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Sonntagskrimi macht auf Mystery: Der paranormale Abgang von "Tatort"-Star Aljinovic

Sonntagskrimi macht auf Mystery  

Der paranormale Abgang von "Tatort"-Star Aljinovic

12.11.2014, 14:42 Uhr
Sonntagskrimi macht auf Mystery: Der paranormale Abgang von "Tatort"-Star Aljinovic. Im "Tatort: Vielleicht" jagt Felix Stark (Boris Aljinovic) den mörderischen Vorhersehungen von Trude (Lise Risom Olsen) hinterher.  (Quelle: rbb/Frédéric Batier)

Im "Tatort: Vielleicht" jagt Felix Stark (Boris Aljinovic) den mörderischen Vorhersehungen von Trude (Lise Risom Olsen) hinterher. (Quelle: rbb/Frédéric Batier)

Trotz guter Spannung, die Boris Aljinovics Abschieds-Krimi am Sonntagabend bot: Der "Tatort: Vielleicht" im Stil eines Mystery-Films hat mit gängigen Krimi-Mustern gebrochen, wirkte dadurch etwas beliebig und ließ eine wichtige Frage ungeklärt.

In der Folge sieht die norwegische Studentin Trude (Lise Risom Olsen) in ihren Träumen immer wieder vorher, wie Menschen ermordet werden. Auch den Mord an der Studentin Lisa ahnt sie voraus - was sich so kurz darauf auch bewahrheitet.

Zu wenig Krimi, zu viel "Minority Report"

Kommissar Stark (Aljinovic), der nach dem Ausstieg von Darsteller Dominic Raacke erstmals allein ermittelt, wird schnell klar, dass Trudes Eingebungen keine bloßen Fantastereien sind. Er heftet sich an ihre Fersen und kann Lisas Mörder dank Trudes Hilfe rasch dingfest machen.

Doch wer gehofft hatte, dass es für die mörderischen Vorhersehungen eine Erklärung jenseits parapsychologischer Strickmuster gibt, der wurde enttäuscht. Denn letztlich blieb es dabei, dass Trudes Hellseherei schlichtweg übersinnlich und "logisch nicht zu erklären" ist, wie sie in dem Film selbst sagte.

Vielen "Tatort"-Fans, die realitätsnahe Fälle gewohnt sind, dürften Trudes Eingebungen als handlungsbestimmendes Element jedoch zu beliebig, der Plot zu nah dran an Mystery-Streifen à la "Minority Report" gewesen sein. Dazu kommt, dass das Mord-Motiv eines zweiten Täters, von dem schließlich auch Stark niedergeschossen wird und anschließend in Lebensgefahr schwebt, völlig auf der Strecke blieb.

Olsen brilliert als Hellseherin

Obwohl der Krimi dennoch viel Spannung bot und Olsen die wegen ihrer unheimlichen Fähigkeit völlig verstörte Hellseherin überzeugend mimte: "Tatort" und Mystery zu vereinen war zwar ein netter Versuch, das Ganze funktioniert aber als Krimi nur sehr bedingt.

Das alleine schon, weil Krimi-Liebhaber die Qualität eines Falls nicht zuletzt an der Plausibilität der Abläufe festmachen. Gerade dem wurde der Film von Regisseur und Drehbuchautor Klaus Krämer aber nicht gerecht. "Das ist mir alles zu spooky", meinte auch eine Ermittlerin aus Starks Team über Trudes Prophezeiungen - und dürfte vielen "Tatort"-Fans damit aus der Seele gesprochen haben. 

Nach der Ära Aljinovic/Raake sind "Tatort"-Fans darauf gespannt, wie es mit den Nachfolgern Mark Waschke und Meret Becker im kommenden Jahr weitergeht. Zu hoffen ist, dass der Ausflug in Mystery-Welten ein einmaliges Spektakel beim RBB-"Tatort" bleibt und die Krimis sich künftig wieder an der Wirklichkeit, statt an übersinnlichen Wunderwelten orientieren.

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