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Der Fall "Gottschalk live": WDR-Redakteure sorgen sich um Ruf des Senders

WDR-Redakteure beklagen Umgang mit Geld für Gottschalk  

"Der Ruf unseres Hauses und Arbeitgebers leidet jedes Mal"

12.06.2015, 13:37 Uhr | jho

Der Fall "Gottschalk live": WDR-Redakteure sorgen sich um Ruf des Senders. Thomas Gottschalk in seiner ARD-Show "Gottschalk live". (Quelle: dpa)

Thomas Gottschalk in seiner ARD-Show "Gottschalk live". (Quelle: dpa)

Der Fall "Gottschalk live" schlug vor Kurzem hohe Wellen: Dem WDR wurde vorgeworfen, trotz des vorzeitigen Aus für seine ARD-Vorabendshow noch über zwei Millionen Euro an Honoraren an Thomas Gottschalk gezahlt zu haben. Der öffentlich-rechtliche Sender konterte und stellte klar, dass beim Umgang mit der Show finanziell alles korrekt abgelaufen sei und sie die Gebührenzahler nichts gekostet habe. Dennoch hat sich nach Informationen des Mediendienstes "kress.de" nun die WDR-Redakteursvertretung bei den Senderverantwortlichen beklagt. Sie sieht den Ruf des Hauses in Gefahr.

In der Stellungnahme, die "kress.de" vorliegt, kritisieren die Redakteure, dass "die schon früher beklagte Intransparenz beim Abschluss der Verträge mit Produzenten und externen Moderatoren" zu einer "erheblicher Verwirrung des Publikums und der Medienöffentlichkeit geführt" habe. Diese habe deshalb den Eindruck gewinnen können, "im WDR würden Gebührengelder / jetzt: Rundfunkbeiträge verschwendet und obendrein beträchtliche Honorare für nicht erbrachte Leistungen gezahlt." Ob derartige Vorwürfe zutreffen oder nicht, sei dabei erst einmal völlig unerheblich, warnen die Redakteure.

Interne Sparmaßnahmen vs. Geld für externe Produktionen

Stattdessen werde "der Ruf unseres Hauses und Arbeitgebers" immer in Mitleidenschaft gezogen, "wenn der Vorwurf erhoben wird, die ohnehin als zu hoch kritisierten Gelder aus dem Rundfunkbeitrag würden 'aus dem Fenster geworfen'", zitiert "kress.de" weiter aus der Stellungnahme.

Auch sie als Redakteure würden "ein Missverhältnis" erkennen, "wenn einerseits schmerzhafte Sparmaßnahmen, die auch zu Personal- und Programmeinschnitten führen, umgesetzt und weitere angekündigt werden und andererseits externe Produktionen mit prominenten Protagonisten mit Verträgen ausgestattet werden, die in Höhe und Ausstattung kaum nachvollziehbar erscheinen und möglicherweise schlecht ausgehandelt waren."

Für die Außenwirkung sei es nicht wichtig, aus welchen Töpfen die Gelder - aus der WDR Mediagroup oder aus dem WDR direkt - formaljuristisch stammen. "Der Unterschied dürfte auch im Hause nicht allen klar sein, in der breiten Öffentlichkeit verschwimmt die Differenzierung zu einer (ungewollten) Mauschelei", glaubt die Redakteursvertretung.

Vorrang für Prominente?

Zudem hinterfragt sie, wie ernsthaft der WDR neue eigene Talente suche und fördere. "Es scheint, auch angesichts der Diskussion um die Jauch-Nachfolge, tatsächlich nach wie vor einen Vorrang für hochbezahlte Prominente und deren eigene, externe Produktionsgesellschaften vor WDR-eigenen Ressourcen zu geben."

Forderung an Geschäftsleitung

Neben der Kritik hat die Redakteursvertretung auch eine klare Forderung an die Geschäftsleitung des WDR um Intendant Tom Buhrow: "Wir erwarten ein klares Bekenntnis zu einem nachvollziehbaren und vertrauensvollen Umgang mit den uns treuhänderisch zur Verfügung gestellten Mitteln aus dem Rundfunkbeitrag. Außerdem muss der Anspruch der Öffentlichkeit (Publikum) und ebenso der Mitarbeiterschaft auf Transparenz nachhaltig erfüllt werden. Das sind wir uns als öffentlich-rechtliches Medium schuldig."

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