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Kritik zu "Tatort: Wer Wind erntet, sät Sturm": Lahme Ermittlungen

Viel Wind um nichts  

Lahme Ermittlungen im Bremer Öko-"Tatort"

15.06.2015, 16:48 Uhr | t-online.de

Kritik zu "Tatort: Wer Wind erntet, sät Sturm": Lahme Ermittlungen. Kommissar Stedefreund (Oliver Mommsen) bei seinen Ermittlungen auf einer Offshore-Windkraftanlage. (Quelle: ARD)

Kommissar Stedefreund (Oliver Mommsen) bei seinen Ermittlungen auf einer Offshore-Windkraftanlage. (Quelle: ARD)

Mit dem Bremer Krimi "Wer Wind erntet, sät Sturm" vom Sonntagabend haben die "Tatort"-Macher ihren Beitrag zur Energiewende abgeliefert: Naturschutz versus Geldmacherei war das Thema. Doch was aus umweltpolitischer Sicht gut gemeint war, ließ bei eingefleischten Krimi-Fans einiges zu wünschen übrig. Wegen langatmiger Ermittlungen und überflüssiger Randerscheinungen büßte der Fall - aller Windkraft zum Trotz - an Energie ein.

Tote Schweinswale, denen Blut aus den Ohren läuft, und Hunderte zerschredderte Vögel sind die Opfer der grünen Stromerzeugung durch Windräder auf dem Meer. Das dokumentiert der Aktivist Paulsen (Helmut Zierl) immer wieder mit selbstgedrehten Filmen, die er ins Internet stellt. Doch bei einer seiner Videoaktionen auf einem im Meer gelegenen Windrad verschwindet er schließlich spurlos.

Dazu wird auch noch sein Freund, der Hardcore-Öko Picco Valdez, erschossen aufgefunden. Hat Windparkbetreiber Lars Overbeck (Thomas Heinze) etwas mit der Sache zu tun? Seit Jahrzehnten kämpfen Overbeck und seine Freunde gegen Umweltzerstörung. Doch mittlerweile hat er sich dem schnöden Mammon verschrieben und der Ökologie den Rücken gekehrt.

Langatmig bis langweilig

Ein vielversprechendes Thema somit. Allerdings drehte sich der "Tatort" in weiten Teilen um persönliche Befindlichkeiten der Protagonisten. Dazu traten die Kommissare Inga Lürsen (Sabine Postel) und Nils Stedefreund (Oliver Mommsen) bei ihren Ermittlungen oft zu lange auf der Stelle. So bissen sich die Ermittler an den allesamt unkooperativen Verdächtigen bald 90 Minuten lang die Zähne aus. Dadurch wirkte der Film zwischenzeitlich doch recht langatmig.

Auch der Auftritt von Helmut Zierl ließ den Zuschauer unbefriedigt zurück. Außer in seinen Videobotschaften bekam man den beliebten Schauspieler, den man nur noch selten in großen Produktionen sieht, nicht wirklich zu Gesicht. Schade!

Zumindest Heinze überzeugte als einstiger Umweltschutz-Mitstreiter Overbeck, der scheinbar die Fronten gewechselt hat. Authentisch verkörperte er den aufbrausenden und arroganten Mega-Egoisten, der im Laufe des Falles innerlich immer mehr zerbricht und nach jedem Tiefschlag wieder aufsteht, um seine Ziele zu erreichen. Und das waren am Ende doch ökologischen Ziele - eine wunderbare Wende, die die Hoffnung aufkeimen ließ, dass Geld den Umweltgedanken doch nicht so einfach unterkriegen kann. Hier zeigte Heinze einmal mehr, dass er zur ersten Schauspielerriege gehört.

Überzogenes Ende

In den Schlussszenen übertrieben es die "Tatort"-Macher allerdings deutlich. Sie drifteten zu sehr auf die Radikalen-Schiene ab und stellten die Umweltschützer entweder als geldgierige Wendehälse oder gnadenlose Mörder dar. Etwas weniger Drama, Ballerei und Effekthascherei durch Ekel-Szenen hätte den Bremern gut gestanden.

Unterm Strich war der Öko-Fall somit ein nur mittelmäßig spannender Krimi, bei dem vor allem die beeindruckenden Bilder der riesigen Windkraftanlagen auf hoher See einen bleibenden Eindruck bei den Zuschauern hinterlassen haben dürften.

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