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TV-Kritik "Polizeiruf 110: Wölfe": Gelungener Sonntagskrimi

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"Polizeiruf 110: Wölfe"  

Packendes Schauermärchen über die ewige Angst vorm bösen Wolf

12.09.2016, 09:33 Uhr | Nina Bogert-Duin, t-online.de

Eine völlige entstellte Leiche stellt Kommissar von Meuffels vor ein Rätsel. (Screenshot: Bit Projects)
"Polizeiruf 110: Wölfe" - warum sich das Einschalten lohnt

Polizeiruf 110: Wölfe Eine völlige entstellte Leiche stellt Kommissar von Meuffels vor ein Rätsel. Leere Augenhöhlen, Nase und Lippen weggefressen. War es etwa die Katze der Toten, die ihrem Frauchen das Gesicht zerfraß?

"Polizeiruf 110: Wölfe" - warum sich das Einschalten lohnt


Das war großes Kino. Grimmepreisträger Christian Petzold entführte mit dem "Polizeiruf 110: Wölfe" die Zuschauer in einen märchenhaften Kosmos aus (Wer)wölfen, dunklen Wäldern und schrulligen Gestalten, in dem auch die Liebe nicht zu kurz kam. 

Es heißt, dass Regisseur Petzold seine Schauspieler vor einem Dreh gerne andere Filme ansehen lässt. Dieses Mal waren es "Klute" von Alan Pakula, Abel Ferraras "Snake Eyes" und Jack Arnolds "Der Schrecken vom Amazonas". Dann hatte Petzold sein Team genau da, wo er es haben wollte - mittendrin im schönsten Bestien-Psychothriller-Schauermärchen-Mix.

Psycho-Schauermärchen mit romantischem Touch

Das ist es dann auch geworden. Ein Krimi, der an ein Schauermärchen erinnerte, mit Psycho-Anteilen und romantischen Sidekicks. Bereits nach fünf Minuten wurde dem Publikum eine gruselige Leiche in Großaufnahme präsentiert. Augen, Nase und Lippen waren weggefressen. Während er noch recherchierte, wurde der Münchener Hauptkommissar Hanns von Meuffels (Matthias Brandt) zu einer weiteren zerbissenen Leiche gerufen. Weil man gleichzeitig ein Rudel Wölfe in der Nähe des Dorfes gesichtet hatte, waren die tierischen Täter vom aufgebrachten Mob des Ortes schnell ausgemacht. Mit ihnen der türkische Hundezüchter, der einmal der rechtsextremen nationalistischen Organisation namens "Graue Wölfe" angehört hat.

Doch von Meuffels blieb unsicher: Töten Wölfe Menschen? Er nahm Kontakt zu seiner Ex-Kollegin Constanze Herrmann (Barbara Auer) aus Hamburg auf, die sich im Voralpenland aufhielt, um ihre Alkoholsucht zu bekämpfen. Gemeinsam versuchten die zart miteinander flirtenden Kommissare, die angeblichen Wolfsmorde aufzuklären.  

Brandt und Auer als leises, sehnsuchtsvolles Liebespaar

Christian Petzold konnte mit Story und Besetzung aus den Vollen schöpfen. Es war ein Vergnügen, Auer und Brandt beim Schauspielen zu beobachten. Sie stellten das ermittelnde Polizistenpaar mit müheloser Leichtigkeit dar. Vor allem Hanns von Meuffels war es anzumerken, wie sehr er es genoss, mit der Frau, in die er verliebt ist, auch noch arbeiten zu dürfen. Sie, die Kluge, die er bewundert, die er retten will und darum für seine Dienste einspannt. Dennoch blieben die beiden weiter distanziert, und weil diese Liebe keine körperliche Nähe zuließ, erschien sie umso sehnsuchtsvoller.

Sebastian Hülk brilliert als zwielichtiger Zoologe

Ein Volltreffer auch die Wahl von Sebastian Hülk als rachsüchtigem Zoologe Dr. Wolfi Wiesinger, dem Wolfsexperten. Mit leiser, fast böser Stimme stellte er stakkatohaft die Diagnosen und versuchte gleichzeitig, die Kommissare über ihr Vorgehen auszufragen. Zum Schluss entpuppte er sich als verzweifelter Mann, der ein Leben lang vor den Geistern seiner Kindheit und Jugend auf der Flucht war und sich mit einem selbst gebauten, mechanischen Wolfsgebiss an den Übeltätern gerächt hat. Hülk gab der Figur zunächst einen zwielichtigen, verschlagenen Touch, mutierte am Ende jedoch zu einer einsamen, trauernden Gestalt.

Das allumfassende Lied

Über diesen Kosmos aus dunklem Wald, gefährlichen Wölfen, hilflosen Opfern und zwielichtigen Dorfbewohnern spannte sich schließlich die immer wiederkehrende Melodie des Herz-Schmerz-Songs "Anyone Who Had A Heart" von Burt Bacherach. Mal als Echo, mal als gesummtes Lied, mal als verzerrtes Lautsprechergeschepper.

Sie spiegelte einerseits den inneren Kampf der Kommissarin Herrmann wider, die sich nach und nach ihrer tiefen Gefühle für von Meuffels bewusst wurde. Andererseits die tiefe emotionale Verwundung von Wiesinger, die er jahrelang mit sich herumgetragen hatte. Einer, der immer nur auf echte Liebe gehofft hat, dem es nicht gelungen ist, trotz beruflicher Erfolge und Anerkennung, die Dämonen seiner Jugend zu zähmen. 

Fazit: Bitte noch ein drittes Mal

Ein bisschen Märchen, ein bisschen Horror, ein bisschen Romanze, ein bisschen Psycho - Petzold gelang der rechte Mix, um den Krimi am Sonntagabend besonders zu machen. Die kriminalistische Geschichte stand hinter den starken Chrakteren fast ein wenig zurück - aber das machte nichts, viele Motive blieben lange im Kopf. Wir wünschen uns eine dritte Begegnung von von Meuffels und Herrmann.

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