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Jachtkauf: Liebe macht blind

05.09.2016, 12:22 Uhr | Uwe Kauss - WANTED.DE

Jachten günstig kaufen. Der Traum von der eigenen Jacht kann schnell zum Alptraum werden. WANTED.DE gibt Tipps für den Kauf. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Der Traum von der eigenen Jacht kann schnell zum Alptraum werden. WANTED.DE gibt Tipps für den Kauf. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Wer eine gebrauchte Jacht kaufen will, braucht nicht nur Budget. Er muss genau wissen, was zu tun ist – sonst geht viel Geld für ein untaugliches Boot zum überteuerten Preis drauf. Ein Jachtmakler erklärt, worauf es ankommt.

Nach den ersten Törns, der Sportbootprüfung und dem Sportküstenschifferschein steht fest: Ein eigenes Schiff muss her! Doch eine anständige Jacht kostet einen sechsstelligen Betrag, in der Luxusausführung wird schnell eine Million draus. Also gut, dann ein gebrauchtes Schiff. Aber eine Jacht ist kein Auto. "Jachten werden in Kleinserien gebaut, daher stehen oft nur wenige Exemplare derselben Baureihe zum Verkauf. Dazu lassen sich die Schiffe nur schwer mit ähnlichen Modellen anderer Werften vergleichen, die Ausstattung, die Eigenschaften und die Abnutzung sind zu unterschiedlich", erklärt der erfahrene Bootsmakler Nils Heyde, der das Gebrauchtbootportal bootsmeile.de betreibt.

Gute Preise rund ums Mittelmeer

Wer Boote zum guten Preis finden will, sollte sich, so Heyde, entlang der Mittelmeerküste umschauen: "Dort sind viele Boote derzeit etwa zehn bis 15 Prozent günstiger als an der Nord- oder Ostsee", weiß er. Auch Boote, die in – durch den Brexit gesunkenen – britischen Pfund angeboten werden, seien derzeit preiswert zu haben, ebenso Boote, die in US-Dollars bezahlt werden. Zudem seien Boote, die 25 Jahre und älter seien, derzeit sehr günstig. "Es gibt derzeit sehr, sehr viele Jachten, die aus Altersgründen verkauft werden. Ihr Zustand ist sehr unterschiedlich. Wer technisch versiert ist und Zeit hat, kann hier tolle Schiffe für wenig Geld bekommen."

Notverkäufe nur selten ein Schnäppchen

Doch Achtung, auch wenn es verlockend klingt: Angebote aus Notverkäufen seien nur sehr selten Schnäppchen. "Wer finanziell hart am Wind segelt, spart zuerst bei der Jacht. Da werden Reparaturen nicht mehr ausgeführt, da wird nicht mehr gewartet und geflickt. Kostet ja alles viel Geld", erklärt Heyde. Daher seien diese Jachten meist in schlechtem Zustand – und das aufzuarbeiten, könne ziemlich teuer werden. Daher sei es viel sinnvoller, mehr Geld für ein Boot in bestem Zustand auszugeben als auf ein vermeintliches Top-Angebot hereinzufallen, betont der Jachtmakler. Denn noch immer gilt die alte Jachtie-Regel: Liebe macht blind.

Das Internet habe den Bootsmarkt in den vergangenen Jahren verändert: "Die Preise von Händlern und seriösen Maklern sind transparent geworden. Überteuerte Boote finden daher keine Interessenten – aber umso mehr, je genauer ein Angebot einen realistischen Preis abbildet", erklärt er.

Nur wenige Angebote bis 30.000 Euro

Makler verdienen an der Vermittlung eines Schiffs meist zwischen sechs und zehn Prozent der Kaufsumme, die letztlich im Preis enthalten ist. Wer die Provision sparen will, muss private Anzeigen durchsehen. Plattformen wie Ebay und Co. eignen sich dabei allerdings kaum, denn ein Bootskauf funktioniert nicht ohne Besichtigung, Tests, Probefahrten und Verhandlungen. Boote bis etwa 30.000 Euro werden von Maklern aber wenig angeboten – sie findet man am ehesten auf den Schwarzen Brettern großer Jacht-Marinas. Doch "dort versuchen's die Verkäufer oft erst mal mit Mondpreisen, um einen möglichst hohen Betrag heraus zu schlagen. Oder sie überschätzen den Restwert ihres Schiffs", weiß Heyde.

Die oft zur Wertermittlung von Autos eingesetzte Schwacke-Liste gäbe es auch für Jachten – doch aufgrund der geringen Vergleichszahlen der Schiffsmodelle sowie den zu pauschalen Preisermittlungsformeln sei sie "mit Vorsicht zu genießen." Wer sein Traumboot kennt, checkt daher am besten sehr genau die europäischen Bootsanbieter und vergleicht deren Preise.

Unbedingt Eigentümer-Status klären

Wer dagegen ein Schiff von einem privaten Eigner übernehmen will, sollte als erstes hundertprozentig klären, ob der auch wirklich der Eigentümer sei. "Erzählt wird da so viel. Am Ende geht’s nur ums Geld", warnt Heyde. Ein besonderes Kapitel beim Privatverkauf bilden Eigentümergemeinschaften: Viele Segelfreunde finanzieren, unterhalten und fahren ihr Boot gemeinsam. Wer so eine Jacht kaufen will, benötigt den Gesellschaftsvertrag sowie die ausdrückliche Erklärung jedes Miteigentümers, dass er das Boot verkaufen will. Der Käufer überweist jedem der Besitzer einzeln seinen Anteilsbetrag.

"Eine Eignergemeinschaft funktioniert so gut oder schlecht wie eine Erbengemeinschaft", sagt Heyde und lacht. Oft könnten die Jachties sich untereinander nicht über den Verkaufspreis einigen. Dann könne sich die Sache hinziehen.

Am besten Gutachter hinzuziehen

Wichtig bei einer Jacht über 30.000 Euro ist die Einschätzung eines offiziellen Gutachters: "Die Beurteilung ist eine seriöse Basis in der Verhandlung, zudem ist das Gutachten beim späteren Weiterverkauf hilfreich", sagt Heyde. Das kostet je nach Bootstyp und Aufwand zwischen 800 und 2000 Euro. Zeigen sich dabei Mängel und Schäden, wird das Boot eben nicht gekauft – doch die Kosten zahlt der Interessent. Daher sollte man zur Bootssuche ein Budget für Gutachten, Reise- und Besichtigungskosten sowie die Kosten zum Herausheben der Jacht zur Rumpfuntersuchung zur Verfügung haben. Wer an drei Jachten interessiert ist, zahlt dreimal. Wichtig ist daher, einen versierten Jachtkenner bei den Besichtigungen an seiner Seite zu haben.

Vorsicht bei der Umsatzsteuer

Doch dann folgt das schwierigste Kapitel im Jachtkauf: die Umsatzsteuerbescheinigung. Jeder Bootsbesitzer muss bei einer gar nicht so seltenen Kontrolle gegenüber dem Zoll beweisen können, dass dafür in der EU schon Umsatzsteuer gezahlt wurde. Fehlt der Nachweis, wird sie vom Zoll nachträglich zum aktuellen Zeitwert erhoben. Das kann teuer werden: Kostet eine Jacht 150.000 Euro, muss der Eigner knapp 30.000 Euro nachzahlen. Beim Kauf müssen daher stichfeste Belege übergeben werden: Der erste Kaufvertrag mit dem ausgewiesenen Umsatzsteuerbetrag sowie die offizielle Umsatzsteuerbescheinigung sind hier Pflicht – egal, in welchem EU-Land man das Boot kauft.

Oft versuchten Eigner, die Interessenten mit einer Erklärung im Kaufvertrag zu ködern, die Steuer sei entrichtet worden, erzählt Heyde. Doch ihr Wert sei gleich Null. Auch wer ein günstiges Schiff in der Türkei, den USA oder einem anderen Nicht-EU-Land kauft und an die deutsche Küste bringt, zahlt 19 Prozent an den Staat. "Da muss ich rechnen, ob das Schiff wirklich noch so günstig ist", warnt der Experte. Fehlt zudem die CE-Zertifizierung eines Nicht-EU-Bootes, muss sie ebenfalls nachträglich eingeholt werden. Das kostet nochmal 2000 bis 3000 Euro.

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