Ein Placebo kann als Mittel gegen Migräne eine ähnlich starke Wirkung entfalten, wie ein Medikament mit schmerzlindernden Wirkstoffen. Für den Erfolg einer Schmerztherapie scheint die Erwartungshaltung des Patienten ausschlaggebend zu sein.
Mittel gegen Migräne: Neue Studie
Eine Studie der medizinischen Fakultät der Harvard-Universität in Boston hat ergeben, dass Placebos eine ähnlich schmerzlindernde Wirkung haben können wie pharmazeutische Mittel gegen Migräne. Bei der Studie, an der 66 Migräne-Patienten teilnahmen, wurden den Probanden entweder Tabletten mit dem Wirkstoff Rizatriptan, Tabletten mit einem Placebo oder keine Tabletten verabreicht.
Alles eine Frage des Glaubens?
Eine Erkenntnis der Studie ist, dass die Erwartungshaltung des Patienten gegenüber einem Mittel gegen Migräne ausschlaggebend für den Erfolg der Schmerztherapie ist. So war die schmerzlindernde Wirkung von Placebos, die von den Probanden für Medikamente gehalten wurden, nahezu identisch mit der Wirkung von Medikamenten, die die Probanden für Placebos hielten.
Generell kann ein Placebo, das unter der Annahme eingenommen wird, ein Schmerzmittel zu sein, bis zu 60 Prozent der Wirkung eines echten Medikaments entfalten. Allerdings hielt die Wirkung beim Placebo deutlich kürzer an als bei echten Medikamenten gegen Kopfschmerzen.
Auch Rituale können helfen
Die Studie der Harvard-Universität Boston hat noch eine weitere erstaunliche Erkenntnis gebracht: Auch Patienten, die wissentlich ein Placebo schluckten, fühlten sich nach dem Schlucken der Tablette besser.
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Dies deutet darauf hin, dass neben der Erwartungshaltung auch Rituale, die mit einer Schmerzlinderung in Verbindung gebracht werden, zum Abklingen der Kopfschmerzen beitragen können.