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Dschungelcamp 2015 öde wie nie: Nur Walter reicht nicht


Nur Walter reicht nicht  

"Dschungelcamp" öde wie nie - wie soll das nur weitergehen?

27.01.2015, 15:29 Uhr | jho

"Da läuft doch eh alles nur nach Drehbuch" - das ist einer der Lieblings-Vorwürfe an Reality-Shows von "Bachelor" über "Germany's Next Topmodel" bis "Dschungelcamp". Doch gerade bei letzterem müssten die RTL-Drehbuchschreiber in diesem Jahr etwas extrem falsch gemacht haben. Denn strotzten die vergangenen Staffeln noch vor Zickereien, Flirts, nackten Tatsachen oder Skandälchen, sind die aktuellen elf Promis im Urwald-Camp einfach nur zum Gähnen. Deshalb drängt sich nach eineinhalb Wochen "Dschungelcamp" der Verdacht auf: Von wegen Drehbuch - die sind wirklich so öde!

Der einzige, der verlässlich für Zoff zu sorgen versucht, ist Walter Freiwald. Er ist eigentlich eine Idealbesetzung: Überraschend größenwahnsinnig, ehrgeizig, streitbar und unberechenbar bei Prüfungen hat er sich bisher präsentiert. Doch der verhinderte RTL-Programmdirektor und Beinahe-Bundespräsident ist in seiner völligen Selbstüberschätzung und Realitätsferne letztlich zu bemitleidenswert, um beim Zuschauer als dauerhaftes Feindbild - wie beispielsweise ein Michael Wendler - zu taugen. Auch seine (kalkuliert?) rührende Liebeserklärung an seine Frau machte das Bild des gnadenlosen Cholerikers gleich wieder zunichte.

Und, was noch erschwerend hinzukommt: Die anderen Dschungelcamper spielen nicht mit. Walter hat keinen Gegenpart, der wirklich ernsthaft in die Erzfeind-Rolle schlüpfen will. Stattdessen kam bisher nur zaghafter Widerspruch, wenn Walter mal wieder ausfällig wurde. Lieber ging man ihm schlicht aus dem Weg oder ertrug stillschweigend seine Ausbrüche. Ein zweiter Walter brächte vielleicht etwas Spannung rein, aber den sucht man im Camp vergebens.

Totalausfälle und ein zahmer Macho

Oder Aurelio Savina: Bei "Die Bachelorette" war er als der Super-Macho aufgefallen und tönte vor dem Einzug ins Camp, er plane, Dschungel-Sex zu haben. Und nun? Der harte Kerl entpuppte sich vielleicht nicht gerade als Softie, aber sein Macho-Gehabe scheint er im Versace-Hotel vergessen zu haben. Stattdessen präsentiert er sich erstaunlich ruhig und besonnen - aber wer will das schon sehen?

Dabei gab und gibt es noch größere Totalausfälle im "Dschungelcamp": Benjamin Boyce - war der überhaupt dabei, so selten, wie er zu sehen war? Und auch Jörn Schlönvoigt oder Rebecca Siemoneit-Barum tun offenbar alles, um bloß nicht weiter aufzufallen. Aussitzen und abwarten, scheint da die Devise zu sein. Ähnlich halten es auch Maren Gilzer und Rolfe Scheider. Und selbst Patricia Blancos Beichten über Papa Roberto taugten bei Ausstrahlung um 22.15 Uhr höchstens als Einschlafhilfe für die Zuschauer.

Zickenpotenzial? Fehlanzeige!

Bleiben also noch die drei jungen, durch Castingshows gestählten und zu Zickereien eigentlich allzeit bereiten Damen. Aber ach, Ex-"Bachelor"-Zweite Angelina Heger jammerte so lange vor sich hin, bis sie es selbst nicht mehr aushielt - und den Zuschauern beim Rauswählen zuvorkam. Oder Sara Kulka: große Klappe, begrenzter Wortschatz, und ihr Zickenpotenzial rief sie auch nicht ab. Vom "Opfer der Nation" mutierte sie zum Langweiler im "Dschungelcamp". Die logische Folge: Rauswurf. Bleibt also noch Tanja Tischewitsch mit ihren zwei schlagenden Argumenten. Die dürften auch der einzige Grund dafür sein, warum sie überhaupt noch dabei ist. An ihrem sinnlosen Geplapper in nervigem Kleinmädchen-Tonfall kann es jedenfalls nicht liegen.

Keine Leichen im Keller und wenig Ehrgeiz

Fazit: Wenig handfester Zoff, keine Grüppchenbildungen, keine Skandale, kaum intime Beichten, keine blanken Brüste abgesehen von Patricias, niemand hat eine echte Leiche im Keller oder wirklich Überraschendes zu berichten und gute Gesprächsthemen muss man auch mit der Lupe suchen. Stattdessen vegetieren die Z-Promis im Camp vor sich hin, sitzen ihre Zeit ab und geben sich mit mageren Essens-Portionen zufrieden - kein Wunder, dass da selbst in den Prüfungen keine echte Spannung aufkommen will, wenn die Promis kalkuliert und keineswegs überehrgeizig zur Tat schreiten.

Apropos Prüfungen: Hier scheint man bei RTL inzwischen am Ende der Fahnenstange angekommen zu sein. Noch schlimmer, ekliger, abenteuerlicher? Nein, es ist nichts dabei, was es in vorherigen Staffeln so oder so ähnlich nicht auch schon zu sehen gab. Und wenn dann auch noch die Promis nicht mitspielen wollen - sie also die Prüfung routiniert und ohne allzu viel Panik durchstehen - ist die Langeweile perfekt.

Schlagzeilen ja, Gesprächsstoff nein

Schlagzeilen lieferte die aktuelle Staffel bislang trotzdem genug - ein bisschen Gezicke, Lästerei oder Flennerei ist dann ja doch immer. Aber das Gefühl, etwas verpasst zu haben und am nächsten Tag nicht mitreden zu können, wenn man die aktuelle Folge nicht gesehen hat, das stellt sich nicht ein. Und ein echtes Gesprächsthema war bisher einzig Walter mit seiner gescheiterten Bewerbung als Bundespräsident. Für insgesamt 16 Tage Promi-Quälerei in Australien ist das zu wenig. Sicherlich auch für die Promis, die zwar ihr Geld bekommen, aber in Sachen Aufmerksamkeit und Wertsteigerung diesmal wirklich das Nachsehen haben dürften.

Quo vadis, RTL?

Was also tun, RTL? Noch sind die Zuschauerzahlen zu hoch, um das "Dschungelcamp" freiwillig einzustellen. Mit mehr Geld locken, damit vielleicht doch mal wieder ein paar hochkarätigere Promis statt nur irgendwelche Ex-Castingshow-Teilnehmer bereit sind, mitzumachen? Beim nächsten Mal die Regeln verschärfen und neue Ekel-Prüfungen einführen? Über ein Dschungelcamp-Vorbereitungslager im Sommer denkt der Sender angeblich schon nach. Doch macht das alles noch besser, oder nur noch schlimmer? Wie viel "Dschungelcamp"-Trash erträgt der TV-Zuschauer im Jahr? Scheinbar nicht so viel, wie RTL es gerne hätte.

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