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Spaniens Regierung verteidigt Juan Carlos: "Er ist vor nichts geflohen"

Städte wollen Straßen umbenennen  

Spaniens Regierung: Juan Carlos ist nicht geflohen

05.08.2020, 20:05 Uhr | dpa

Spanier reagieren mit Unverständnis: Ex-König Juan Carlos will das Land verlassen

In einem Schreiben teilte Juan Carlos mit, Hintergrund seiner Entscheidung seien der "öffentliche Widerhall auf gewisse Episoden meines früheren Privatlebens".

Spanier reagieren mit Unverständnis: Wegen dieses Stücks will Ex-König Juan Carlos das Land verlassen. (Quelle: Reuters)


Weiterhin nicht offiziell bestätigt ist der Aufenthaltsort von Spaniens Ex-König Juan Carlos. Nun stellt sich die Regierung hinter den unter Korruptionsverdacht stehenden früheren Monarchen.

Nach der ebenso umstrittenen wie mysteriösen Ausreise von Altkönig Juan Carlos reißt die Kritik an Regierung und Royals in Spanien nicht ab. Nun versicherte die stellvertretende Ministerpräsidentin Carmen Calvo, Juan Carlos sei nicht vor der Justiz geflüchtet. "Er ist vor nichts geflohen", sei kein Angeklagter, betonte sie vor Journalisten.

In einem am Montagabend von der Casa Real veröffentlichten Brief an seinen Sohn und Nachfolger, König Felipe, hatte Juan Carlos mitgeteilt, dass er wegen der Finanzaffäre ins Ausland ziehe. Damit wolle er die Arbeit Felipes "erleichtern". Nach Medienberichten hatte das frühere Staatsoberhaupt zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Briefes Spanien längst verlassen. 

Aufenthaltsort weiterhin unklar

Das Exil des Altkönigs sei von der Regierung und dem Königshaus gemeinsam beschlossen worden, versicherten gewöhnlich gut informierte Medien. Der Aufenthaltsort des Bourbonen war am Mittwoch allerdings weiter unklar. Das Königshaus hüllte sich zu dieser Frage in Schweigen. Ministerpräsident Pedro Sánchez sagte auf Fragen von Journalisten nur: "Ich weiß es nicht."

Juan Carlos soll sich nach übereinstimmenden Berichten in der Dominikanischen Republik aufhalten. Er sei dort bei einem engen Freund, dem Zuckermagnaten Pepe Fanjul, untergekommen, heißt es. Seine Frau, Königin Sofia, sei bei der Familie in Spanien geblieben, wolle den Sommer gemeinsam mit Sohn, Schwiegertochter und den beiden Enkelinnen in der Residenz auf Mallorca verbringen.

Umbenennungen von Straßen, Gebäuden, Plätzen angekündigt

Während Sánchez das Verhalten des Königshauses lobte und "Respekt" für die Entscheidung von Juan Carlos äußerte, sprach sein zweiter Stellvertreter Pablo Iglesias vom Koalitions-Juniorpartner Unidas Podemos von einer "unwürdigen Flucht". Die Stadt Gijón im Norden Spaniens kündigte wegen des Skandals die Umbenennung der Avenida Juan Carlos I. an, einer der wichtigsten Verkehrsadern der Stadt. Laut Medien erwägen weitere Gemeinden und Regionen ähnliche Maßnahmen.

Im Skandal geht es um mutmaßliche Schmiergeldzahlungen beim Bau einer Hochgeschwindigkeitsbahnstrecke in Saudi-Arabien durch ein spanisches Konsortium. Juan Carlos soll 2008 von den Saudis 100 Millionen US-Dollar für die Vermittlung kassiert haben. Damals genoss er als Monarch zwar noch Immunität. In Zusammenhang mit der Zahlung wird er aber nun der Steuerhinterziehung und der Geldwäsche nach seiner Abdankung im Juni 2014 verdächtigt. Im Juni leitete das Oberste Gericht in Madrid Ermittlungen ein.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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