwister allein unterwegs".

"Auf solche Fans kann ich verzichten" 

Auch wenn Becker also schon seit fast 30 Jahren erlebt, was Rassismus ist, habe ihn die jüngste Welle der Empörung erschüttert. Nach seiner Teilnahme an den Protesten in London sei er von denjenigen angefeindet worden, die ihn früher auf dem Tennisplatz bejubelt haben. "Ganz ehrlich: Auf solche Fans kann ich verzichten", erklärte der dreimalige Wimbledonsieger.  

Beckers sehe es als seine Aufgabe seinen Kindern Stärke mit auf den Weg zu geben, damit sie den Angriffen eine Haltung entgegensetzen können: "Bilde dich, informiere dich. Je mehr du weißt, umso besser wirst du." Es sei unmöglich mit einem "unverbesserlichen Rassisten" könne man nicht reden, der würde nicht zuhören. "Wenn der Rassist jedoch sieht, dass du ihm beruflich und menschlich drei Längen voraus bist, ist das eine viel härtere Strafe. Das ist meine Botschaft an meine Kinder."


Außerdem sei es wichtig, nicht zu schweigen und nicht wegzusehen. "Ich fordere, dass man eingreift." Vor allem Alltagsrassismus müsse bekämpft werden. "Wir leben doch nicht mehr auf dem Baum. Wir haben uns längst vom Affen zum Menschen entwickelt und sollten unseresgleichen auch mit dem gleichen Respekt begegnen", stellte Boris Becker klar. 

Der Tennisstar hat vier Kinder aus drei Beziehungen. Aus seiner ersten Ehe mit Barbara Becker stammen der 26-jährige Noah Becker und der 20-jährige Elias Becker. Mit dem Model Angela Ermakova hat er die 20-jährige Tochter Anna Ermakova. Aus der Ehe mit Lilly Becker stammt der zehnjährige Amadeus Benedict Edley Luis Becker.

Verwendete Quellen:

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