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"Tatort: Grenzfall": Tempo und Filmmusik lassen zu wünschen übrig

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Harald Krassnitzer und Adele Neuhauser in "Grenzfall"  

Diese "Tatort"-Geschichtsstunde war lehrreich, aber leider etwas langatmig

09.03.2015, 07:26 Uhr | Sabine Gültekin

"Tatort: Grenzfall": Tempo und Filmmusik lassen zu wünschen übrig. Bibi Fellner (Adele Neuhauser) und Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) ermittelten in "Tatort: Grenzfall" im idyllischen Thaya-Tal. (Quelle: ARD Degeto/ORF/Allegro Film/Milenko Badzic)

Bibi Fellner (Adele Neuhauser) und Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) ermittelten in "Tatort: Grenzfall" im idyllischen Thaya-Tal. (Quelle: ARD Degeto/ORF/Allegro Film/Milenko Badzic)

Ein Mordfall, der auf einer wahren Begebenheit beruht, eifersüchtige Ermittler, ein nerviger Witzbold und ein schweigendes Dorf: Der "Tatort: Grenzfall" mit den Wiener Kommissaren Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) und Bibi Fellner (Adele Neuhauser) hatte einiges zu bieten, vor allem erzählte er interessante Details aus der Zeit des Kalten Krieges. Insgesamt jedoch ging die Enthüllung des Mordfalles zu schleppend voran, die Filmmusik war einschläfernd und die Charaktere teilweise zu stark überzeichnet.

Und das war die Story: Die Leiche eines tschechischen Kajakfahrers wird aus dem Fluss geborgen. Der Tote war Tscheche und sein Vater zu Zeiten des Kalten Krieges verantwortlich für die Überwachung der österreichisch-tschechischen Grenze. Auch der Vater des Journalisten Max Ryba (Harald Windisch) ließ vor Jahrzehnten sein Leben in dem Gewässer. Er kehrte von einem nächtlichen Angelausflug nicht zurück. Schnell wird den Ermittlern deutlich, dass die beiden Mordfälle zusammenhängen. Und dass es einen triftigen Grund dafür geben muss, dass sämtliche Dorfbewohner eine eiserne Mauer des Schweigens um das mysteriöse Verschwinden von Rybas Vater errichtet haben.

Kein schönes Geschichts-Kapitel

Erst einmal zu den guten Seiten dieser "Tatort"-Episode: Es wurde ein echter Mordfall nacherzählt und wir erfuhren, dass es nach dem Prager Frühling österreichische Kollaborateure an der Grenze zur damaligen Tschecheslowakei gab, die Flüchtlinge abfingen, als Spitzel anwarben und erpressten. "Das ist kein schönes Kapitel, für beide Seiten nicht", fasst Bibi Fellner die historischen Fakten nach der Aufklärung des Falles treffend zusammen.

Geht da was zwischen Bibi und Moritz?

Auch der ironisch-grantelnde Schlagabtausch zwischen Moritz und Bibi war wie gewohnt sehr unterhaltsam - und bekam sogar eine ungewohnt romantische Note: Geht da womöglich was zwischen Moritz und Bibi? Moritz wirft ihr vor, sie würde sich mit einem Verdächtigen einlassen und scheint tatsächlich eifersüchtig auf Max Ryba zu sein. Und um ihr zu zeigen, dass auch er noch mordsmäßige Chancen beim weiblichen Geschlecht hat, präsentiert er ihr eine tschechische Beamtin und die Archäologin (Andrea Clausen) als "seine Groupies".

Sehenswert waren auch die zahlreichen und wunderschönen Naturaufnahmen aus dem Thayatal. Auch die Schauspieler machten ihre Sache gut, die mauernde Dorfgemeinde kaufte man den Darstellern ohne Weiteres ab.

Was soll der unwitzige Nerv-Assi?

Etwas zu dick aufgetragen wurde allerdings beim neuen Assistenten Manfred Schimpf (Thomas Stipsits). Der Schauspieler kann natürlich nichts dafür, wenn seine Figur so klamaukig inszeniert wird und ständig grunzen und gewollt witzige Kommentare von sich geben muss. Auch die Archäologin wirkte zu künstlich und sprach zu sehr wie gedruckt. Ein weiteres Minus war die öde Filmmusik, die dieses melancholische "Tatort"-Episode noch langsamer und leider auch langatmig machte.

Nicht übel, aber das können die Wiener besser

Fazit: Alles in allem war dies ein sehenswerter "Tatort", auch wenn wir von den Wienern Besseres gewohnt sind. Ein Highlight waren die Dialoge der beiden Ermittler, die mindestens genauso lustig sind wie die der Münsteraner Boerne und Thiel. Auch die Aufbereitung der historischen Fakten ist dem Drehbuchautoren und Regisseur Rupert Henning gut gelungen. Allerdings ließen das Tempo und die Filmmusik zu wünschen übrig. Und den neuen Assi haben Eisner und Fellner vor dem nächsten Fall hoffentlich schon vergrault.

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