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ZDF-Star fliegt nach Gewaltvorwürfen aus RTL-Produktion

  • Steven Sowa
Von Steven Sowa

Aktualisiert am 29.06.2022Lesedauer: 5 Min.
Karim Günes und die RTL-Produktion "Miss Merkel": Der Schauspieler ist in der Romanverfilmung offenbar nicht mehr erwünscht.
Karim Günes und die RTL-Produktion "Miss Merkel": Der Schauspieler ist in der Romanverfilmung offenbar nicht mehr erwünscht. (Quelle: imago images/Eventpress/RTL/Maor Waisburd/Montage U. Frey für t-online)
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Ein Prestigeprojekt von RTL, ein ZDF-Schauspieler mit laufendem Gerichtsverfahren und die Frage: Passt das zusammen? Für Karim Günes eine Frage mit Konsequenzen.

Es ist der Montag in dieser Woche. RTL verschickt eine Pressemeldung mit dem Titel: "'Miss Merkel' mit Katharina Thalbach als Ex-Kanzlerin". Der Sender gibt mit seiner Nachricht bekannt, was t-online bereits seit vergangener Woche weiß: Die Dreharbeiten zur Romanverfilmung von David Safiers Bestseller "Miss Merkel – Mord in der Uckermark" sind abgeschlossen.


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Weiter heißt es dort: "Nach 16 Jahren Kanzler*innenschaft ist Angela Merkel (Katharina Thalbach) mit ihrem Ehemann (Thorsten Merten) und Personenschützer Mike (Tim Kalkhof) in Klein-Freudenstadt in der Uckermark endlich im Ruhestand angekommen." Was RTL nicht sagt: Zuvor hat es bei der Produktion hitzige Diskussionen um die Besetzung gegeben – der Personenschützer Merkels sollte ursprünglich von einem anderen Schauspieler verkörpert werden.

Sein Name: Karim Günes. Doch der taucht nun nirgends mehr auf. Der 36-Jährige hat seine Rolle verloren. Günes und RTL gehen getrennte Wege. Der Sender bestätigt das auf Nachfrage von t-online: "Ursprünglich war eine Zusammenarbeit mit Karim Günes als Schauspieler für das Projekt 'Miss Merkel' geplant", gibt Pressesprecher Claus Richter zu und fügt an: "Noch vor Drehstart haben wir uns allerdings dazu entschlossen, die Rolle anderweitig zu besetzen."

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Personenschützer Mike: In der finalen Fassung der Romanverfilmung wird er von Tim Kalkhof verkörpert, ursprünglich war Karim Günes für die Rolle vorgesehen.
Personenschützer Mike: In der finalen Fassung der Romanverfilmung wird er von Tim Kalkhof verkörpert, ursprünglich war Karim Günes für die Rolle vorgesehen. (Quelle: RTL/Maor Waisburd)

Zu den Hintergründen schweigt RTL. "Bitte haben Sie Verständnis, dass wir uns zu weiteren produktionsinternen Details nicht äußern", heißt es lediglich. Recherchen von t-online zeigen allerdings: Es ist kompliziert. Denn Karim Günes muss sich derzeit vor Gericht verantworten. In erster Instanz wurde der Schauspieler bereits am 8. November 2021 verurteilt. Das Amtsgericht Tiergarten schrieb damals in seinem Urteil, das t-online vorliegt: "Der Angeklagte wird wegen vorsätzlicher Körperverletzung in Tateinheit mit Nötigung zu einer Geldstrafe (...) verurteilt."

Gewaltvorfall in Paris 2019: Schlug Günes seine Ex?

Doch das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Günes geht in Berufung, eine Entscheidung in zweiter Instanz steht aus. Wann das Gericht den Termin dafür anberaumt: unklar. "Die Terminierung der Berufungssache obliegt allein dem zuständigen Richter", bestätigt Christina von Bothmer, Sprecherin der Berliner Strafgerichte, t-online auf Nachfrage. Es könne noch Wochen oder gar Monate dauern, bis ein "Hauptverhandlungstermin ersichtlich" wird.

Verhandelt wird ein Vorfall aus dem Oktober 2019: Karim Günes hält sich zu der Zeit mit seiner damaligen Freundin in Paris auf. Sie haben ein Apartment gemietet, zehn Tage wollen sie in der Stadt der Liebe zusammen verbringen. Doch daraus wird nichts. Wie Günes' Ex-Freundin später aussagen wird, kommt es in dem Apartment zu einem Streit. Günes soll wegen Chatnachrichten eifersüchtig geworden sein – und sie daraufhin geschlagen haben. Als sie den Ort des Geschehens verlassen will, habe er sie daran gehindert und beschimpft. Günes bestreitet die Vorwürfe.

Beim ZDF wird Karim Günes weiterhin besetzt

Die Frau, deren vollständiger Name t-online bekannt ist, kehrt laut Urteil des Amtsgerichts noch am selben Tag nach Berlin zurück und erstattet Strafanzeige. Ihre Verletzungen lässt sie dokumentieren. In der Beweisführung gegen Karim Günes wird dies vom Gericht angemerkt. Die erlittenen Hautunterblutungen seien "in der rechtsmedizinischen Begutachtung der Gewaltschutzambulanz der Charité vom 17. Dezember 2019" bestätigt worden.

Es ist nicht das erste Mal, dass über diesen Vorfall berichtet wird. Am 26. November 2021 schreibt die "Bild"-Zeitung von einer Verurteilung des Schauspielers: "Im ZDF ein Polizist, im wahren Leben ein Fall für die Justiz". Inzwischen ist der Artikel nicht mehr auffindbar. Auch sonst sind jegliche Meldungen über die angebliche Gewaltvergangenheit von Karim Günes nahezu spurlos aus dem Internet verschwunden. Über Umwege kann t-online die damalige Berichterstattung zwar rekonstruieren, die Gründe für ihr Verschwinden allerdings sind nicht überliefert. Eine Erklärung: Karim Günes ist juristisch gegen sie vorgegangen – und war erfolgreich.

"Stralsund – Das Phantom": Kommissar Karim Uthman (Karim Günes) im Einsatz.
"Stralsund – Das Phantom": Kommissar Karim Uthman (Karim Günes) im Einsatz. (Quelle: ZDF und Gordon Timpen)

Dass der Schauspieler wenig Interesse haben dürfte, Schlagzeilen über Körperverletzung und Nötigung über sich lesen zu müssen, liegt auf der Hand. Bereits im Urteil gegen ihn wird seine Sicht auf die Dinge wiedergegeben: "Nachdem ein richtiger Shitstorm in der Presseberichterstattung über ihn ergangen sei, habe ihm auch seine Agentur gekündigt." Berufliche Konsequenzen wegen einer mutmaßlichen Tat in der Privatsphäre: Wiederholt sich jetzt mit "Miss Merkel", was schon einmal mit Günes' Karriere passierte?

Seine Hauptrolle in der ZDF-Serie "Stralsund" bekleidet das frühere Model weiterhin. Insgesamt war Günes bereits zehnmal als Hauptkommissar Karim Uthman neben seinen Kollegen Katharina Wackernagel und Alexander Held zu sehen. Zuletzt erreicht der Fall "Stralsund – Wilde Hunde" am 5. Februar 2022 7,28 Millionen Menschen. Fast jeder dritte Fernsehzuschauer sieht an diesem Abend zur Primetime, wie Karim Günes in seiner Rolle einen Verdächtigen unter die Lupe nimmt und dabei seine vergangenen Strafdelikte überprüft.

Wollen Schauspielerinnen nicht mit Günes zusammenarbeiten?

Doch im echten Leben hält er sich bei Nachfragen zu seiner eigenen Strafakte bedeckt. Auf mehrere Anrufe und Nachrichten von t-online meldet sich Karim Günes nicht zurück. Auch auf einen umfassenden Fragenkatalog reagiert er nicht. Sein Management lässt telefonisch wissen, dass die t-online-Anfrage angekommen sei und zur Kenntnis genommen wurde. Doch eine Antwort? Gibt es auch hier nicht.

Dabei wirft die Sache durchaus Fragen auf. Warum entscheidet sich die RTL-Produktion erst für den Schauspieler, zieht die Zusage dann aber zurück? Nach Informationen von t-online hat das auch mit der Tatsache zu tun, dass die Gewaltvorwürfe gegen Karim Günes einigen beteiligten Kolleginnen bekannt waren – und zu Unstimmigkeiten am Set führten. So habe die Darstellerin einer weiblichen Nebenfigur, die mit Günes' angedachter Rolle flirten sollte, Bedenken geäußert. Mindestens eine weitere Schauspielerin habe ebenfalls protestiert: Sie wolle nicht mit Günes zusammenarbeiten. Als t-online die Frau telefonisch erreicht, bestätigt sie ihren Protest aufgrund der Günes-Personalie. Doch weil sie berufliche Konsequenzen befürchtet, will sie sich nicht namentlich zu der Sache äußern.

Berlinale 2019: Hier ist Karim Günes mit Schauspielerin Nilam Farooq auf einer Party zugegen, acht Monate später ereignet sich in Paris ein Vorfall, der sein Leben offenbar nachhaltig verändert.
Berlinale 2019: Hier ist Karim Günes mit Schauspielerin Nilam Farooq auf einer Party zugegen, acht Monate später ereignet sich in Paris ein Vorfall, der sein Leben offenbar nachhaltig verändert. (Quelle: imago-images-bilder)
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Eine weitere Schauspielerin zieht ihr Engagement bei der Produktion zurück, will aber auf Nachfrage nicht bestätigen, dass Karim Günes dafür der ausschlaggebende Punkt gewesen sei: "Es ist korrekt, dass Maike Jüttendonk eine Rolle in 'Miss Merkel' zugesagt hatte und für kurze Zeit Teil der Produktion war", teilt ihr Management t-online mit und schreibt: "Ihre Absage im Produktionsprozess war eine persönliche, künstlerische Entscheidung."

Ob das für Karim Günes überhaupt relevant ist? Er hat eine potenziell lukrative Rolle in einer RTL-Verfilmung verloren, das dürfte den Schauspieler schon schmerzen. Doch sollte eine Vorgehensweise wie bei "Miss Merkel" Schule machen, könnte die ganze Karriere des 36-Jährigen gefährdet sein. Dabei gilt nach wie vor die Unschuldsvermutung und der Fakt, dass Günes weder vorbestraft ist noch seit dem Urteil im November vergangenen Jahres weiter aktenkundig wurde, jedenfalls nicht in seiner Wahlheimat Berlin. Das Landgericht Berlin bestätigt t-online: "Weitere Verfahren gegen den Angeklagten sind derzeit nicht anhängig."

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