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Nebenjobs der TV-Journalisten: Verärgerte Marietta Slomka äußert sich

Nebenjobs der TV-Journalisten  

Verärgerte Marietta Slomka äußert sich

07.07.2009, 18:14 Uhr | AP/JW

Marietta Slomka äußert sich zu der Nebenverdienst-Debatte. (Foto: imago)Marietta Slomka äußert sich zu der Nebenverdienst-Debatte. (Foto: imago) Nachdem in den letzten Tagen mehrfach über die Nebeneinkünfte der TV-Journalisten diskutiert und sogar der Verzicht auf diese gefordert wurde, äußert sich nun auch "heute-journal"-Frontfrau Marietta Slomka und nimmt in der "Bild am Sonntag" bereitwillig Stellung. Die 40-Jährige sagte: "Es ärgert mich, dass ich in diese Diskussion mit hineingezogen werde, aber ich kann gerne über alles Auskunft geben." Und weiter: "Bei der Auswahl der angebotenen Moderationen, politischen Gespräche und Veranstaltungen prüfe ich sehr sorgfältig und sage 99 Prozent ab." Letztendlich seien es drei bis vier Auftritte im Jahr. Am kommenden Donnerstag wird die News-Lady beim "50. Henkell & Söhnlein Forum" in Wiesbaden FDP-Chef Guido Westerwelle interviewen. Ihr Honorar dafür spendet Slomka: "Im konkreten Fall werden mein SOS-Patenkind in Guinea-Nisseau und die Arche in Berlin von dem Honorar in Höhe von 8000 Euro profitieren."

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"Stehe nicht als Zwischengang für bunte Abende zur Verfügung"

Die Journalistin betonte, es habe schon Angebote über 30.000 Euro gegeben, die sie umgehend abgesagt hätte: "Ich stehe weder als Moderatorin von Firmenjubiläen oder als unterhaltsamer Zwischengang für bunte Abende in Unternehmen zur Verfügung und natürlich schon gar nicht für Werbung." Slomka erklärte zudem, sie lasse sich nicht von einer Agentur für Moderationen vermitteln. Stattdessen wähle sie in Einzelfällen aus, wenn sie persönlich gefragt werde. In der Vergangenheit hatte sie den Henri-Nannen-Preis, den Deutschen Gründerpreis und den Wirtschaftstag in Frankfurt moderiert.

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Buhrow & Co. unter Druck

Mr. Tagesthemen, Tom Buhrow: Laut "Zapp" etwa 20.000 Euro pro Auftritt (Foto: dpa)Mr. Tagesthemen, Tom Buhrow: Laut "Zapp" etwa 20.000 Euro pro Auftritt (Foto: dpa) Zuletzt waren mehrere Fernsehjournalisten wie "Tagesthemen"-Moderator Tom Buhrow nach den Berichten über gut bezahlte Nebentätigkeiten immer stärker unter Druck geraten. Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" und "Bild" berichteten am Wochenende, leitende Redakteure von "ARD Aktuell" hätten Buhrow in einem Brief aufgefordert, auf künftige Nebenerwerbstätigkeiten zu verzichten beziehungsweise besser darauf zu prüfen, ob sie der Glaubwürdigkeit der "Tagesthemen" und des Senders schaden könnten. Laut "Bild" sollen "ARD-Aktuell"-Mitarbeiter außerdem an ihren Sender appelliert haben, Buhrow und anderen Moderatoren keine Nebentätigkeit mehr zu genehmigen. Der NDR äußerte sich nicht zu den Berichten.

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"Großartige Journalisten"

NDR-Fernsehdirektor Frank Beckmann betonte im Radiosender NDR Info am Freitagabend, die Nebentätigkeiten seien genehmigt oder mit den Vorgesetzten abgesprochen worden. Es gebe sehr viele Journalisten, "die Nebentätigkeiten haben, und das ist auch völlig in Ordnung. Sie schreiben Bücher, sie halten Vorträge, sie moderieren vor einem Plenum. Und dafür wird man bezahlt, und das ist normal." Entscheidend sei, dass die Moderatoren unabhängig blieben: "Jeden Abend wird klar, dass Tom Buhrow und auch Caren Miosga großartige Journalisten sind". Er könne sich nicht vorstellen, dass sie irgendeine Frage nicht stellen würden, weil sie irgendwann einen Vortrag gehalten hätten. "Das würde jeder sofort merken, und wir würden es auch sofort diskutieren." Der NDR erarbeitet zurzeit Verhaltensregeln für Journalisten, wie das Nachrichtenmagazin "Focus" berichtete und wie der Sender bestätigte.

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Erste Konsequenzen gefordert

Ferner berichtete "Focus" unter Berufung auf Mitglieder des NDR-Rundfunkrates, bei einer Sitzung am Freitag seien erste Konsequenzen aus dem "Fall Buhrow" gefordert worden. So solle die Genehmigungspraxis für Nebentätigkeiten überprüft und Mitarbeiter verpflichtet werden, die Höhe ihres Honorars anzugeben. Das NDR-Medienmagazin "Zapp" hatte über Nebenverdienste prominenter Fernsehmoderatoren wie Buhrow oder ZDF-Mitarbeitern wie Claus Kleber, Peter Hahne und Anja Kohl berichtet. "Zapp" zufolge zahlte etwa die Sektkellerei Henkell für einen Auftritt Buhrows beim "49. Henkell & Söhnlein Forum" mehr als 10.000 Euro. Buhrow befragte dort den SPD-Politiker Kurt Beck. Für einen Auftritt beim "Kapitalmarkt Forum", das wegen der Finanzkrise abgesagt wurde, sollte die Deutsche Bank ursprünglich 20.000 Euro zahlen.


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