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"Das Damengambit": Wie realistisch ist die Netflix-Rekord-Serie?

"Das Damengambit" im Faktencheck  

Wie realistisch ist die neue Netflix-Rekord-Serie?

26.11.2020, 16:52 Uhr | JaH, dpa-AFX

"Das Damengambit": Wie realistisch ist die Netflix-Rekord-Serie?. "Das Damengambit": Die Netflix-Serie stellte gerade erst einen Rekord auf.  (Quelle: imago images / Cinema Publishers Collection)

"Das Damengambit": Die Netflix-Serie stellte gerade erst einen Rekord auf. (Quelle: imago images / Cinema Publishers Collection)

Netflix hat mit der Dramaserie "Das Damengambit" einen Volltreffer gelandet. Die Sendung stellte jüngst einen Rekord auf, gilt als erfolgreichste Miniserie des Portals. Zeit für einen Realitätscheck. 

Ein Mädchen lernt im Waisenhaus das Schachspielen und stellt später die Welt der Großmeister auf den Kopf: Die Handlung der Netflix-Serie "Das Damengambit" ist eigentlich in einem Satz erzählt. Dennoch ist sie so raffiniert und hinreißend in Szene gesetzt, dass sie dieser Tage die Welt erobert. Im ersten Monat haben laut Angaben des Streaminganbieters mehr als 60 Millionen Haushalte die Literaturverfilmung in sieben Teilen gestreamt. Das bedeute einen Rekord unter den Miniserien, so Netflix.

Darum geht es 

Im Mittelpunkt stehen Kindheit und Jugend der Heldin Beth Harmon (gespielt von Anya Taylor-Joy) im Kentucky der Fünfziger- und Sechzigerjahre. Ihren Vater hat sie nie gekannt, ihre seelisch kranke Mutter starb bei einem Autounfall, als Beth klein war. Das stille Mädchen hat von der Mutter eine mathematische Genialität geerbt. Im Waisenhaus entdeckt Beth ihre besondere Begabung aber erst, als der verschlossene Hausmeister Shaibel (gespielt von Bill Camp) ihr widerwillig das Schachspielen beibringt.

Anya Taylor-Joy: Sie spielt die Hauptrolle in "Das Damengambit".  (Quelle: imago images / ZUMA Press)Anya Taylor-Joy: Sie spielt die Hauptrolle in "Das Damengambit". (Quelle: imago images / ZUMA Press)

Wie jedes richtige Wunderkind im Schach braucht Beth Harmon weder Brett noch Figuren, um sich die in den nächsten Zügen möglichen Konstellationen vorzustellen. Während die anderen im Waisenhaus schlafen, visualisiert sie Schachfiguren an der Zimmerdecke – der einzige auffällige technische Effekt der Serie.

Der Faktencheck 

Und wie realistisch ist die Serie? Schach kommt in Film und Fernsehen häufig vor, wird aber oft unstimmig oder irreführend dargestellt. Dass im Netflix-Hit "Das Damengambit" fast alles glaubwürdig ist, was auf dem Brett passiert, ist den Beratern der Serienmacher zu verdanken.

Die Züge der Heldin Beth Harmon stammen aus Großmeister-Partien, die der frühere Weltmeister Garri Kasparow ausgewählt hat. Sich am Brett wie echte Turnierspieler zu verhalten, dabei half der New Yorker Schachlehrer Bruce Pandolfini den Schauspielern. Bücher, Figuren und Schachuhren aus den Sechzigern tragen zur Authentizität bei.

Das ist unrealistisch 

Unrealistisch ist hingegen, wie rasch Beth Harmon fast ohne Rückschläge an die Weltspitze aufsteigt. Selbst ein Remis, wie das im Spitzenschach häufige Unentschieden heißt, wird dem Netflix-Publikum nicht zugemutet. Die Männer, die die Serienheldin schlägt, reagieren höflich und anerkennend. Von realen Gegnern wäre einer echten Beth Harmon in dem Fall Sexismus entgegengeschlagen, sagen viele Kenner der Schachwelt. Das ist der tiefere Grund, warum Spieler die Serie so lieben. "Das Damengambit" zeigt die Schachszene wie sie gerne wäre.

Denn tatsächlich verzeichnet nicht nur der Streamingdienst Erfolge durch "Das Damengambit". Seit Beginn der Serie am 23. Oktober verzeichnete allein die Spiel- und Trainings-Website Chess.com nach Angaben ihres Managers Nick Barton rund 2,5 Millionen neue Mitglieder. Die täglichen Neuregistrierungen seien um 400 Prozent gestiegen, sagte Barton der Nachrichtenagentur AFP: "Im November hatten wir fast jeden Tag einen neuen Rekord bei den Neuzugängen." Eine Frauenfigur aus den Sechzigern stellt die Schachwelt der Gegenwart auf den Kopf.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa-AFX
  • Netflix: "Das Damebgambit" 

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