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The Voice 2016: Smudo hat "nur eineinhalb Mal geheult"

Smudo zum "The Voice"-Start  

"Hab nur eineinhalb Mal geheult"

20.10.2016, 15:50 Uhr | Sabine Gültekin

The Voice 2016: Smudo hat "nur eineinhalb Mal geheult". Smudo spricht über die neue "The Voice of Germany"-Staffel. (Quelle: imago)

Smudo spricht über die neue "The Voice of Germany"-Staffel. (Quelle: imago)

Ab Donnerstag ist Smudo mit seinem Fanta4-Kollegen Michi Beck wieder als Coach bei "The Voice of Germany" am Start. Im Interview mit t-online.de verrät er, dass er gar nicht so nah am Wasser gebaut ist, wie es in den bisherigen "The Voice"-Staffeln dargestellt wurde und gibt Auskunft darüber, für wie gefährlich er seine Konkurrenten Yvonne Catterfeld und Samu Haber hält.

t-online.de: Ab dem 20. Oktober seid ihr zum dritten Mal bei "The Voice" dabei:  Ihr habt ja schon beim letzten Mal angekündigt, dass ihr den Hattrick schaffen werdet. Wie wollt ihr das machen?

Smudo: An Selbstbewusstsein mangelt es uns nicht. Wir wollen nämlich nicht nur den Hattrick schaffen – unser Ziel ist sozusagen die Weltmeisterschaft. "The Voice" gibt es ja in über 50 Ländern, und der Hattrick wurde schon mal geschafft. Ich weiß, dass es in den USA einen gab. Aber viermal hintereinander gab es noch nie. Und das wäre natürlich Wahnsinn, wenn wir das schaffen würden.

Wie sieht eure Strategie aus?

Es gibt verschiedene Parameter, die da eine Rolle spielen. Es gibt Sachen, auf die wir einen Einfluss haben, und es gibt Sachen, die wir nicht beeinflussen können. Zum Beispiel bei den Blind Auditions: Sich aus über 150 Talenten die 18 rauszusuchen, die dann auch zu uns wollen, das liegt gar nicht so sehr in unserer Hand. Natürlich können wir uns in den Staub werfen und vielleicht auch jemanden überzeugen, aber die Erfahrung zeigt, dass die Talente vorher schon eine genaue Vorstellung davon haben, wohin sie wollen. Die Teams haben alle ihren speziellen Stil. Wir stehen für Unterhaltung, ein breites Musikspektrum, vielleicht auch ein bisschen Urban Music – wenn man so will – und dafür wählen die Talente uns aus.

Und dann aber haben wir unser Deck, unser Kartenspiel. Da stellt sich die Frage, welche Leute stellen wir in den Battles zusammen. Im Laufe der Staffel versuchen wir, unsere Leute näher kennenzulernen, herauszufinden, was für ein musikalisches Repertoire sie haben. Die Stimme ist eine Komponente, aber noch wichtiger ist: Welche Geschichte kann er oder sie im Laufe der Staffel erzählen? Wenn sie immer gleich gut sind und sich nicht steigern, nicht überraschen können, dann ist da nicht viel Feuer drin. Da können sie noch so eine tolle Stimme oder eine andere Besonderheit haben. Wie oft wird der Zuschauer sagen: "Oh, das hätte ich nicht gedacht, das war jetzt aber sympathisch!" Es gibt ganz tolle Leute, aber vor der Kamera wirken sie nicht. Charisma ist wichtig, Telegenität ist wichtig. Und die Leute entsprechend einzusetzen, dass sie diese Stärken optimal ausspielen können, das versuchen wir in den Battles und in den Sing Offs. Die Sing Offs sind deshalb auch die spannendste Phase. Wir müssen uns in unsere Talente hineindenken und dann alles so entscheiden, dass ihre Vorzüge am besten zur Entfaltung kommen. Das sind die Sachen, die wir machen können. Außerdem müssen wir natürlich unsere Gegner beobachten.

Apropos Gegner: Yvonne Catterfeld ist ja in diesem Jahr als Coach neu dabei. Wie stark schätzt du sie ein?

Unsere Konkurrenten in diesem Jahr sind alle sehr stark. Yvonne Catterfeld hat auch noch den Bonus des Newcomers. Sie ist frisch, sie steht für was Neues, ist extrem motiviert. Und tendenziell ist es bis jetzt immer so gewesen – auch bei uns: Die Newcomer sind sehr erfolgreich in der Sendung. Außerdem hat sie als studierte Musikerin sehr viel Background. Als Schauspielerin hat sie auch etwas, das über das Spektrum der Musik hinausgeht. Sie ist eine ganz kompetente Person, deshalb ist sie auf jeden Fall ein gefährlicher Konkurrent.

Allerdings hat auch Samu Haber  - der ja nicht als Newcomer, sondern als Comebacker da ist – ein ziemlich starkes Team. Der hat bei den Blind Auditions wirklich viel Glück gehabt. Der ist für unseren Hattrick also die noch größere Gefahr.

In den letzten "The Voice"-Staffeln hast du offen deine Emotionen gezeigt: Wie viele Packungen Tempos hast du bisher verbraucht?

Noch kein einziges. Das wurde so ein bisschen verzerrt dargestellt. Natürlich bin ich ein Mann, der seine Gefühle zeigen kann. Und wenn es was zu heulen gibt, dann wird auch geheult. Aber ich hab im Prinzip eineinhalb Mal geheult vor zwei Jahren. Dann hieß es natürlich: "Der Rapper heult!" Das wurde dann 100 Mal wiederholt und in Zeitlupe, und es entstand der Eindruck, dass ich die ganze Zeit geheult habe. In dieser Staffel: Mal sehen. Es kann passieren. Bis jetzt ist es aber noch nicht passiert.

In den letzten Jahren hattet ihr ein sehr gutes Händchen bei der Musikauswahl. Wie geht ihr da vor?

Die Songauswahl ist zu einem großen Teil der Verdienst unseres Side-Coaches DJ Thomilla, der ja auch bei den Fanta4 unser Produzent ist. Grundsätzlich ist die Songauswahl ein Vorgang, auf den wir sehr viel Zeit und viele Debatten verwenden. Wir suchen Lieder raus, die den Leuten gut stehen, mit denen sie glänzen, aber auch überraschen können, dass es nicht so klischeemäßig wird. Wenn zum Beispiel jemand im Finale zu Hause ist, eine tolle Stimme hat, muss ich dem nicht den Abiparty-Superhit geben. Wir versuchen, nicht auf Allerweltsmusik zu setzen, sondern auf musikalische Qualität – immer in enger Absprache mit den Talenten. Die haben ja auch umfangreiche Fragebögen ausgefüllt, in denen sie ihr musikalisches Repertoire präsentieren. Wir nehmen in dieser Sache auch gern Andreas Bourani bis heute auf die Schippe, weil er letztes Jahr "Simply The Best" von Tina Turner für ein Talent ausgewählt hat. So etwas würde bei uns in hundert kalten Wintern nicht auf den Tisch kommen.

Ihr müsst ja zu zweit entscheiden. Ist das manchmal schwierig? Habt ihr ein geheimes Zeichen?

Wir kennen uns schon so lange, dass wir da kein Zeichen brauchen. Wir sehen uns an, wie wir zu dem Talent stehen. Das ist wirklich das Besondere an Team Fanta, dass wir in einer Band sind, die seit 27 Jahren mal mehr mal weniger erfolgreich gemeinsam arbeitet. Das ist wie in einer 27 Jahre langen Ehe. Die funktioniert nur, weil man sich gut versteht, weil man sich Raum lässt. Wenn einer eine Entscheidung trifft, die dem anderen nicht so gut gefällt, trägt man sie trotzdem im Kollektiv. In den Blind Auditions kam es schon mal vor, dass Michi oder ich gedrückt hat und der andere damit nicht so einverstanden war. In dieser Staffel wollen wir aber sowieso unüberlegter spielen. Das haben wir uns am Ende der letzten Staffel vorgenommen. Wenn der eine etwas geil findet, zieht der andere einfach mit. Wir können das gut gemeinsam tragen, und das macht uns auch zu einem starken Team.

Stichwort 27 Jahre zusammen Musik machen – habt ihr eine Band-Therapeutin?

Nein. Wir können uns gut ab. Wir wissen auch, wann wir uns aus dem Weg gehen müssen. Der Organismus Fanta4 hat ein großes Selbstbewusstsein, dass er gemeinsam viel erreicht hat, entgegen der Prognosen von außen sozusagen, da wir vor allem am Anfang unser Karriere auch viel kritisiert wurden. Wir können uns stark miteinander fühlen und müssen uns nicht zerstreiten.  Außerdem sind wir in einer ähnlichen biografischen Situation, von unserem Alter her, wir müssen gleichzeitig mit Familie und Erfolgsdruck umgehen. Wenn wir aber jahrelang erfolglos gewesen wären, wäre das vermutlich anders.

Die ESC-Pleite eures Schützlings Jamie Lee habt ihr auf Facebook sehr humorvoll kommentiert. Aber würdet ihr nochmal einem eurer Schützlinge empfehlen, dort mitzumachen?

Natürlich war das damals nicht leicht zu sehen, für uns alle nicht. Das war kein schöner Moment. Aber geholfen hat uns, dass wir sowohl im Vorfeld als auch danach in der Trauer in Deutschland große Solidarität erfahren haben. Deswegen ist das Ganze relativ spurlos an uns vorüber gegangen, auch an Jamie Lee.  Aber ob eines unserer Talente zum ESC geht oder nicht, das liegt gar nicht in unserer Hand. Das entscheidet die Plattenfirma und das Talent selbst. Wir würden aber natürlich wieder zum ESC hinfahren und Däumchen drücken.

Ganz allgemein zum ESC: Außerhalb von Deutschland, also in den meisten Ländern, wird dieser Wettbewerb so als Einzelsportveranstaltung verstanden, dass schon Jahre vorher gewisse Produktionen genau dafür abgestellt werden. Die passen dann sehr genau in das ganze Ding. Die Deutschen tun sich einmal im Jahr mit einer Gruppe von möglichen Kandidaten und mit ein paar Vertretern von Plattenfirmen, die gerade einen Schuss landen wollen, zusammen – und wählen dann einen aus. So ein Vorgehen ist zum Scheitern verurteilt. Man muss das professioneller betrachten, auch jahrelang vorbereiten, auch mit internationaler Promotion.

Das Interview führte Sabine Gültekin.

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