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Leser fragen, Pilot antwortet: Lassen Flugzeuge in der Luft Kerosin ab?


Leser fragen, Pilot antwortet
Lassen Flugzeuge in der Luft Kerosin ab?

Jörg Handwerg

18.02.2014Lesedauer: 2 Min.
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Lassen Flugzeuge Kerosin ab? Pilot Jörg Handwerg gibt bei T-Online.de AntwortenVergrößern des Bildes
Lassen Flugzeuge Kerosin ab? Pilot Jörg Handwerg gibt bei T-Online.de Antworten (Quelle: Cockpit e.V./dpa-bilder)

Jeder kennt sie, die weißen Streifen am Himmel. Doch warum sind sie nicht immer sichtbar? Und ist das eigentlich der Kerosinablass der Flugzeuge oder gar andere gefährliche Chemikalien - wie von Verschwörungstheoretikern oft behauptet? Für T-Online.de beantwortet Pilot und Luftfahrt-Experte Jörg Handwerg die Frage:

"Wie entstehen Kondensstreifen und lassen Flugzeuge in der Luft Kerosin ab?"

Kondensstreifen entstehen, wenn in großer Höhe relativ viel Luftfeuchte vorhanden ist. Die Luft wird in den Triebwerken erhitzt und kann nun mehr Wasser aufnehmen als die kalte Umgebungsluft. Trifft diese nun hinter dem Triebwerk wieder auf die kalte Umgebungsluft, so kondensiert das Wasser zu kleinen Tröpfchen, die wie Wolken das Licht so brechen, dass sie weiß zu sehen sind. Ist die Luft zu trocken, sieht man nichts.

Verschwörungstheoretiker behaupten immer wieder, es würden dem Kerosin Stoffe beigemischt, die beispielsweise Menschen psychisch betäuben und willenlos machen würden, um die Weltherrschaft an sich zu reißen und ähnliche abstruse Ideen. Vermutlich kommen diese Ideen von Versuchen, bei denen durch Beimischung von Zinkoxid oder anderer Stoffe versucht wurde Regen auszulösen oder das Klima zu beeinflussen. Mit diesen Versuchen hat die zivile Luftfahrt jedoch nichts zu tun, genauso wenig wie Kondensstreifen ein Hinweis auf beigemischte Stoffe sind.

Kerosin ist viel zu teuer zum Ablassen

Die meisten Flugzeuge können kein Kerosin ablassen, da sie keine Vorrichtung dafür haben. Lediglich die Interkontinentalmaschinen verfügen in der Regel über eine solche Vorrichtung. Flugzeuge können mit höherem Gewicht starten als sie landen dürfen. Kommt es nun dazu, dass beispielweise aufgrund technischer Probleme ein Flugzeug wieder an den Startflughafen zurückkehren muss, kann es sein, dass das maximale Landegewicht deutlich überschritten ist. Um die Belastung für die Struktur des Flugzeuges zu reduzieren, kann nun ein Teil des Treibstoffes abgelassen werden. Die geschieht aber nur in speziellen Lufträumen - also nicht überall und in einer Mindesthöhe, so dass am Boden nichts mehr von diesem Treibstoff ankommt. Er verdunstet. Das man dies nicht "freiwillig" macht, dürfte jedem klar sein, der weiß, wie teuer Kerosin ist. Dies geschieht nur im Ausnahmefall und somit selten.

Jörg Handwerg, 46 Jahre, ist seit 1992 Pilot bei der Lufthansa AG. Als Pressesprecher der Vereinigung Cockpit e.V. kümmert er sich zudem um die Öffentlichkeitsarbeit der Pilotenvereinigung, in der sich Piloten ehrenamtlich für die Sicherheit im Luftverkehr einsetzen. Bei T-Online.de beantwortet er Fragen rund um das Thema Luftfahrt, Luftverkehr und Flugsicherheit.

Haben Sie eine Frage, die Sie gerne von unserem Luftfahrt-Experten beantwortet hätten? Dann schreiben Sie an das Mailpostfach der Reiseredaktion oder in die Kommentarspalte.

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