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UN-Klimabericht: Meeresspiegel steigt schneller als gedacht

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UN-Klimabericht: Meeresspiegel steigt schneller als gedacht

16.10.2013, 13:46 Uhr | dpa , rtr , AFP

UN-Klimabericht: Meeresspiegel steigt schneller als gedacht . UN-Klimabericht: Meeresspiegel steigt schneller als erwartet (NASA) (Quelle: dpa)

Die Klimaforscher warnen: Die Meeresspiegel steigen um gut ein Drittel höher als prognostiziert (Montage) (Quelle: dpa)

Der Meeresspiegel steigt stärker als bislang gedacht: Im ungünstigsten Fall erhöht er sich bis zum Ende dieses Jahrhunderts um 82 Zentimeter. Das berichtet der Weltklimarat (IPCC) im ersten Teil seines neuen Reports, dessen Kernthesen in Stockholm präsentiert wurden.

Selbst wenn der Klimaschutz erheblich verstärkt würde, seien es noch mindestens 26 Zentimeter. Im Bericht von von 2007 hatte der IPCC noch Anstiege zwischen von 18 bis 59 Zentimetern vorhergesagt.

Während sich die Ozeane erwärmen und Gletscher und Eisdecken schmelzen, wird der globale Meeresspiegel weiter steigen, aber schneller, als wir es in den letzten 40 Jahren erlebt haben", erklärte einer der Co-Vorsitzenden, Qin Dahe.

Die Temperaturen auf der Erde könnten bis Ende dieses Jahrhunderts bei verschiedenen Szenarien um 1,5 bis 4 Grad Celsius klettern. In unwahrscheinlicheren Modellen gehen die Wissenschaftler sogar von 0,3 bis 4,8 Grad aus.

Bei einem Temperaturanstieg um mehr als zwei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter fürchten Wissenschaftler kaum beherrschbare Umweltfolgen.

Hitzewellen häufiger und länger anhaltend

Außerdem halten die Klimaforscher es für äußerst wahrscheinlich, dass der Mensch mit 95 Prozent die Hauptursache der Erwärmung seit Mitte des 20. Jahrhunderts ist. Die globale Erwärmung habe sich zuletzt zwar verlangsamt, hieß es weiter. Diese Entwicklung sei vermutlich aber nur temporär.

"Hitzewellen treten sehr wahrscheinlich öfter auf und halten länger an", teilte der Weltklimarat IPCC mit. Dessen Abkürzung steht für Intergovernmental Panel on Climate Change (Zwischenstaatlicher Sachverständigenrat für Klimaänderungen).

Extreme verschärfen sich

Im Zuge der Erderwärmung erwarten die Wissenschaftler, dass feuchtere Regionen auf der Welt mehr Niederschläge und trockenere noch weniger bekommen. "Es wird aber Ausnahmen geben."

Nie war es dem Bericht zufolge seit Beginn der Wetteraufzeichnungen wärmer als zwischen 2001 und 2010. "Mehr Temperaturrekorde sind gebrochen worden als in jedem anderen Jahrzehnt", sagte der Generalsekretär der Weltmeteorologie-Organisation WMO, Michel Jarraud.

Die Eisdecken in Grönland und der Antarktis haben in den vergangenen zwei Jahrzehnten an Masse verloren, Gletscher sind weltweit weiter geschrumpft, wie die Forscher schreiben.

Kompletter Bericht erscheint am Montag

Für Teil 1 des aktuellen Klimaberichts haben 259 Hauptautoren in den vergangenen vier Jahren Tausende wissenschaftlicher Studien ausgewertet. Ihre Kernthesen haben sie auf 30 Seiten zusammengefasst.

Der vollständige Report wird am Montag auf der IPCC-Webseite freigeschaltet. Teil 2 und 3 des 5. Weltklimaberichts behandeln die Auswirkungen des Klimawandels und die politischen Möglichkeiten, ihn zu bremsen. Sie werden im Frühjahr 2014 in Japan und Berlin vorgestellt.

"Weckruf" zum Handeln

Für UN-Klimachefin Christiana Figueres sind diese Ergebnisse ein "Weckruf" für die internationale Staatengemeinschaft zum beschleunigten Handeln. "Der Bericht zeigt, dass es mehr Klarheit über einen vom Menschen erzeugten Klimawandel gibt als jemals zuvor", erklärte Figueres.

Die bisherigen Bemühungen zur Begrenzung der Erderwärmung reichten nicht aus. "Um die Menschheit aus der hohen Gefahrenlage zu steuern, müssen die Regierungen die sofortigen Klimaschutzbemühungen verstärken und 2015 ein Abkommen bereitstellen, das dazu beiträgt, die globale Antwort auszuweiten und zu beschleunigen."

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sagte in einer Videobotschaft, der neue "unparteiische" Bericht des IPCC sei eine wesentliche Grundlage für ein neues ehrgeiziges Klimaschutzabkommen.

Merkel: Klimabericht als Ansporn

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) versteht den Bericht als Bestätigung für ihren Kampf gegen den Klimawandel. "Das wird die Bundeskanzlerin natürlich - wie auch in der Vergangenheit - antreiben, eine ehrgeizige Klimapolitik zu machen", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. "Das ist ein zentrales Anliegen der Bundeskanzlerin und der Bundesregierung, und das wird es auch bleiben."

In diesem Zusammenhang verwies Seibert auch auf die deutsche Führungsrolle. Im vergangenen Jahr stieg allerdings der Kohlendioxid-Ausstoß in Deutschland um rund zwei Prozent.

Weltweit hatten sich rund 200 Staaten dazu verpflichtet, bis Ende 2015 eine UN-Vereinbarung mit dem Ziel auszuarbeiten, dem Klimawandel entgegen zu steuern.

Quelle: dpa, rtr, AFP

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