Sie sind hier: Home > Unterhaltung > TV >

Bierhoff: "Nationalmannschaft von 'Tatort' missbraucht"

Bierhoff: "Nationalmannschaft von 'Tatort' missbraucht"

25.03.2011, 15:24 Uhr | dpa/SKO

Bierhoff: "Nationalmannschaft von 'Tatort' missbraucht". Oliver Bierhoff (Foto: Imago)

Oliver Bierhoff (Foto: Imago)

Der Umgang mit dem Thema Homosexualität im Profifußball in dem am vergangenen Sonntag ausgestrahlten "Tatort: Mord in der ersten Liga" aus Hannover hat bei der deutschen Nationalmannschaft für Unmut gesorgt. "Ich finde es schade und ärgerlich, dass die Prominenz der Nationalelf missbraucht wird, um irgendein Thema zu entwickeln oder einen Scherz zu machen", sagte Manager Oliver Bierhoff der "Bild"-Zeitung. In das Drehbuch des "Tatorts" war auch eine Verbindung zur DFB-Auswahl eingebaut worden.

"Halbe Nationalmannschaft schwul"

Der sich in dem Film später als schwuler Fußballer outende Hauptdarsteller sagte: "Wissen Sie, die halbe Nationalmannschaft ist angeblich schwul, einschließlich Trainerstab. Das ist doch schon so eine Art Volkssport, das zu verbreiten." Bierhoff wertete diese Anspielung als "einen Angriff auf meine Familie - die Familie der Nationalmannschaft".

"Sensibel bleiben"

DFB-Präsident Theo Zwanziger verwies zwar auf die in solchen Filmen praktizierte Überzeichnung des Themas. "Allerdings sollte man bei dem schwierigen Thema auch sensibel bleiben und nicht durch unwahre und unnötige Randbemerkungen von den eigentlichen Aufgaben ablenken", bemerkte der Verbandschef.

"Nicht wehrlos gegen Gerüchte"

Gerade auch die Nationalmannschaft habe sich geschlossen und offen gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit gestellt, betonte Zwanziger. "Es ist mir völlig egal, welche sexuelle Orientierung einer unserer Nationalspieler oder Nationalspielerinnen hat." Bierhoff kündigte grundsätzliche Überlegungen an, "wie wir mit solchen Dingen umgehen. Dass wir nicht wehrlos sind gegen Gerüchte und falsche Unterstellungen aller Art".

Idee zum "Tatort" kam von Zwanziger selbst

Kurios an der Kritik an dem "Tatort" über Homophobie im Fußball ist, dass Zwanziger selbst die Idee dazu hatte und diese Kommissarin-Lindhom-Darstellerin Maria Furtwängler höchstpersönlich unterbreitet hatte. Zwanzigers Ziel war es, das heikle Thema mit einem Krimi darüber stärker in die Öffentlichkeit zu bringen. Bierhoffs harscher Reaktion zufolge haben die Macher des NDR-Krimis dem DFB mit der Umsetzung aber eher einen Bärendienst erwiesen.

Sind Sie bei Facebook? Werden Sie ein Fan von t-online.de!

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Der Sommer zieht ein: shoppe Outdoor-Möbel u.v.m.
jetzt auf otto.de
myToysbonprix.deOTTOUlla Popkenamazon.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal