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Gab es Geheimabsprachen unter deutschen Autobauern?

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Aktien brechen dramatisch ein  

Deutsche Autobauer sollen mit Geheimabsprachen betrogen haben

25.07.2017, 10:44 Uhr | rtr, AFP, jmt, dpa

Kartellbehörden sollen gegen Deutschlands Autobauer ermitteln: Die Konzerne sollen den Wettbewerb gezielt außer Kraft gesetzt haben. (Screenshot: dpa)
Deutsche Autobauer unter Kartellverdacht

Kartellbehörden sollen gegen Deutschlands Autobauer ermitteln: Die Konzerne sollen den Wettbewerb gezielt außer Kraft gesetzt haben.

Kartellbehörden sollen gegen Deutschlands Autobauer ermitteln: Die Konzerne sollen den Wettbewerb gezielt außer Kraft gesetzt haben. (Quelle: dpa)


Die EU-Kommission geht offenbar dem Verdacht auf Geheimabsprachen unter Deutschlands Autobauern zur Abgasreinigung ihrer Motoren nach. Dem "SPIEGEL" zufolge haben der VW-Konzern und Daimler Selbstanzeigen bei den Wettbewerbsbehörden eingereicht. Auch gegen Audi, Porsche und BMW wird laut dem Bericht ermittelt. Die Aktienkurse brachen ein.

Die fünf Autobauer sollen mit den möglichen Absprachen gezielt den Wettbewerb außer Kraft gesetzt haben. Daran hätten seit den 1990er Jahren über 200 Mitarbeiter in mehr als 60 Arbeitskreisen mitgewirkt, berichtet der "SPIEGEL". Unter anderem sollen sie sich dabei über eine Technik zur Abgasreinigung abgestimmt und auf diese Weise den Weg für den Diesel-Abgasskandal geebnet haben.

US-Justizministerium prüft auf mutmaßliche Absprachen

Die US-Justiz prüft laut Kreisen ebenfalls die Vorwürfe zu möglichen Kartellabsprachen deutscher Autobauer. Es gebe allerdings noch keine Anzeichen dafür, dass die US-Behörden eine formale Untersuchung eröffnet hätten, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf eine mit der Angelegenheit vertraute Person.

Kommt die Wurzel der "Dieselaffäre" zum Vorschein?

Im Zentrum des Verdachts: das Harnstoffgemisch "AdBlue", das zur Abgasreinigung verwendet wird. In den Arbeitskreisen sollen die Autobauer die Größe der Tanks konzernübergreifend festgelegt haben. Größere Tanks wären teurer gewesen, schreibt der "SPIEGEL". Die Arbeitskreise hätten sich deswegen auf kleinere Tanks geeinigt, die letztendlich nicht mehr ausreichten. Also habe man schließlich "tricksen" müssen. 

Die Dieselaffäre war vor knapp zwei Jahren ins Rollen gekommen, als VW nach US-Ermittlungen einräumte, in Millionen von Fahrzeugen eine Schummelsoftware eingesetzt zu haben. Diese sorgte dafür, dass der Schadstoffausstoß bei Tests durch die Behörden niedriger ausfiel als später auf der Straße. Auch andere Autobauer, darunter Daimler, sehen sich mit solchen Vorwürfen konfrontiert.

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Alle Entwicklungsbereiche betroffen

Bei anderen Absprachen der Konzerne soll es um alle Bereiche der Entwicklung gegangen sein, um Benzin- und Dieselmotoren, Bremsen, Kupplungen und Getriebe. Die Hersteller besprachen laut dem Bericht auch die Auswahl von Lieferanten und die Preise von Bauteilen.

Die Brüsseler Kartellwächter stützen sich in ihren Ermittlungen angeblich vor allem auf ein Audi-Dokument aus April 2010. Der "SPIEGEL" schreibt, die Behörden seien im vergangenen Sommer während einer Durchsuchung bei VW auf die Hinweise gestoßen. Nur zwei Wochen später habe der Konzern dann die Selbstanzeige eingereicht. Ursprünglich hatte die Durchsuchung auf Absprachen von Stahlpreisen gezielt.

Die EU-Kommission, VW und Audi lehnten Stellungnahmen ab. Die Börsen reagierten allerdings: Die Aktienkurse der Konzerne brachen zum Teil dramatisch ein. Die VW-Stammaktie verlor 4 Prozent, die Aktie von BMW verlor 2,7 Prozent, die Daimler-Aktie verlor 2,8 Prozent.

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