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"Polizeiruf 110" heute: So wird der ARD-Ersatzkrimi an Neujahr

"Polizeiruf" statt Terror-"Tatort"  

So wird der Ersatzkrimi an Neujahr

01.01.2017, 13:00 Uhr | Hannes Stepputat, dpa

Hinter dem Fernsehkrimi steht die Frage, wie gehen wir mit entlassenen Strafgefangenen um, wenn die Gesellschaft sie nicht zurück will. (Quelle: Bit Projects)
Neujahrs-Krimi will einfach nicht in Fahrt kommen

Hinter dem Fernsehkrimi steht die Frage, wie gehen wir mit entlassenen Strafgefangenen um, wenn die Gesellschaft sie nicht zurück will.

"Polizeiruf" aus Rostock: Neujahrs-Krimi will einfach nicht in Fahrt kommen. (Quelle: Bit Projects)


Eigentlich sollte an diesem Sonntag der Dortmunder "Tatort: Sturm" gezeigt werden. Doch nach dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt wurde der Terror-Krimi auf einen unbestimmten Zeitpunkt verschoben. Stattdessen setzt die ARD an Neujahr nun auf einen "Polizeiruf 110" aus Rostock.

Im Fall "Angst heiligt die Mittel" muss das Ermittler-Duo Alexander Bukow (Charly Hübner) und Katrin König (Anneke Kim Sarnau) den Fall einer obdachlosen Frau klären, die in einem kleinen Dorf bei Rostock vergewaltigt und getötet aufgefunden wird.

Für die Dorfbewohner ist schnell klar, dass die zwei kürzlich aus der Haft entlassenen und ins Dorf gezogenen Männer Buschke und Kukulies die Täter sein müssen. Auch die Spuren am Tatort deuten auf die beiden hin. Doch bald entdecken Bukow und König Ungereimtheiten in den Zeugenaussagen.

Konflikte hinter Klinkerfassaden

Was sich zu Beginn der Story wie deutsche Krimi-Normalität darstellt, nimmt zunehmend Fahrt auf: Hinter gepflegten Klinkerfassaden schwelen Konflikte zwischen den Dorfbewohnern, es geht um Ehebruch und Selbstjustiz. Mittelpunkt des Dorflebens ist die jede Menge DDR-Charme ausstrahlende Kneipe von Wirtin Birthe Kriener (Ramona Kunze-Libnow). Gesoffen wird hier noch wie früher. Und Pläne ausgeheckt, wie man die unliebsamen Nachbarn los werden könnte.

Vor dem Hintergrund von viel Blümchentapete zeichnen Susanne Schneider (Drehbuch) und Christian von Castelberg (Regie) ein Bild verrohter Dorfbewohner, die aus Angst vor zwei Ex-Häftlingen bis zum Äußersten gehen. Dahinter steht auch die Frage, wie wir mit Straftätern umgehen sollen, die ihre Strafe verbüßt haben - und die die Gesellschaft dennoch nicht zurück will.

Keine Scheu vor großen Themen

Die Macher stellen den Kriminalfall dieses Mal ganz in den Mittelpunkt des Films. Die Überbau-Handlung aus Bukows privaten Problemen und dem nicht minder komplizierten Verhältnis zwischen dem Hauptkommissar und der LKA-Profilerin tritt zurück und wird kaum forterzählt. Allein dem angespannten Verhältnis zwischen beiden merkt man den missglückten Annäherungsversuch aus der letzten Episode an.

Der "Polizeiruf 110" hat keine Scheu vor großen Themen: Selbstjustiz, Kinderpornografie, Kindesentführung. Sie werden jedoch allesamt nur angerissen. Der Showdown auf einem brandenburgischen Gehöft erscheint etwas bemüht und dient wohl vor allem dazu, die Rahmenhandlung für die nächsten Episoden vorzubereiten.

Lange Suche nach Ersatz

Der Ausstrahlung des Films war ein tagelanges Hin und Her auf dem Sendeplatz vorausgegangen. Nachdem der Dortmunder "Tatort: Sturm" verschoben wurde, war zunächst der Saarbrücker "Tatort: Söhne und Väter" als Ersatz gedacht. Nach Intervention des Saarländischen Rundfunks verzichtete die ARD jedoch darauf. Der SR wollte beim ursprünglichen Termin, dem 29. Januar, bleiben, da der SR-"Tatort" traditionell seine Vorabpremiere beim Max-Ophüls-Festival in Saarbrücken (im nächsten Jahr vom 23. bis 29. Januar) hat.

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